Berufsfelderkundung: Für Ausbildung begeistern

Immer mehr Jugendliche entscheiden sich gegen eine Ausbildung und streben nach Abitur und Studium. Dabei bietet eine Ausbildung gute Karrierechancen. Doch oftmals fehlt das Wissen um den passenden Ausbildungsberuf. Die Berufsfelderkundung bzw. Reinschnuppertage, die im Sommer zum dritten Mal in Wuppertal stattfinden, bieten Unternehmern hervorragende Möglichkeiten, Schülerinnen und Schüler schon früh für ihre Ausbildung zu begeistern.

Jedes Jahr werden weniger Ausbildungsverträge abgeschlossen. Rund 40.000 Ausbildungsplätze blieben im letzten Jahr deutschlandweit unbesetzt, ein neuer Spitzenwert. Das liegt zum einen am demografischen Wandel, eine unabänderliche Tatsache. Der zweite Grund ist, dass immer mehr Jugendliche nach der zehnten Klasse ihre schulische Ausbildung fortsetzen, um dann nach dem Abitur ein Studium beginnen zu können. Betriebe und Jugendliche müssen demnach dringend wieder zusammenfinden - je eher, je besser. Hier setzt die sogenannte Berufsfelderkundung an, ein wichtiger Baustein der Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss", die jeweils kommunal umgesetzt wird. In Wuppertal finden die "Reinschnuppertage" in diesem Jahr vom 26. Juni bis 7. Juli bereits zum dritten Mal statt. Unternehmen können wieder die Gelegenheit ergreifen, Schülerinnen und Schüler der achten Klassen jeweils für einen Tag in ihr Unternehmen reinschnuppern zu lassen, Inhalte der Ausbildung nahe zu bringen und somit vielleicht den Nachwuchs von morgen zu begeistern.

Karrierechancen eröffnen

Wenn sich Jugendliche doch für eine Ausbildung entscheiden, dann für die bekannten Berufe: Weibliche Jugendliche entscheiden sich für die Kauffrau für Büromanagement, männliche Jugendliche wählen zumeist den Beruf Kraftfahrzeugmechatroniker.
Dabei bietet gerade die Vielfalt der Wuppertaler Wirtschaft attraktive Alternativen mit guten Karrierechancen. Die "Reinschnuppertage" bieten hier eine erste Möglichkeit vor dem eigentlichen Praktikum, einen Ausbildungsberuf kennenzulernen. Für die Dauer eines Schultages schauen die Jugendlichen aber nicht nur hinter die Kulissen, sondern sollen durchaus auch schon erste Schritte in die Praxis gehen. "Nützlich ist es vor allem, wenn sich die Jugendlichen zudem sozusagen auf Augenhöhe mit den Auszubildenden im Unternehmen austauschen können", so Anke Kleinbrahm von der Kommunalen Koordinierungsstelle. Jedoch solle man die Erwartungen nicht zu hoch setzen, schließlich seien es Mädchen und Jungen der achten Klassen, die hier ihre ersten Schritte in eine Richtung tun, deren Ziel zu diesem Zeitpunkt noch in weiter Ferne liegt. Gleichzeitig sind sie in diesem Alter aber auch begeisterungsfähiger als später und der Druck, sich entscheiden zu müssen, ist noch nicht da.
Dass es sich offenbar lohnt, mit den Jugendlichen schon frühzeitig in Kontakt zu kommen, zeigt sich an der stetig anwachsenden Zahl der angebotenen Plätze. Bereits jetzt sind fast 200 Angebote von Wuppertaler Unternehmen im Netz, ein guter Anfang. Aber da nahezu alle weiterführenden Wuppertaler Schulen dabei sind, braucht es schon ein paar hundert mehr.

Jetzt mitmachen:

Unternehmen, die in der Zeit von 26. Juni bis 7. Juli 2017 reinschnuppern lassen möchten, können ihr Profil und ihre Angebote ganz einfach online stellen.

26.01.17