Das Land will den Kreisen und Kommunen so die Möglichkeiten geben, auf Basis der Messergebnisse die Erdwärmenutzung und die kommunale Wärmeplanung voranzubringen. Informationen zu den bereits durchgeführten seismischen Messkampagnen, unter anderem im Münsterland oder in Ostwestfalen-Lippe, finden Sie im Geothermie Portal NRW (Öffnet in einem neuen Tab) und auf der Projektwebsite (Öffnet in einem neuen Tab).
Für diesen Herbst plant der Geologische Dienst NRW seismische Messungen entlang des sogenannten „Westfälischen Hellwegs“. Die Messstrecke verläuft auch durch Wuppertal. Die Messungen haben bereits begonnen. Sogenannte „Vibro-Trucks“ bringen über Rüttelplatten Energie in den Untergrund. Die Ausbreitung und Reflektion der seismischen Wellen wird mit Geophonen aufgezeichnet und anschließend mit spezieller Software ausgewertet. Über die unterschiedlichen Laufzeiten der Wellen können Rückschlüsse zum geologischen Aufbau des tieferen Untergrundes gewonnen werden. Die aufgezeichneten Rohdaten werden anschließend einem Data-Processing unterzogen. Auf dieser Grundlage erstellt der Geologische Dienst ein Modell zum Untergrundaufbau. Das Modell vom tiefen Untergrund soll voraussichtlich Mitte 2026 vorgestellt werden. Hieraus können dann auch für den Wuppertaler Raum detailliertere Rückschlüsse auf die geothermische Nutzbarkeit des Untergrundes abgeleitet werden. Besonders im Blick steht eine Nutzung von hydrothermalen Tiefenwässern des Massenkalk im Bereich von Herzkamp. Dort wird das Auftreten des Massenkalks in einer Tiefe von ca. 2 bis 3 km vermutet. Etwaige Tiefenwässer im Kalkstein könnten somit eine geschätzte Temperatur von bis zu 90°C erreichen. Für eine nähere Einschätzung zur Machbarkeit von Tiefengeothermie in Wuppertal ist zunächst die Erstellung des Untergrundmodells erforderlich.