Gute Geschäfte in der ganzen Welt

"Time to rock" war das diesjährige Motto der Internationalen Eisenwarenmesse in Köln. 24 Wuppertaler Unternehmen "rockten" mit und begeisterten mit Innovationen und Qualität die Fachbesucher aus der ganzen Welt. Den dritten und letzten Messetag nutzte Oberbürgermeister Andreas Mucke mit einer Delegation, um sich vor Ort ein Bild zu machen und konnte ein durchweg positives Stimmungsbild mit in die Heimatstadt nehmen.

Insgesamt 24 Aussteller aus Wuppertal präsentierten sich in Köln. Oberbürgermeister Andreas Mucke nutzte in Begleitung einer Delegation aus Vertretern von Wirtschaftsförderung und Wuppertal Marketing die Gelegenheit, vor Ort mit den Unternehmern persönlich ins Gespräch zu kommen.
Dabei konnte er ein durchweg positives Stimmungsbild einfangen: "Der Tenor war bei allen besuchten Unternehmen gleich, gute Geschäfte, steigende Umsätze und Zufriedenheit mit dem Standort Wuppertal", freute er sich sichtlich begeistert.
Das galt beispielsweise auch für E/D/E, das Unternehmen empfing die überwiegend ausländischen Gäste im Offenbachsaal abseits der eigentlichen Messehallen. Zusätzlich präsentierte man den Online-Marktplatz Toolineo für Profiwerkzeug in einer Halle. Dieser umfasst derzeit rund 60.000 Artikel und wird stetig ausgebaut. Um die mittelständischen Händler weiter fit für den eCommerce zu machen, hat man bereits ein zweites Großprojekt gestartet: Das Datenmanagementsystem eDC umfasst derzeit schon 600.000 Artikel, die Erfassung ist komplex und so hat man auch hierfür weitere Mitarbeiter am Standort eingestellt. Wachstumsmarkt, so Geschäftsführer Dr. Christoph Grote, sei das Auslandsgeschäft. "Hier konzentrieren wir uns aber auf Europa."

Tradition und Innovation vereint

Gute Stimmung auch am Stand von Picard. Der Hammerhersteller - übrigens der letzte verbliebene reine Hammerhersteller von seinerzeit einmal 26, wie Geschäftsführer Frank Simon erzählte - hat 350 Modelle im Angebot. Neuheit ist ein gewichtsoptimierter Latthammer, der gerade erst vorgestellt auf der Handwerkermesse bereits ausgezeichnet wurde. "Wir haben jetzt schon zahlreiche Bestellungen aus dem Handwerk", so Simon, der den Oberbürgermeister zum Firmenbesuch einlud: "Bei uns sprühen noch richtig die Funken."
50 Prozent Exportquote sind bei den Wuppertaler Werkzeugspezialisten keine Seltenheit, so auch bei P.F. Freund & Cie, bei der Tochterfirma für Maurer- und Tapezierwerkzeuge maurerfreund sind es sogar 70 Prozent. "Made in Germany und der damit verbundene Qualitätsanspruch sind nach wie vor gefragt", berichtet Geschäftsführer Hans-Dieter Sanker Das Unternehmen mit außergewöhnlicher Sortimentstiefe und -breite verfügt sogar über ein Auslieferungslager in Indianapolis. Die gemeinsam mit der Forschungsgemeinschaft Werkzeug, dem Bergischem Institut und der Bergischer Universität entwickelte und 2014 auf der Eisenwarenmesse ausgezeichnete Schieferschere hat sich zu einem echten Verkaufsschlager entwickelt. Sanker verriet: "Derzeit entwickeln wir ein weiteres Produkt gemeinsam mit dem Fachbereich Maschinenbau an der Bergischen Universität, unglaublich, welche Kompetenz es dort gibt."
Auch bei Julius Berger spricht man von Exportquoten um 50 Prozent. Die Rosen- und Heckenscheren, Baumsägen und ähnliche Produkte sind bei Spezialisten wie Wein- und Obstbauern, Baumschulen etc. beliebt. Mit Hinblick auf die Hallennachbarn Knipex und Wera: "Wir können hier gut kommunizieren, dass wir auch vom Standort Wuppertal kommen, ein echter Vorteil", so Geschäftsführerin Ina Berger. Als Neuheit präsentiert man in diesem Jahr eine Teleskopstange, die mit 1,75 Metern in jedes Auto passt, aber auf 4,60 Meter ausfahrbar das stabile Arbeiten mit verschiedenen Aufsätzen in der Höhe möglich macht.

Aufsehenerregende Rebellion

Kaum ein Quadratmeter Fleckchen Platz war am besagten Nachbarstand von WERA, die mit ihrem neuen Markenauftritt als "Tool Rebels" für Aufsehen sorgten. Geschäftsführer Martin Strauch zeigte die Neuheiten - in diesem Jahr insbesondere neu durchdachte Verpackungseinheiten - und versprach, dass die Verwaltung in Cronenberg bliebe. Die Logistik wird derzeit mit einem aufsehenerregenden neuen Gebäude im Mittelstandspark VohRang geplant.
Hier genauso wie bei KNIPEX und anderen Ausstellern ist man von der neuen Verkürzung der Messe auf drei Tage nicht begeistert. "Wir schaffen an drei Tagen kaum die Termine", berichtet KNIPEX-Geschäftsführer Ralf Putsch. Der Aufwand sei, so waren sich mehrere einig, für drei Tage immens. Und bei KNIPEX hat man schließlich Erfahrung, denn seit 65 Jahren präsentiert das Unternehmen hier seine Zangenneuheiten.

