Der Bodenschutzpreis NRW 2025 wurde am 3. Dezember 2025 in Hattingen verliehen und von Herrn Lars Behrendt-Green und Herrn Hubert Leonard Nobis entgegen genommen. Der Preis zeichnet innovative Projekte zur Flächenentwicklung und -sanierung aus, um Flächenverbrauch zu reduzieren und nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern. Ausgezeichnet wurden unter anderem ein Projekt in Duisburg (Rheinpark) als Leuchtturmprojekt, die Sanierung und Revitalisierung eines ehemaligen Industriestandortes in Wuppertal sowie eine Neuentwicklung in Iserlohn. Der Preis wurde vom Umweltministerium NRW und dem AAV (Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung) vergeben.
Bei der Auswahl der Bewerbungen lag der Fokus auf einer Förderung von Flächenrecycling (Altlasten sanieren, Brachflächen reaktivieren) und dem Ziel einer Vermeidung von zusätzlicher Bodenversiegelung, Schaffung neuer Lebensräume und der Stärkung nachhaltiger Stadtentwicklung.
Historie
Im Kaltenbachtal sind gewerbliche Nutzungen bereits seit fast 1000 Jahren bekannt. Schon um 1050 wurde hier Eisen verhüttet und um 1600 die Kaltenbacher Mühle errichtet, von der heute nur noch Relikte übrig sind. Im Jahre 1914 wurde die Bahnstrecke der heutigen Museumsbahn fertig gestellt. Heute sind weite Teile des Kaltenbachtales Landschaftsschutzgebiet. Auf dem Standort Unterkohlfurth begann die gewerbliche Nutzung um 1923 mit einer maschinellen Stahlbearbeitung. Später wurde das Gelände bis zum Jahr 2008 als Galvanik-Standort genutzt.
Umfangreiche Untersuchungen ergaben, dass auf dem Standort an der Unterkohlfurth starke Verschmutzungen des Bodens entstanden waren, deren Ursache in der gewerblichen Nutzung begründet ist. Die Belastungen mit Chrom(VI), Nickel, leichtflüchtigen Halogen-Kohlenwasserstoffen (LHKW) und perfluorierten Tensiden (PFT) haben gleichzeitig auch eine Grundwasserbelastung verursacht. Aufgrund der Belastungen war eine Sanierung durch Bodenaushub erforderlich.
Der Bodenaustausch erfolgte 2010 auf einer Fläche von ca. 1.400 m². Bei einer Aushubtiefe bis ca. 7,0 m wurden insgesamt ca. 7.700 m³ (ca. 14.000 Tonnen) Boden ausgebaggert, verladen und fachgerecht entsorgt. Anschließend wurde die Baugrube mit sauberem Boden verfüllt, der teilweise von dem Gelände selbst stammt. Die im Grenzbereich zu einem Landschaftsschutzgebiet liegende Fläche wurde deshalb im Anschluss an die Sanierung der Natur überlassen und wird heute teilweise von einem therapeutisch arbeitenden Alpaka-Hof genutzt.
Um Schäden an der Natur auf ein Minimum zu begrenzen, haben während der Sanierung in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Mittlere Wupper Maßnahmen zum Schutz seltener Amphibien- und Reptilienarten sowie der Vogelwelt stattgefunden. Dabei wurde u. a. die Sanierungsfläche mit einem Schutzzaun umgeben, damit keine Amphibien und Reptilien in die Fläche einwandern und die Arbeiten ohne gravierende Schäden an der Fauna erfolgen können. Die Schutzmaßnahmen wurden unter fachlicher Begleitung während der gesamten Sanierungsdauer fortgesetzt.