Die Geschichte der Löwen vor dem Gebäude
Die Löwen vor der ehemaligen Bundesbahndirektion am Döppersberg sind mehr als bloße Dekoration – sie erzählen ein Stück Wuppertaler Stadtgeschichte. Ursprünglich 1833 vom Bildhauer Wilhelm Joseph Imhoff nach einem Modell von Christian Daniel Rauch geschaffen, standen die bronzenen Löwen zunächst am Portal des damaligen Elberfelder Rathauses, dem heutigen Von der Heydt-Museum. Dort sorgten sie zur Eröffnung mit eingebauten Gasrohren für Aufsehen, da sie scheinbar Feuer speien konnten.
1877 wurden sie aufgrund des zunehmenden Verkehrs entfernt und zunächst eingelagert. Ab 1887 zierten sie den Eingang der neuen Badeanstalt am Brausenwerth. Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Löwen beschädigt; einer wurde beim Transport zerstört, der andere fand bei der Firma Blumhardt in Vohwinkel ein neues Zuhause. 1965 ließ die Stadt Wuppertal Abdrücke anfertigen und zwei neue Bronzefiguren gießen, die 1967 vor der Bundesbahndirektion auf der Ostseite aufgestellt wurden. Mit Beginn der Bauarbeiten am Döppersberg im Jahr 2015 wurden diese Löwen entfernt und eingelagert.
Als temporärer Ersatz wurden zwei silberne Löwen am Westportal auf einem Treppensockel aufgestellt, die ursprünglich für eine Kunstaktion in Remscheid gefertigt wurden. Diese modernen Skulpturen erinnern an die historische Bedeutung der Löwen und setzen die Tradition fort, bis die originalgetreuen Nachbildungen ihren Platz wieder einnehmen können.
Ein Denkmal mit Solaranlage
150 Jahre Jubiläum
Seit der Eröffnung des ersten Gebäudeteils 1875 prägt das eindrucksvolle Gebäude am Döppersberg nicht nur das Stadtbild, sondern auch die Geschichte des Eisenbahnwesens in der Region. Als bedeutender Verwaltungssitz der damaligen Reichs- und später Bundesbahndirektion war es über viele Jahrzehnte ein zentraler Ort für Planung und Organisation des Schienenverkehrs im Westen Deutschlands. Mit der neuen Nutzung als modernen, zentralen Verwaltungs- und Bildungsstandort startet 2025 ein weiteres spannendes Kapitel in der 150-Jährigen Geschichte. Weitere Informationen zur Historie des Gebäudes finden Sie hier.
Das historische Wartehäuschen
Die Innenfassade
Die originale Innenfassade in den denkmalgeschützten Treppenhäusern der ehemaligen Bundesbahndirektion wurde bewahrt und in das neue, moderne Innenausstattungskonzept integriert. Auch die Außenfassade in den nun zum Teil innenliegenden Bereichen wurde erhalten, um den historischen Charakter des Gebäudes zu bewahren.
Drei Gebäudeteile und ein Aufsatz
Das Gebäude besteht aus drei Teilen aus unterschiedlichen Zeiten, die alle ihre Eigenheiten haben und nun in ein Gesamtkonzept zusammengeführt wurden. Gebäudeteil 1 und 2 werden hauptsächlich durch die Stadtverwaltung und das Jobcenter genutzt, Gebäudeteil 3 durch die Bergische Universität Wuppertal. Es wurde kein vollflächiges neues Dachgeschoss geschaffen, sondern das Dachgeschoss auf die heute notwendige Höhe erhöht. Ein von der Elisabeth-Schniewind-Straße nicht erkennbares Staffelgeschoss in der Mitte des Gebäudes wurde ergänzt, um zusätzliche Flächen zu schaffen.
Der Sternenhimmel
Sgraffitos im Eingang Ost
Sind sie Ihnen schon aufgefallen? Die Wandbilder im Eingangsbereich Ost zeigen Eisenbahnmotive aus der Geschichte des Gebäudes. Malereien dieser Art werden Sgraffitos genannt. Sie entstehen, in dem die obersten Putzschichten abgekratzt werden, um so darunterliegende Farbschichten sichtbar zu machen.
Ein Bunker unter dem Gebäude
Unter Bauteil 3 des Gebäudes befindet sich ein ein ehemaliger Luftschutzbunker. Dieser eindrucksvolle Ort diente in Kriegszeiten als Stellwerk und zeugt bis heute von der bewegten Geschichte des Gebäudes. Auch wenn eine zukünftige Nutzung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist, bleibt der Bunker als stiller Zeitzeuge erhalten – und erinnert eindrucksvoll an eine Epoche, die das Haus und seine Umgebung nachhaltig geprägt hat.
Bei einem seltenen Besuch mit dem Bauleiter und den Architektinnen des Gebäudemanagements konnten wir einen Blick in diesen verborgenen Teil werfen – inklusive spannender Fundstücke aus vergangenen Jahrzehnten: