Am 17.05.1990 wurde Homosexualität aus dem Diagnosekatalog (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestrichen und gilt seitdem nicht mehr als Krankheit. Dennoch hält sich bis heute die Vorstellung hartnäckig, queere Identität sei eine Krankheit, eine Ideologie oder stelle eine Gefahr für unsere Gesellschaft dar.
In Deutschland steigt die LSBTIAQ*-Feindlichkeit in der Gesellschaft. Rechte Gruppierungen instrumentalisieren bestehende Vorurteile, um den politischen Diskurs immer weiter nach rechts zu verschieben. Das ist eine Gefahr für die Sichtbarkeit von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt und für die Sicherheit queerer Menschen. Das spiegelt sich auch im Lagebericht des Bundesministeriums des Innern wider: Hasskriminalität gegen queere Menschen hat sich seit 2010 nahezu verzehnfacht. Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen.
Wir brauchen politische Veränderungen und gesellschaftliche Solidarität
Wir alle tragen Verantwortung für den Schutz marginalisierter Gruppen, um eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu verhindern.
Die Abschaffung bestehender Rechte, wie das im letzten Jahr eingeführt Selbstbestimmungsgesetz, wären ein tiefer Einschnitt in die Grundrechte queerer Menschen. Eine neue Regelung für verheiratete Frauenpaare, die ein Kind bekommen, ist überfällig, damit diese gesetzliche Diskriminierung beendet wird.
Bei Einführung des Grundgesetzes wurden bis auf die “sexuelle Orientierung” alle Merkmale der explizit vom Nationalsozialismus verfolgten Gruppen als besonders schützenswert in Artikel 3, Abs. 3 des Grundgesetzes aufgenommen. Diese Ungleichbehandlung resultiert aus dem Paragraph 175, welcher nach der Zeit des Nationalsozialismus unverändert bestehen blieb und in Deutschland männliche Homosexualität bis 1992 unter Strafe stellte. Bis heute wurde diese Lücke nicht geschlossen und stellt eine potentielle Gefahr für die Rechte queere Menschen dar.
Klare Haltung zeigen
Gerade in diesen Zeiten ist eine klare Haltung der Mehrheitsgesellschaft gegen Queerfeindlichkeit essentiell. Ein Leben in Freiheit, die freie Entfaltung der Persönlichkeit sowie echte Gleichberechtigung aller Menschen sind Kernelemente unserer demokratischen Gesellschaft. Gemeinsames Einstehen für unser vielfältiges Miteinander ist ein wichtiger demokratischer Akt.
Wir als Kommune tragen unseren Teil zum Schutz und zur Sichtbarkeit queeren Lebens bei. Das zeigt sich unter anderem an der städtischen Förderung der Vereine SCHLAU Wuppertal e.V. und des Inside Out e.V. Die Bildungsarbeit der Vereine und der Schutzraum, den die Räumlichkeiten des Inside:Out der LSBTIAQ* Community bieten, sind unverzichtbar. Eine Förderung für die queere Jugendgruppe BJ Wuppertal e.V. konnte noch nicht realisiert werden, sondern existiert aufgrund ehrenamtlichem Engagement.
Als Mitglied des Runde Tisch LSBTIQ* Wuppertal beziehen wir klare Haltung:
//Queerfeindlichkeit ist keine Meinung, sondern Hetze.
//Queere Rechte sind unverhandelbar.
//Wir stehen für eine vollständige Gleichstellung für Regenbogenfamilien.
//Der Artikel 3 des Grundgesetzes muss geschlechtliche Vielfalt einbeziehen.
//Die Verfolgung nach §175 und das Unrecht des Transsexuellengesetzes müssen vollständig aufgearbeitet werden.
//Kommunale Förderungen für queere Jugendgruppen wie BJ Wuppertal e.V. müssen gesichert und ausgebaut werden.
//Queere Bildungsarbeit braucht langfristige institutionelle Förderung.
//Schutzräume wie das Inside:Out müssen erhalten bleiben.
//Queer sein ist kein Sonderthema – queer sein ist Teil unserer Gesellschaft.
Die Stadt Wuppertal steht für queere Sichtbarkeit und den Schutz der LSBTIAQ*-Community ein – du auch?! Dann poste ein Bild mit der Vorlage „Queere Sichtbarkeit braucht immer Schutz!“.
Quelle:
Alle können sich beteiligen und unterstützen
Das Projekt wird von einem breiten Bündnis im Bergischen Städtedreieck getragen und weiterverbreitet:
Der Runde Tisch LSBTIQ* Wuppertal - Inside:Out, Schlau, Pro Famlia, BJ, Queeres Wohnzimmer SKJ, Queer-Referat Asta BUW, Herzenslust, Aidshilfe Wuppertal/ im Bergischen und die Stadt Wuppertal mit dem Gesundheitsamt und der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskrimiunierung
Remscheid Tolerant, AGOT und die Stadt Remscheid
Die Postkarte IDAHOBITA* 2025 „Queere Sichtbarkeit braucht immer Schutz!“ ist als Social Media/ Instagram Kampagne geplant. Ziel ist es, das sich möglichst viele Organisationen, Privatpersonen zusammen mit dieser Botschaft fotografieren und mit dem Foto an der IDAHOBIT-Aktion teilnehmen.
Unter dem gemeinsamen Hashtag # und auf den Instagram-Seiten der einzelnen Organisationen positionieren wir uns.
Die Fotos können auch auf der Homepage veröffentlicht werden – Zusendung der Fotos bis zum 16. Mai 2025.
Wenn die Fotos an die Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung gesendet werden, benötigen wir zusätzlich ein unterschriebenes Formular zur Fotofreigabe (s. Downloads). Poster und Banner können Sie im gelben Feld rechts downloaden.
Stellungnahme der Mitglieder des Runden Tisches LSBTIQ* Wuppertal
Weitere Veranstaltungen
17.05.2025 Public Viewing zum Eurovision Song Contest// 20:00 Uhr
Das Autonome Queer*Referat des AStAs der Bergischen Universität Wuppertal lädt zusammen mit dem AStA zum Public Viewing des diesjährigen ESCs ab 20 Uhr auf der AStA-Ebene der Uni Wuppertal ein.
17.05.2025 Mobiler Infostand// 3 Standorte in Wuppertal
Die Bergische Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit des Gesundheitsamts Wuppertal, Inside:out - Queeres Zentrum, Frauenberatung Wuppertal, Queerreferat der Universität Wuppertal, Schlau Wuppertal e.V. sowie die ProFamilia Beratungsstelle organisieren eine mobile Informations- und Mitmachaktion im öffentlichen Raum.
Vieles zu Lebensrealitäten queerer Menschen, Informationen zu Unterstützungsangebote, interaktive Spiele und Gesprächsangebote, die zum Mitmachen und Austauschen einladen.
Mit Hilfe des Beratungsbusses „Tilda“ der Frauenberatung Wuppertal wird der mobile Infostand an drei zentralen Orten in Wuppertal aufgebaut.