Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus (...) lassen sich nicht mit Schweigen überwinden!
Das Bewusstsein für Rassismus/Antisemitismus (...) ist zumindest in der Theorie weit verbreitet. Eine überwältigende Mehrheit erkennt an, dass beispielsweise Rassismus in Deutschland existiert und viele Menschen sind auch bereit, aktiv dagegen vorzugehen. Dies zeigt sich in aktuellen oder älteren Studien: Laut der Untersuchung "Rassistische Realitäten" (Öffnet in einem neuen Tab) aus dem Jahr 2022 bestätigen 90 Prozent der Befragten die Existenz von Rassismus und 22 Prozent haben ihn selbst schon einmal erfahren.
Besonders alarmierend ist, dass über 85 Prozent der Teilnehmenden am Afrozensus 2020 (Öffnet in einem neuen Tab) berichteten, in den letzten zwei Jahren Diskriminierung in Bereichen wie Öffentlichkeit, Medien, Dienstleistungen und Arbeitsleben erlebt zu haben. Die Zahl diskriminierender Vorfälle in Deutschland ist 2023 deutlich gestiegen: Die Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) dokumentierten 4.782 antisemitische Vorfälle (Öffnet in einem neuen Tab) – ein Anstieg um fast 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch antimuslimischer Rassismus nahm zu, wie das zweite zivilgesellschaftliche Lagebild von CLAIM zeigt, das 1.926 antimuslimische Vorfälle im Offline-Bereich erfasste – durchschnittlich mehr als fünf pro Tag. Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus (MIA) berichtete in ihrem Jahresbericht vom 17. Juni 2024 ebenfalls von einem deutlichen Anstieg mit 1.233 dokumentierten antiziganistischen Vorfällen (Öffnet in einem neuen Tab), fast doppelt so vielen wie im Vorjahr.
Gleichzeitig setzen sich viele Bereiche der Wuppertaler Stadtverwaltung, Kollektive, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Unternehmen und engagierte Einzelpersonen aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus ein, wie zahlreiche Projekte eindrucksvoll zeigen. Unser Ziel ist es, diese Erkenntnisse in das Verwaltungshandeln zu integrieren und städtische Dienstleistungen für alle Einwohner*innen zu verbessern.