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Energieberichterstattung

Energiebeschaffung

Das GMW beschafft Energie und Trinkwasser für alle ca. 1.300 Gebäude, die sich im eigenen Sondervermögen befinden oder angemietet sind. Als Dienstleistung wird für eine Reihe weiterer Liegenschaften die Energiebeschaffung übernommen, z.B. dem Zoo und den Sportanlagen, die unmittelbar der Verwaltung des Stadtbetriebs Sport- und Bäder unterliegen. Ab 2007 wurde der Stromeinkauf auch auf die städtischen Bühnen und die Straßenbeleuchtung einschl. der Verkehrssignalanlagen ausgeweitet. Eigenständig in der Beschaffung sind die Eigenbetriebe "Alten- und Pflegeheime", "Kinder und Jugendheime" sowie die die Stadthallen GmbH.

Im Weiteren wird die Energieberichterstattung auf die sich im Sondervermögen des GMW befindlichen Liegenschaften beschränkt.

Aufteilung der in 2016 beschafften Endenergien nach Verbrauchsanteilen

Energieträgermix

Die Beschaffung der Endenergie für die Liegenschaften des GMW teilt sich auf folgende Endenergien auf:


Aufteilung der in 2016 beschafften Endenergien nach Kostenanteilen

Knapp 4/5 des Verbrauches wird für die Heizenergie aufgewendet. Im Vergleich dazu offenbart die Aufteilung nach Kosten, dass nahezu die Hälfte der Kosten auf den Strom entfallen und somit die Kosten für das Heizen nur gut die Hälfte ausmachen.

Hier verdeutlichen sich die hohen spezifischen Kosten für die edle elektrische Energie.


Verbrauchs- und Kostenentwicklung

Die Entwicklung der Energieverbräuche als auch der Energiekosten seit dem Jahr 2000 für den Verantwortungsbereich des GMW stellt sich wie folgt dar. Die Auswirkungen steigender Energiepreise auf die Kostenentwicklung können nur durch Minderung der Energieverbräuche ausgeglichen werden.

Entwicklung der Energieverbräuche für Gebäude im Sondervermögen des GMW (witterungsbereinigt)

Diese Abbildung zeigt, dass der witterungsbereinigte Verbrauch über alle Energiearten seit 2000 um knapp ca. 58 Mio. kWh/a, das entspricht 33 %, gesenkt werden konnte.

Die Kostenentwicklung für den reinen Energiebezug weist allerdings trotz der deutlichen Energieeinsparung aufgrund der Energiepreisentwicklung bis zum Jahr 2013 eine stark steigende Tendenz dar. Der Preissturz insbesondere nach 2013 im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise führt zu einer vorübergehenden Kostenerholung. In der aktuellen Preisentwicklung hat diese Entwicklung aber wieder beendet.

Energiekostenentwicklung für Gebäude im Sondervermögen des GMW

Gegenüber dem Jahr 2000 belaufen sich die jährlichen Mehrausgaben preisbedingt für Energie und Trinkwasser bis zum Jahr 2013 auf 6,4 Mio. €, das entspricht einer Steigerung um 65 % der ursprünglichen Kosten. Durch den aktuellen Energiepreisverfall und auch verbesserte Einkaufsbedingungen konnten die Kosten in 2014 wieder um 3,76 Mio. € gesenkt und in 2015 konstant gehalten und 2016 geringfügig gesenkt werden.


Entwicklung CO2-Emissionen GMW witterungsbereinigt

CO2-Minderung

Im Zuge der der Energieeinsparung konnten auch die CO2-Emissionen der städtischen Gebäude kontinuierlich gesenkt werden. Die Emissionen verringerten sich von ca. 59.000 t um ca. 20.000 t auf ca. 39.000 t (= 34%).


Die Entwicklung der Heizenergiepreise seit 1999

Energiepreisentwicklung

Seit Gründung des GMW haben sich die Energiepreise vervielfacht. Nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Energiepreise unterschiedlicher Medien für die Wärmebereitstellung seit dem Jahr 1999 für ein fiktives großen Verwaltungsgebäude oder eine weiterführende Schule. Hierbei lagen durchschnittlichen jährlichen Energiepreissteigerungsraten zwischen 4,8% (Fernwärme) und 8% (Heizöl). Allerdings sind seit 2014 wieder massive Preiseinbrüche insbesondere beim Heizöl zu verzeichnen. Gas und in abgeschwächter Form Fernwärme werden dem zeitverzögert folgen.

Durch die Liberalisierung der Strommärkte gab es im Jahr 2000 einen deutlichen Preiseinbruch, der sich aber sofort wieder kontinuierlich gesteigert hat. Ein nicht unwesentlicher Faktor sind Einführung und Steigerung von ergänzenden Abgaben und Energiesteuern, insb. der sogenannten EEG-Abgabe, die auch zu dem nochmaligen Preissprung in 2013 geführt hat. Aktuell sinkt zwar der eigentliche Strompreis, die Netznutzungskosten steigen allerdings wegen der Kosten des Netzausbaus.


Die Entwicklung des Strompreises an einem fiktiven Versorgungsbeispiel für ein Verwaltungsgebäude oder eine weiterführende Schule

Beim Strom zeigt sich soweit auch eine kontinuierliche Preissteigerung, aber deutlich weniger dynamisch als bei den Heizenergien.


