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Architektur in Wuppertal: Der Bergische Dreiklang

In Wuppertal gibt es architektonisch immer etwas zu entdecken. Schwarze Balken, weiße Wände, grüne Schlagläden und am besten noch ein graues Schieferdach. Diese Farbkombination wird als „Bergischer Dreiklang“ bezeichnet.

Der Look der modernen Großstadt und die Ausdruckskraft von 4.500 Baudenkmälern: In Wuppertal gibt es immer etwas zu sehen. Laut dem Bund Deutscher Architekten (BDA) ist unsere Stadt nach Köln die Kommune mit den meisten Baudenkmälern in Nordrhein-Westfalen. Das Stadtbild ist geprägt von Fachwerk und Stuck, von Ornament und Nüchternheit, von Neoklassizismus und Bauhausarchitektur bis Futurismus aus verschiedenen Stilepochen. In loser Folge zeigen wir die Wuppertaler Highlights in einer Serie – alle bisher erschienenen Artikel findet man hier

Typisch bergisch: Unsere Fachwerkhäuser

Schwarze Balken, weiße Wände, grüne Schlagläden und am besten noch ein graues Schieferdach: Bei dieser Beschreibung denken viele sofort an das Bergische Fachwerkhaus. Diese Farbkombi aus Schwarz-Weiß-Grün bzw. Grau wird nicht umsonst als „Bergischer Dreiklang“ bezeichnet und löst bei Einheimischen sofort Heimatgefühle aus. In Wuppertal braucht man nicht lange zu suchen, ehe man wieder auf eines der charakteristischen Häuser trifft.

Die Fachwerk-Bauweise ist schon sehr alt. Bereits für die Frühzeit der Besiedlung gibt es Nachweise, dass Menschen ihre Behausungen mit Balkenkonstruktionen aufgebaut haben. Die Wand wird durch diagonale Balken gestützt und mit Lehm oder Mauerwerk aufgefüllt. Die Bautechnik, die wir kennen, ist seit dem Mittelalter in Deutschland verbreitet. Es gibt sehr alte Häuser, die noch erhalten sind, deren Bauzeit bis ins 13. Jahrhundert reicht. Das vermutlich älteste Gebäude Wuppertals steht im Stadtteil Barmen und ist ebenfalls ein Fachwerkhaus: Das Hofeshaus Lütterkus-Heidt findet man an der Emilstraße. Um das Jahr 1600 wurde es von einer Bleicherfamilie erbaut und bezogen. Heute ist es natürlich ein eingetragenes Baudenkmal. 

Die historischen Zentren von Beyenburg, Ronsdorf, Cronenberg oder Langerfeld sind durch Fachwerk geprägt, auch wenn durch den Zweiten Weltkrieg vieles der ursprünglichen Bebauung verloren gegangen ist. Besonders die Fachwerkhäuser und engen Gassen von Alt-Beyenburg versprühen ihren Charme im Zusammenspiel mit dem Stausee, der Klosterkiche St. Maria Magdalena und dem Jakobs-Pilgerweg.

Sehr bekannt aufgrund ihrer Schönheit, aber auch aufgrund ihrer Bewohner, sind die bergischen Fachwerkhäuser an der Engelsstraße. Hier lebte die Familie Engels. Das Geburtshaus des Philosophen und Revolutionärs Friedrich Engels junior ist zwar nicht mehr erhalten, dafür aber das Gebäude, das heute „Engelshaus“ genannt wird und Teil des Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur (Öffnet in einem neuen Tab) ist. Der Großvater von Engels, ein Textilunternehmer, hatte das Haus im Jahr 1775 bauen lassen. Die Fassaden des Hauses sind verschiefert. Mansarddach und das detailreich ausgestaltete Innere sind ein Zeichen für den Wohlstand des unternehmerischen Bürgertums jener Zeit.

Hier besteht auch eine Verbindung zum Briller Viertel (Öffnet in einem neuen Tab), dem größten zusammenhängenden Villenviertel der Gründerzeit Deutschlands. Viele Unternehmer, die im Briller Viertel bauten, zeigten ihre Heimatverbundenheit dadurch, dass sie ihre Häuser im Bergischen Stil bzw. in Fachwerk-Bauweise anlegen ließen, wie zum Beispiel die Villa Springorum oder die Villa Schniewind.

Vom Bergischen Dreiklang kann man sich bei zahlreichen angebotenen Stadtführungen  selbst ein Bild machen. Das gedruckte Programm, Tickets und Informationen gibt es auch bei Wuppertal Touristik, Kirchstraße 16 oder hier (Öffnet in einem neuen Tab)online.

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Bildnachweise

  • WMG / Malte Reiter

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