Zwischennutzung als Chance für Stadtentwicklung (21.11.12)

Im Städtebaulichen Entwicklungskonzept Wuppertal wird dem Instrument Zwischennutzung ein hoher Stellenwert beigemessen. Nicht ohne Grund! Denn Leerstand lässt eine Stadt nicht nur optisch verkümmern. Doch wie Einhalt gebieten, wenn die Kassen und Konten ebenso leer sind, wie die Gebäude selbst? Zwischennutzung ist eine Antwort - Hier können zum Beispiel Räume für solche Aktivitäten gewonnen werden, die ansonsten nicht realisierbar wären. Und erfolgreich platzierte Zwischennutzungen definieren dann automatisch ihr Umfeld neu. Folge: Die Lebensqualität im Quartier wächst.

Im Rahmen des Programms Stadtumbau West hat das Ressort Stadtentwicklung und Städtebau im April 2007 das Projekt "Zwischennutzungsagentur Wuppertal" gestartet. Aus haushaltsrechtlichen Gründen konnte das Projekt allerdings zunächst nur bis zum 30.06.2010 durchgeführt werden. Eine Fortsetzung des Projektes ist erst dadurch möglich geworden, dass von einem privaten Spender die Übernahme des kommunalen Eigenanteils zugesichert wurde. Da die neue Projektphase mit Mitteln der EU gefördert wird, mussten die Leistungen öffentlich ausgeschrieben werden. Auf Grundlage dieser Ausschreibung konnte das Büro ORG.Beratung Schulten & Weyland mit Sitz in der Wuppertaler Nordstadt auch mit der neuen Projektphase beauftragt werden. Diese abschließende Projektphase läuft vom 01.09.2011 bis zum 30.08.2012 und beschränkt sich räumlich auf die Fördergebiete Arrenberg/Nordstadt und Unterbarmen.

Im Stadtteil Arrenberg aktiv

Ein Beispiel für die gelungene Aktivierung von Leerstand ist das Projekt "Der Arrenberg is(s)t". So nahm seiner Zeit die Zwischennutzungsagentur (ZNA) Wuppertal sechs leerstehende Ladenlokale des Viertels ins Visier und richtete sechs Abendessen aus. Geladen wurden jeweils 12 Gäste aus der Nachbarschaft, darunter Unternehmer, Immobilieneigentümer oder auch einfache Bewohner des Stadtteils. Diese setzte man mit verschiedenen Akteuren aus den Bereichen Kultur, Politik, Verwaltung sowie dem Kreis der sozialen Träger an einen Tisch. Der Hintergedanke der ZNA war die zielgerichtete Vernetzung der Menschen des Quartiers und der Akteure untereinander. Natürlich zum Thema Zwischennutzung. Was am Ende entstand, war eine konkrete Idee, die sich wenig später als Initiative "Aufbruch am Arrenberg e.V." realisierte und bis heute selbst organisiert. Der Verein setzt sich inzwischen aus Anwohnern, Unternehmern, Immobilienbesitzern und weiteren Multiplikatoren zusammen. Aktiver Austausch und kreative Stadteilarbeit stehen im Fokus. Man muss also festhalten, und das gilt für das Viertel Arrenberg wie auch für die Nordstadt und andere Stadtteile, die Zwischennutzungsagentur ist angewiesen auf die Unterstützung der Bürger. Die Kompetenzen der lokalen Akteure sind ein wichtiger Part in diesem Komplex.

Auch wenn die Menschen und Organisationen vor Ort viel bewirken, gibt es noch immer weiteren Leerstand am Arrenberg. Noch immer schauen hier und da Ladenlokale dunkel und traurig auf die Straße. Sie könnten atmen, sie könnten leben. Das Netzwerk muss wachsen. Noch mehr Eigentümer und Ideen noch weiterer Anwohner oder derer, die es werden wollen sind gefragt.

Weiter geht's

Im letzten Projektjahr liegt der Fokus auf neuen Nutzungskonzepten in den Stadtteilen Unterbarmen, Arrenberg und der Elberfelder-Nordstadt.

Abgeschlossen wird das gesamte Projekt dann im Sommer 2012 mit einem Fachsymposium. Das Team der ZNA Wuppertal sieht Zwischennutzung als Chance für die Reurbanisierung der Stadt und macht sich dafür stark, die Arbeit derart in den Stadtteilen zu verankern, dass sie sich im besten Falle professionalisiert zu einem Standortfaktor entwickelt, der nachhaltig weiter wirkt.

Bei  Informationen rund ums Thema, bei Interesse an einem der leerstehenden Läden, bei Rat zur Umsetzung einer Idee, die einen Raum benötigt: Die Zwischennutzungsagentur Wuppertal ist Ihr Ansprechpartner.