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Gleichstellung und Antidiskriminierung Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“

Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“

Sexismus ist eine tief verwurzelte Form gesellschaftlicher Diskriminierung, die sich in unterschiedlichen Lebensbereichen zeigt – sei es am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum oder in privaten Kontexten. Die Stadt Wuppertal will dieser strukturellen Ungleichbehandlung aktiv entgegenzutreten.

Mit dem Beitritt zum Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der EAF Berlin im Mai 2025 positioniert sich die Stadt Wuppertal klar gegen jede Form von Sexismus und sexuelle Belästigung. Sie bekennt sich damit zu einem diskriminierungsfreien Miteinander und fördert eine Kultur der Gleichwertigkeit, des Respekts und der Teilhabe. Der Beitritt ist zugleich ein weiterer Baustein in den kontinuierlichen gleichstellungspolitischen Bemühungen der Stadt.

Das Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ ist ein Zusammenschluss von Organisationen, Unternehmen, Institutionen und Verwaltungseinheiten, die sich für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft einsetzen. Es bietet eine Plattform für Austausch, Wissenstransfer und Zusammenarbeit mit dem Ziel, Sexismus aktiv zu bekämpfen und eine Kultur der Gleichwertigkeit und des Respekts zu fördern.

Der Beitritt der Stadt Wuppertal zum Bündnis ist Ausdruck einer strategischen und wertebasierten Haltung gegen Sexismus und geschlechterbezogene Diskriminierung. 

Diese Haltung findet sich u.a. im Beitritt zur Charta der Vielfalt, dem Audit berufundfamilie, der Partnerinitiative „Erfolgsfaktor Interkulturelle Öffnung – NRW stärkt Vielfalt! und den damit verbundenen Maßnahmen im Gleichstellungsplan und im Diversity Konzept für die Stadtverwaltung sowie in der Antidiskriminierungsstrategie für die Stadt Wuppertal und einigen Dienstvereinbarungen, die auf diese Ziele und Maßnahmen aufsetzen. 

Vorgesehene Maßnahmen

Wir fangen nicht bei „Null“ an, sondern entwickeln unsere Konzepte unter diesem Blickwinkel weiter, auch durch den Austausch mit anderen Institutionen und Kommunen. 

  • Beitritt zum Bündnis: Offizielle Erklärung der Kommune zur Unterstützung der Ziele des Bündnisses „Gemeinsam gegen Sexismus“
  • Interne Maßnahmen: Entwicklung und Umsetzung eines organisationsbezogenen Maßnahmenplans, z. B. zur Sensibilisierung von Mitarbeitenden, zur Etablierung von Beschwerdestrukturen oder zur gendersensiblen Personalentwicklung (siehe DV sex. Belästigung, Gleichstellungplan und Diversity Konzept) – kurze Handlungsleitfäden für Führungskräfte
  • Externe Positionierung: Sichtbarmachung des Engagements gegen Sexismus, insbesondere im Kontakt mit Bürger*innen, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Partnern (siehe Diversity Konzept und Antidiskriminierungsstrategie)
  • Vernetzung: Beteiligung an bundesweiten Austauschformaten und Zugang zu Praxishilfen, Materialien und Veranstaltungen im Rahmen des Bündnisses (Teil des Bündnisses I Bündnis gegen Cat-Calling I VA Charta der Vielfalt I VA checken)

Die jährlichen Schwerpunktsetzungen mit entsprechenden Maßnahmen sind in 2025: Sexismus in der Öffentlichkeit und in 2026: Sexismus in Kultur und Medien.

Erklärung des Bündnisses “Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“

Sexismus und sexuelle Belästigung begegnen vielen Menschen im Alltag in ganz unterschiedlicher Weise und überall – im öffentlichen Raum, in den Medien, auf der Theaterbühne, in der Werbung, am Arbeitsplatz, in Bus und Bahn oder in der Politik. Sexismus gerade gegenüber Frauen ist in unserer Gesellschaft viel weiter verbreitet, als wir es auf den ersten Blick sehen.

