"Rassismus" (in Abgrenzung zu Fremdenfeindlichkeit (Öffnet in einem neuen Tab)) umfasst im engeren Sinne Theorien, Ideologien oder Ideen, die Zusammenhänge zwischen den phänotypischen/genotypischen Merkmalen von Individuen oder Gruppen und ihren intellektuellen, kulturellen oder Persönlichkeitsmerkmalen herstellen. Er ist in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens präsent und stets in Macht- und Ausschließungsstrukturen eingebettet. „Rasse“ und "Ethnizität" sind dabei keine biologischen Tatsachen, sondern soziale Konstruktionen, die jedoch gesellschaftliche Wirkungen entfalten. Menschen gehören nur einer einzigen "Rasse" an: der menschlichen "Rasse". Nichtsdestotrotz zeigt sich Rassismus u.a. in abwertenden und diskriminierenden Haltungen gegenüber diversen Gruppen wie Schwarze Menschen/Afrodeutsche (Öffnet in einem neuen Tab), Sinti*zze und Rom*nja (Öffnet in einem neuen Tab), Geflüchtete (Öffnet in einem neuen Tab), asiatisch (Öffnet in einem neuen Tab), osteuropäisch (Öffnet in einem neuen Tab) sowie muslimisch (Öffnet in einem neuen Tab) wahrgenommene Menschen und anderen (People of Color, abgekürzt PoC (Öffnet in einem neuen Tab)). Besonders im Arbeitsleben und bei der Inanspruchnahme staatlicher Dienstleistungen wird dies deutlich.
Eine genaue Definition von Antisemitismus (Öffnet in einem neuen Tab) ist umstritten. Oft wird die Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) herangezogen, die von vielen Organisationen, Universitäten und Ländern genutzt wird. Laut IHRA (Öffnet in einem neuen Tab) haben bis Mai 2024 insgesamt 43 Staaten, darunter auch Deutschland (seit 2017), diese Definition angenommen. Antisemitismus ist die Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden und zeigt sich in verschiedenen Erscheinungsformen. Antisemitismus richtet sich nicht nur gegen Jüdinnen und Juden selbst, sondern auch gegen alles, was mit ihnen verbunden wird – seien es religiöse Symbole, Kultur, Institutionen. Antisemitismus unterscheidet sich (Öffnet in einem neuen Tab) in seiner Struktur vom Rassismus: Während von Rassismus Betroffene meist abgewertet und ausgeschlossen werden, werden Jüdinnen und Juden im Antisemitismus oft nicht nur abgewertet, sondern zugleich als überlegen dargestellt – etwa als Menschen mit besonderem Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Diese Vorstellung bietet Anknüpfungspunkte für Verschwörungserzählungen und dient als Modell für eine vermeintliche Welterklärung.