Berufsfelderkundung für Schülerinnen und Schüler der Klasse

Letztes Jahr haben die ersten "Reinschnuppertage" in Wuppertal stattgefunden. Rund 300 Jugendliche aus den achten Klassen dreier Wuppertaler Schulen konnten innerhalb einer Woche jeweils drei Berufe erkunden. Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für die Neuauflage im Sommer 2016 auf Hochtouren. Schließlich müssen dann über 1.000 Angebote bereit stehen, denn es werden mehr Schulen mitmachen.

Die Berufsfelderkundung - "Reinschnuppertage", wie sie in Wuppertal gefälliger genannt werden - ist ein maßgeblicher Baustein der Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss", die jeweils kommunal umgesetzt wird. Jugendliche bekommen hier die Möglichkeit, Ausbildungsberufe kennenzulernen. Und das in einem möglichst frühen Stadium, denn in der achten Klasse sind sie erfahrungsgemäß begeisterungsfähiger als später. Ziel ist es, die Entscheidung, welchen Weg man nach Ende der Schullaufbahn einschlagen möchte, zu vereinfachen, denn noch immer gibt es zahlreiche Schülerinnen und Schüler, die nach dem Ende der Schulzeit erst Umwege und Warteschleifen einlegen müssen, bis sie in den Beruf gelangen.
"Die 'Reinschnuppertage' sollen hier neben weiteren Maßnahmen eine erste Orientierungshilfe sein und unterschiedliche Berufsbilder näher bringen", so Anke Kleinbrahm von der Kommunalen Koordinierungsstelle. Daher ginge es auch weniger um einen Tag der Offenen Tür, sondern eher um einen reellen Einblick, bei dem die Jugendlichen während des, einen Schultag umfassenden, Besuchs auch selbst mal tätig werden dürfen und mit Auszubildenden und Ausbildern ins Gespräch kommen.

Interesse wecken

Die Unternehmen, die hier mitmachen und Angebote zum Reinschnuppern schaffen, haben gute Chancen, den Nachwuchs von morgen für sich zu begeistern. Dabei sind die Erfahrungen aus diesem Jahr durchaus unterschiedlich: "Wir hatten zahlreiche Plätze angeboten, bei den Jugendlichen reichte die Spanne von totalem Desinteresse bis zu sehr engagiert", so Rüdiger Neumann, Geschäftsführer von C. Beuthel. Restlos begeistert und im nächsten Jahr wieder dabei ist Markus Kuhnke vom Naschkatzenparadies: "Der Einzelhandel hat zweifelsohne ein großes Nachwuchsproblem. Ich hatte drei Jugendliche hier, eine Schülerin macht nun im Februar sogar noch ihr dreiwöchiges Praktikum bei mir, das finde ich richtig toll!" Ein gutes Beispiel dafür, dass die Reinschnuppertage auch eine gute Vorbereitung für ein Praktikum sind. "Schließlich ist der Aufwand zur Vorbereitung eines Praktikums wesentlich größer, umso ärgerlicher, wenn dann gleich nach dem ersten Tag abgebrochen wird", weiß Kleinbrahm.
Da im kommenden Jahr neun weiterführende Schulen bei der Berufsfelderkundung mitmachen wollen, werden über 1.000 Plätze für die Woche 27. Juni bis 1. Juli 2016 benötigt. "Helfen Sie uns, dass wir den Schülerinnen und Schülern eine möglichst breite Palette von Ausbildungsberufen in Wuppertal zeigen können", bittet daher auch Oberbürgermeister Andreas Mucke, "wir werden die jungen Menschen in Zukunft hier brauchen." Auch die Stadtverwaltung wird in vielen Bereichen selbst Angebote vorhalten.

Dabei sein: Unternehmen, die mitmachen möchten, können ihr Profil und ihre Angebote ab sofort schon online stellen.

 
 
Berufsfelderkundung
Bei den "Reinschnuppertagen" lernen die Jugendlichen Berufe kennen - hier bei C. Beuthel. (Foto: Tom V Kortmann)