Entwicklung von Fernwärmeverbrauch und Fernwärmekosten für die Liegenschaften des GMW in den Jahren 2000-2016 (witterungsbereinigt)
Entwicklung von Erdgasverbrauch und Erdgaskosten für die Liegenschaften des GMW in den Jahren 2000 – 2016 (witterungsbereinigt)
Entwicklung von Stromverbrauch und Stromkosten für die Liegenschaften des GMW in den Jahren 2000 – 2016
Entwicklung nicht leitungsgebundener Energien für die Liegenschaften des GMW in den Jahren 2000 - 2016 (witterungsbereinigt)

Die Entwicklung von Verbräuchen und Kosten für die einzelnen Medien

Im Einzelnen stellt sich die Situation wie folgt dar:

Die Fernwärmeabnahme ist von ca. 54 GWh in 2000 auf nun etwa 30,5 GWh im Jahr 2016 gesunken. Die Zunahme von 2008 auf 2009 ist u.a. bedingt durch die Wiederinbetriebnahme der Oper, die Umstellung der Beheizung des Schulzentrums Süd von Nachstrom auf Fernwärme und ist durch das Wiederanfahren der Schwimmoper in 2010 noch ein wenig verstärkt worden.

Die Fernwärmekosten sind wesentlich in zwei Sprüngen von 2000 auf 2001 und von 2008 auf 2009 preisbedingt um insgesamt ca. 1,3 Mio. € pro Jahr gestiegen. Ab dem Jahr 2013 hat sich der Preisrückgang im Energiebereich zeitverzögert auch bei der Fernwärme ausgewirkt.

Auch der Gasverbrauch konnte in diesem Zeitraum kontinuierlich um ca. 22 GWh/a von 80 auf ca. 58 GWh (= 28 %) gesenkt werden. Für Gas konnten die zwischenzeitlich erheblich gestiegenen Kosten wieder nahe an das Ausgangniveau von dem Jahr 2000 herangeführt werden.

Beim Strom konnten gegenüber dem Jahr 2000 4 GWh gespart werden (= 13 %). Die relativ geringe Stromeinsparung ist ein allgemeiner Trend, da der Einsatz effizienterer Technik wesentlich dadurch kompensiert wird, dass immer mehr Technik eingesetzt und mit elektrischer Energie betrieben wird. Dies bedingt auch den geringen Anstieg in den Jahren 2015 und 2016. Demgegenüber sind die Strombeschaffungskosten seit dem Jahr 2000 um 1,3 Mio. € (= 39%) gestiegen.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Einsparerfolge einen wesentlichen Erfolg gebracht haben. Wenn die vergangenen 17 Jahre zusammenfassend betrachtet werden, sind zwar insgesamt über diesen Zeitraum Mehrausgaben für Energie von ca. 41 Mio. € entstanden. Ohne die Einsparerfolge wären die Mehrkosten jedoch mit ca. 93 Mio. € mehr als doppelt so hoch ausgefallen. 52 Mio. € konnten somit durch Energieeinsparungen in den vergangen 17 Jahren vermieden werden.

Kumulierte Entwicklung der zusätzlichen Energie- und Wasserkosten für die Liegenschaften des GMW

Da sich die Energiepreisentwicklung in der weiteren Zukunft aufgrund der sich verknappenden fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas langfristig weiter verschärfen wird, bedarf es kontinuierlich weiterer Anstrengungen um Energieeffizienz in unseren Gebäuden sowohl bei Sanierung und Neubau aber auch im täglichen Betrieb.

Der Europäische Gesetzgeber gibt uns vor, dass ab dem Jahr 2019 neue Gebäude als sogenannte Niedrigstenergiegebäude errichtet werden müssen. Das GMW sieht sich schon heute dem noch besseren Passivhausstandard verpflichtet, der mit Blick auf die Lebenszykluskosten eines Gebäudes vielfach preiswerter ist, als Gebäude die nach dem Standard der gültigen Energieeinsparverordnung errichtet werden. Daher ist sicherzustellen, so auch die gesetzliche Vorgabe, dass über die Lebenszeit eines Gebäudes die Gesamtkosten von Errichtung und Betrieb minimiert werden müssen. Somit betrachtet das GMW nicht allein die Gestehungskosten, sondern auch die Betriebskosten über die Nutzungszeit der Gebäude.

Auch ist die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand durch den Gesetzgeber festgeschrieben worden, die u.a. bedeutet, dass es zur Pflichtaufgabe geworden ist, energieeffizienter zu bauen, als es die aktuellen allgemeinen gesetzlichen Mindeststandards vorschreiben. In der Richtlinie wirtschaftliches Bauen des GMW ist dies schon umgesetzt. In Zeiten der Haushaltssicherungskonzepte mag gesetzliche verpflichtende Vorbildfunktion für die öffentliche Hand helfen, dass die Energieeffizienz nicht hinter andere Pflichtaufgaben zurückfällt. Dennoch bleibt zu wünschen, dass die weiteren staatlichen Instanzen die Kommunen, die immerhin 60% des öffentlichen Gebäudebestandes zu betreiben haben, aber nur 16% des gesamtstaatlichen Steueraufkommens erhalten, hierbei nicht alleine lassen.

Aktualisiert am 02.02.2018

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