Unsere beiden Tiger-Jungtiere entwickeln sich weiterhin prächtig. "Altana" wiegt inzwischen 12,3 kg, ihre Schwester "Neko" bringt 13,4 kg auf die Waage. Die beiden werden noch gesäugt, fressen aber auch schon Fleisch.
Kürzlich stand etwas ganz Besonderes auf dem Speiseplan: eine ganze Ziege. Für die beiden war diese Ganzkörperfütterung eine spannende Erfahrung und sorgte zugleich für lange Beschäftigung. Das Fressen eines kompletten Tieres mit Haut und Fell erfordert Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer. Spielerisch lernten Altana und Neko, die Beute zu zerlegen und miteinander zu teilen.
Die junge Afrikanische Zwergziege stammte aus unserem Streichelzoo und wurde kurz zuvor von unseren Zootierärztinnen tierschutzgerecht getötet. In einem unserer letzten Beiträge berichteten wir bereits über die Vorteile, Tiere aus dem eigenen Bestand zu verfüttern – am Beispiel eines verletzten Waldrentiers.
Doch nicht nur schwer verletzte Zootiere, denen nicht mehr geholfen werden kann, dienen als Futtertiere, sondern manchmal auch Tiere, die ihre Gruppe verlassen müssen und nicht an andere wissenschaftlich geführte Zoos vermittelt werden können.
Dazu gehören beispielsweise die Afrikanischen Zwergziegen in unserem Junior Zoo. Dort ermöglichen wir allen Ziegen, sich regelmäßig fortzupflanzen. Für die Elterntiere ist die Fortpflanzung und das Aufziehen der Jungtiere ein bedeutender Bestandteil ihres Lebens und wertvolle Beschäftigung.
Allerdings lässt sich nicht für alle Nachzuchten ein Platz in einem anderen Zoo finden. An erster Stelle steht immer die Vermittlung der Tiere, steht allerdings kein geeigneter Platz zur Verfügung, werden einzelne Jungtiere verfüttert.
So können wir unseren fleischfressenden Tieren ein qualitativ hochwertiges Futter bieten und gleichzeitig weniger Fleisch aus konventioneller Tierhaltung beziehen, in der die Tiere meist kein so gutes Leben führen wie unsere Zootiere. Dies ist auch eine bewusste Entscheidung für das Tierwohl – sowohl unserer Raubtiere als auch der Futtertiere.
Auch wir Menschen nehmen in Kauf, dass für unsere Fleischmahlzeit Tiere getötet werden müssen. Wer das nicht möchte, kann Vegetarier werden. Raubtiere wie unsere Tiger haben diese Option nicht.