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Gleichstellung und Antidiskriminierung Jubiläum

40 Jahre Gleichstellungsstelle

1985 hat der Rat der Stadt Wuppertal beschlossen, eine Gleichstellungsstelle einzurichten. Damit gab er den Startschuss zu vielen Ideen, Initiativen, Projekten und Konzepten, um eine Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

Wuppertal war eine der ersten Städte in NRW, die sich entschieden hat, den Forderungen der Frauenbewegung nach mehr Einfluss auf kommunale Entscheidungsstrukturen nachzugeben. Nicht nur für die Gleichstellung der Beschäftigten, sondern auch für bessere Angebote für Bürger*innen. 

Danke an alle Wegbegleiter*innen, die uns bei dieser Arbeit begleitet haben, stark an unserer Seite stehen und diesen Meilenstein mit uns gefeiert haben! 


Bilder der Jubiläumsparty mit unseren Partner*innen, Unterstützer*innen und Wegbegleiter*innen



Interview mit Roswitha Bocklage, Leiterin der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung

40 Jahre Gleichstellungsarbeit! In dieser Zeit wurde viel erreicht, einiges hat sich geändert, manche Themen sind aktuell geblieben – darüber sprechen wir mit Roswitha Bocklage. 

  1. Liebe Roswitha Bocklage, 40 Jahre Gleichstellungstelle der Stadt Wuppertal – worauf sind Sie besonders stolz?
    Als wir angefangen haben, waren im Stadtrat nur 11 der 77 Stadtverordneten Frauen – heute sind es 27 von 80. Im aktuellen Verwaltungsvorstand sind vier der sieben Stellen von Frauen besetzt – das hat sich doch echt gut entwickelt! Stolz bin ich außerdem auf unser Diversity-Konzept und darauf, dass wir in Wuppertal eine Antidiskriminierungsstrategie haben.
  2. Welche Aufgaben/Herausforderungen möchte die Stabsstelle als nächstes angehen?
    Wir möchten weiter an unserer Unternehmenskultur arbeiten – wir brauchen Fachkräfte und die wollen und sollten wir in Wuppertal finden. Wir müssen uns als Verwaltung verändern, um ein guter Ort für viele Communitys zu werden. Das Diversity-Konzept hilft uns dabei. Außerdem wollen wir im Rahmen der Umsetzung der Istanbul-Konvention die Hilfestrukturen für gewaltbetroffene Frauen verbessern und noch stärker intersektional arbeiten, das heißt noch stärker die unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen der Menschen berücksichtigen.

  3. Zur Feier des Jubiläums hat die Stabsstelle viele Partner*innen, Wegbegleiter*innen, Unterstützer*innen eingeladen – welchen Wert hat Ihr Netzwerk für Ihre Arbeit?
    Es ist existenziell für uns! Gleichstellungs- und Antidiskriminierungsarbeit passiert nicht dadurch, dass wir allein daran arbeiten – das ist eine Leistung von vielen. Wir brauchen andere, die sich mit uns auf den Weg machen, die Stadt für ihre Menschen zu verändern. Diese Menschen möchten wir auch mit unserer Arbeit sichtbar machen.

  4. Im nationalen Vergleich: Wie gut ist die Gleichstellung in Wuppertal aufgestellt?
    Wir sind gut aufgestellt – weil wir viele Themen zusammendenken. Weil wir das Thema Antidiskriminierung so offensiv angehen und schon jetzt gut vernetzt sind. Wir haben in unserer Verwaltung Strukturen entwickelt, um an einer veränderten Unternehmenskultur zu arbeiten. Und wir nutzen unsere Netzwerke für die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, um im Rahmen der europäischen Gleichstellungscharta immer wieder zu prüfen: welche Maßnahmen sind sinnvoll und nötig, um Diskriminierungen zu reduzieren.

  5. Warum ist es so bedeutsam, dass in Wuppertal Gleichstellung und Antidiskriminierung eng verzahnt sind? 
    Es geht nicht nur um die Geschlechterperspektive, es geht um mehr: Hat die Person Kinder? Ist sie alt oder jung? Religiös? Queer? Mit internationaler Familiengeschichte? Es geht immer um strukturelle Fragen, die für Individuen relevant sind. Die persönlichen Lebensumstände entscheiden über Chancen oder negative Erfahrungen. Wir wissen: Wenn es Diskriminierungserfahrungen gibt, deutet das auf strukturelle Defizite hin. Unser Job ist es, diese strukturellen Defizite zu sehen, anzusprechen und Lösungen zu finden. Daher ist es nur folgerichtig, Gleichstellung und Antidiskriminierung zusammenzudenken.

 

https://www.youtube.com/watch?v=pVZ2InMcP8M

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stefanie vom Stein
  • Stefanie vom Stein

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