Der Klimawandel ist in vollem Gange. Fast jedes Jahr bringt neue Temperaturrekorde. Die Klimamodelle sind leider sehr eindeutig: Sollte der Ausstoß von schädlichen Treibhausgasen weitergehen wie bisher, kommt es in Zukunft zu noch mehr belastenden Hitzetagen und auch die Hitzewellen werden häufiger, länger und intensiver.
Heiße Tage, Hitzeperioden, Hitzeinseleffekte und mangelnde Nachtabkühlung werden in Zukunft immer häufiger die Gesundheit und die Lebens- und Aufenthaltsqualität in dicht bebauten und besiedelten städtischen Zentren und Quartieren beeinträchtigen. Betroffen sind hiervon nicht nur eine älter werdende Bevölkerung, chronisch Kranke und Kinder, sondern auch die arbeitende Bevölkerung und die Einwohner*innen von Stadtteilen mit geringer Umweltqualität.
Die seit Februar 2019 vorliegende Betroffenheitsanalyse zum Themenfeld “Hitze in der Stadt“ gibt Auskunft über die räumliche Verteilung der Hitzebelastungen in Wuppertal (aktuell und Zukunftsszenario 2050) sowie die Hitzebetroffenheit (insbesondere für ältere Menschen und Kinder).
Betroffenheitsanalyse "Hitze in der Stadt"
Die Hitzebelastungskarte zeigt als Ergebnis dieser Modellberechnungen die im IST-Zustand durch Hitze belasteten oder stark belasteten Areale im Stadtgebiet sowie ein Zukunftsszenario der Hitzebelastungen für den Zeitraum 2050 bis 2060. Das Szenario beschreibt die räumliche Ausbreitung und zunehmende Intensität der Hitze-Hot-Spots in Wuppertal, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht weiter reduziert werden.
Hitzebelastungskarte
Im digitalen Zwilling finden Sie eine Karte zur Hitzebelastung in Wuppertal.
Das Gutachten stellt für eine quartiersbezogene Weiterentwicklung von erforderlichen Strategien und Maßnahmen die stadtweite Zusammenarbeit in den Vordergrund. Hierbei sind effektive Maßnahmen zur Hitze- und Gesundheitsvorsorge Teil einer vorausschauenden Klimaanpassung. Dies erfordert eine fachgebietsübergreifende Zusammenarbeit der relevanten Akteure unter Einbindung der möglichen Betroffenen von Beginn an. Hierbei kann gegebenenfalls auch auf bestehende Netzwerke im Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich und in den Quartieren zurückgegriffen werden.
Als Ergebnis des Gutachtens weist die Handlungskarte Klimaanpassung alle Flächen aus, die momentan oder auf das Zukunftsszenario 2050 bezogen ein Konfliktpotenzial bezüglich Hitze aufweisen. Die Handlungskarte wird ergänzt um einen Maßnahmenkatalog in Form von Steckbriefen. Diese werden jeweils der Stadt-, Quartiers- oder Gebäudeebene zugeordnet. Ergänzend hierzu werden auch Anpassungsmaßnahmen auf der Verhaltensebene genannt.