Ebenfalls in Cronenberg hat Holtmann Werkzeuge seinen Sitz. Nach dem Brand vor vier Jahren sind neue Gebäude entstanden, sogar 270 Quadratmeter Bürofläche stehen hier noch interessierten Mietern zur Verfügung. Die Spezialisten für Fliesenschneider betreiben eigene Marken für Profis, aber auch für den normalen Gebrauch des Baumarktkunden. Auch hier berichtet Stefan Holtmann von guten Exportgeschäften, erst gerade wurde ein Container nach Saudi-Arabien verkauft.
Erstmals seit zehn Jahren auf der Messe wieder anzutreffen ist das Traditionsunternehmen Meister, mittlerweile ein reines Handelsunternehmen. Für Toom hat man Eigenmarken im Angebot ebenso wie für Lidl und Aldi. An nur drei Standorten in China werden die Produkte für das breite Sortiment produziert: "Mit der kleinen Anzahl an Herstellern können wir Qualität gewährleisten, die Produktionsstätten werden regelmäßig überprüft im Hinblick auch auf Jugend- und Arbeitsschutz", erzählt Jan Hilbertz, zuständig für den Auslandsvertrieb. Rund 300 Mitarbeiter sind am Standort Wuppertal im Bereich Logistik beschäftigt, "und das soll auch so bleiben."

Gute Stimmung in Sachen bergischer Kooperation

Geballte bergische Werkzeugkompetenz präsentierte sich auf den 400 Quadratmetern Gemeinschaftsstand, den die drei Wirtschaftsförderungen und die Bergische Gesellschaft zum sechsten Mal in der wichtigen Halle 10.2 organisiert hatten. P. Hermann Jung gehörten beispielsweise zu den sechs Wuppertalern am Stand, unglaubliche eine Millionen Kellen werden bei dem Hahnerberger Familienunternehmen pro Jahr produziert. Ebenso dabei waren auch die Spezialisten für Äxte und Beile von Helko, die ihre Produkte nun auch als Sonderedition in Nobelverpackungen anbieten - frei nach dem Motto: "Für und unter den Weihnachtsbaum!"
Am Mittag trafen hier die drei Stadtspitzen sowie die Spitzenvertreter von IHK und Bergischer Gesellschaft sowie einige Vertreter aus der Politik zusammen, um die gemeinsame Präsenz auf der Leitmesse zu würdigen. Es zeigte sich deutlich, in Sachen regionales Standortmarketing steht man eng beisammen. "Zur nächsten Eisenwarenmesse 2018 stehen die Zeichen für einen weiteren bergischen Gemeinschaftstand gut", fasst Wirtschaftsförderer Jürgen Altmann, Ansprechpartner für die Wuppertaler Unternehmen, das Stimmungsbild zusammen.

Aussteller 2016:

Peter Bausch GmbH & Co. KG, Julius Berger GmbH & Co. KG, CIRET GmbH Geschäftsbereich Color Expert, Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler GmbH, P.F. FREUND & CIE. GmbH, Helko-Werk GmbH, Heinz Hesse KG, Holtmann GmbH, Isotools e.K., P. Hermann Jung GmbH & Co. KG, Kerpen & Gottmann GmbH, Knipex-Werk C. Gustav Putsch KG, maurerfreund GmbH, Meister Werkzeuge GmbH, Phoenix Safe Deutschland GmbH, Joh. Hermann Picard GmbH & Co. KG, Ruthe Hammerfabrik GmbH & Co, STAHLWILLE Eduard Wille GmbH & Co. KG, Stannol GmbH, Tajima AG, Toolineo GmbH & Co.KG, Walkron-Werkzeuge Werner Wallbrecher GmbH & Co. KG, Carl Walter Schraubwerkzeug-Fabrik GmbH & Co. KG, Wera Werk Hermann Werner GmbH & Co. KG, Wirtschaftsförderung Wuppertal AöR

09.03.16

 
 
EDE
Die Delegation mit E/D/E-Geschäftsführer Dr. Christoph Grote (Fotos: Wifö W)
 
 
Picard
Am Stand von Picard...
 
 
Hammer
...liegt ein Hammer leichter in der Hand als der andere.
 
 
Freund
Bei P.F. Freund entstehen Innovationen bergisch gemeinsam.
 
 
Berger
Für den Grünschnitt des Profis bietet Julius Berger alles, was das Herz begehrt.
 
 
Holtmann
Die Spezialisten für den Fliesenschnitt verkaufen bis nach Saudi-Arabien.
 
 
Helko
Äxte in edlen Holzkästen von Helko.
 
 
Gemeinschaftsstand
Viel los am bergischen Gemeinschaftsstand.
 
 
OBs
Bergische Dreieinigkeit (Foto: Bergische Gesellschaft)