Sexismus zeigt sich beispielsweise in Form von Grenzverletzungen, Herabwürdigungen und Machtmissbrauch aufgrund des Geschlechts. Er gründet auf stereotypen Geschlechterrollen und verfestigt sie. Sexismus tritt in vielen, oft alltäglichen Varianten auf. Das Spektrum reicht von rückwärtsgewandten Rollenzuschreibungen und scheinbar spaßhaften Bemerkungen bis zu offener Herabsetzung. Er darf weder auf individueller Ebene stattfinden, zum Beispiel zwischen Kolleginnen und Kollegen, noch in den gesellschaftlichen Strukturen, in denen wir leben, verankert sein.

Sexismus hat Folgen: Er kann zu ungleicher Chancenverteilung und zu sexueller Belästigung bis hin zu Gewalt führen. Der Übergang von Sexismus zu sexueller Belästigung ist fließend – und ist damit auch ein Nährboden für Gewalt. Gemeinsam wollen wir Sexismus und sexuelle Belästigung erkennen, hinsehen und zeigen, wie wir hier wirksam entgegentreten können.

Wir wollen einen öffentlichen Raum, in dem sich alle sicher fühlen können – unabhängig vom Geschlecht und der Uhrzeit. Sexismus und sexuelle Belästigung können zu Krankheit, Fehlzeiten und schlechtem Klima am Arbeitsplatz führen. Das bewusste Eintreten des Arbeitgebers gegen Sexismus ist daher nicht nur eine Frage des Anstands, sondern auch der wirtschaftlichen Vernunft und geht uns alle an. Wir wollen, dass sich Frauen und Männer an ihren Arbeitsplätzen sicher fühlen und gleiche Chancen haben.

Dafür ist es wichtig, dass Führungskräfte in Unternehmen und Organisationen sich zu ihrer Verantwortung bekennen, ihre Mitarbeitenden vor Sexismus und sexueller Belästigung zu schützen – egal ob an der Kasse, im Büro oder in der Fabrik. Das sorgt nicht nur für ein gutes Miteinander, sondern stärkt Unternehmen und Organisationen insgesamt.

Unser Ziel ist eine gleiche Teilhabe aller Menschen in Kultur und Medien, frei von Sexismus, sexueller Belästigung und rückwärtsgewandten Rollenstereotypen – an den Arbeitsplätzen, aber auch in Texten, Filmen und auf der Bühne.

Die Bekämpfung von Sexismus und sexueller Belästigung in all ihren Erscheinungsformen umfasst auch sexistische Mehrfachdiskriminierungen bzw. intersektionale Diskriminierungen. Intersektionalität beschreibt die Verwobenheit verschiedener Diskriminierungen, wie z.B. aus Gründen des Geschlechts und der sexuellen Identität, der ethnischen Herkunft, der Hautfarbe, der Religion, der Weltanschauung, einer Behinderung oder des Alters.

Daran arbeiten wir gemeinsam:

Wir werben für eine Kultur und Organisationen, in denen Sexismus und sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Männer keinen Platz haben.

Wir sehen das Einschreiten gegen sexistisches Verhalten und sexuelle Belästigung als Selbstverständlichkeit und Führungsaufgabe. Wir wollen alle Verantwortlichen sensibilisieren und in Initiativen einbeziehen.

Wir wenden klare Leitlinien zum Umgang mit Sexismus und sexueller Belästigung an.

Wir informieren über das Verbot der Benachteiligung (wegen des Geschlechts) und sexueller Belästigung und richten Beschwerdestellen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ein.

Prävention und Sensibilisierung stehen an erster Stelle. Wir verbessern daher die Verbreitung von Informationen über Sexismus, sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt, individuelle Handlungsmöglichkeiten und Beratungsangebote.

Wir wollen die Zugänge für Frauen zur Kultur- und Medienbranche erleichtern und die Repräsentanz von Frauen auf Bildschirmen und Bühnen erhöhen. Wir setzen uns noch stärker dafür ein, die Zugangsmöglichkeiten für Frauen in Führungspositionen zu verbessern.

Wir motivieren alle, Verantwortung zu übernehmen und sich gegen Sexismus und sexualisierte Gewalt in Kultur und Medien, im öffentlichen Raum und am Arbeitsplatz einzusetzen und Betroffenen zu helfen.

Wir verstehen es als eine Aufgabe aller gesellschaftlichen Kräfte, Sexismus und sexualisierte Gewalt in all ihren Erscheinungsformen zu verhindern und zu beenden.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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