Wir als Stadtverwaltung Wuppertal – initiiert vom Gesundheitsamt und der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung, unterstützt von Oberbürgermeisterin Miriam Scherff – positionieren uns gegen Queerfeindlichkeit und Diskriminierung und setzen uns für eine Stadt ein, in der LSBTIAQ* Personen überall willkommen sind.
Die gesetzliche Gleichstellung ist auf einem guten Weg und bildet die Basis insbesondere für unser Verwaltungshandeln wie das 2024 eingeführte Selbstbestimmungsgesetz (SBGG).
Die Erweiterung des Artikel 3 des Grundgesetzes um geschlechtliche Identität und geschlechtliche Vielfalt wäre ein wichtiger nächster Meilenstein.
In Wuppertal stehen wir dafür, der Gefährdung marginalisierter Gruppen konsequent durch mehr Schutz zu begegnen. Das bedeutet die Absicherung von Projekten, Treffpunkten der queeren Community sowie Unterstützung durch die Zivilgesellschaft, durch Politik und Verwaltung.
Bei Diskriminierungserfahrungen gibt es die Möglichkeit die Vorfälle zu melden und sich Unterstützung zu holen.
Zum Hintergrund: Fehlende Chancengleichheit und Impulse für unser städtisches Handeln
Die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung 2024 veröffentlichte Studie „Queer durch NRW – Lebenslagen und Erfahrungen von LSBTIQ*“ gibt uns wichtige Hinweise und Impulse für die Erfordernisse in unserer Stadt. Diese erste umfassende Studie zu den Lebenslagen und Erfahrungen von LSBTIQ*-Personen in NRW hat die Aussagen von mehr als 5.000 queeren Menschen, Angehörigen sowie Fachkräften aus verschiedenen Professionen ausgewertet.
-55 Prozent berichten von fehlenden Zugangschancen und Chancengerechtigkeit vor allem im Bereich Familiengründung
-47 Prozent nehmen eine fehlende Berücksichtigung ihrer Lebenssituation in Ämtern und Behörden wahr
-LSBTIQ*-Personen mit Einwanderungsgeschichte oder mit besonderen gesundheitlichen Bedarfen sehen ihre Chancen, eine kompetente Gesundheitsversorgung zu erhalten, eine Wohnung zu mieten oder Vermögen aufzubauen, als deutlich geringer ein als der Durchschnitt aller befragten LSBTIQ*-Personen
-jede zweite befragte Person hat in den vergangenen fünf Jahren Diskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Identität erfahren. Drei Viertel der befragten Personen wurde aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität diskriminiert
-22 Prozent berichten von Diskriminierung aufgrund einer Behinderung und/oder chronischen Krankheit
-40,3 Prozent berichten von rassistischer Diskriminierung
-Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich im öffentlichen Raum Aus diesem Grund meiden mehr als drei Viertel aller befragten LSBTIQ* bestimmte Straßen, Plätze oder Parks
-81,4 Prozent befürchten, dass sich die Situation von LSBTIQ*-Personen in Nordrhein-Westfalen verschlechtert
Dies ist unser Auftrag als Stadt Wuppertal
Für das Gesundheitsamt und die Bergische Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit in Wuppertal ist dieser Tag besonders wichtig, weil Gesundheit untrennbar mit gesellschaftlicher Teilhabe, Sicherheit und Akzeptanz verbunden ist. Diskriminierung kann krank machen – deshalb setzt sich das Gesundheitsamt für Aufklärung, Schutz, sexuelle Rechte und einen diskriminierungsfreien Zugang zu Beratung und Gesundheitsversorgung für alle Menschen ein.
Die Umsetzung der Antidiskriminierungsstrategie in Federführung der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung bietet vielfache Anknüpfungspunkte und Stellschrauben um die Lebenssituation queerer Menschen zu verbessern: sei es beim Service und bei Angeboten zur Unterstützung in bei Dienstleistungen der Stadtverwaltung oder in Bezug auf das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum, sowie dabei, queeres Leben sichtbar zu machen.
Ein wesentlicher Aspekt ist die Positionierung als Arbeitgeber*in. Das Diversity Konzeptes für die Stadtverwaltung ist ein Beitrag, queeren Mitarbeiter*innen eine diskriminierungsfreie Beschäftigung zu ermöglichen. Die Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung und ihre städtischen Partner*innen unterstützen hierzu auch die 2025 gegründete Beschäftigtengruppe "Queer in der Verwaltung".
Alle Beschäftigten sind aufgerufen Haltung zu zeigen und sich gegen Queerfeindlichkeit zu stellen.