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Wuppertal / Kultur & Bildung

postpoetry.NRW

Wuppertal, 02. März 2016
„Es ist still. Wir sind auf Sendung“ (Adrian Kasnitz)
In einer konzentrierten Atmosphäre „sendeten“ Adrian Kasnitz, Lyriker aus Köln, und Jing Wu, Nachwuchsautorin aus Dortmund/München, am 2. März 2016 in der Stadtbibliothek Wuppertal ihre Poesiebotschaften.

Lyrische Verfahren und Texte markierten die Weite gegenwärtigen Lyrikschaffens. Wie das anschließende Gespräch zeigte, hatten sie ihre „Adressaten“, circa 80 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Langerfeld und der Else-Lasker-Schüler-Gesamtschule erreicht und für sich eingenommen.

von links: Jürgen Nendza und Adrian Kasnitz

Adrian Kasnitz las noch druckfrische Texte seines „Kalendariums # 2“. Sie gehören zu einem großen Gesamtprojekt von zwölf Veröffentlichungen. Monatsweise sind die Tagesgedichte zusammengebunden. Der Februar mit 29, d.h. einem Schaltjahr entsprechenden Tagen, bot durchaus nicht nur jahreszeitliche Bezüge wie Schnee, gefrorenes Gras und Karneval. Im Kern offenbarte sich ein fast schwebendes Tasten nach Gedanken, Wörtern, Silben, Vokalen, eine ständige Veränderung und Auflösung, ein Changieren zwischen Innen- und Außenwelt.

von links: Adrian Kasnitz und Jing Wu

Deutlich handfester dagegen waren die Themen der jungen, gebürtig aus China stammenden Jing Wu. Ihre Gedichte suchten nach Standpunkten, nach Wahrheiten, nach Grenzen, aber auch nach ihrer Überschreitung. Sie begann mit einem Poetry- Slam-Text, in dem sie ihre Lebensgeschichte und ihren Weg zum Schreiben gekonnt thematisierte. Die Erfahrung, aus einem anderen kulturellen Kontext nach Deutschland zu kommen und sich schreibend seinen Weg zu suchen, sprach das junge Auditorium an. Eine ganze Reihe der Anwesenden dürfte ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Selbst die Leiterin der Stadtbibliothek, Frau Scharmann, überzeugte Jing Wu mit ihrem Text, da er auch die besondere Bedeutung von Bibliotheken thematisierte.

Jürgen Nendza, Lyriker aus Aachen, stellte die beiden Autoren vor, zog sie und das Publikum in ein anregendes Gespräch. So war es am Ende der Veranstaltung durchaus nicht mehr still. Die „sendenden“ Lyriker hatten die Gäste zu empfänglichen Hörern gemacht, vielleicht auch zu Lesern, die nun häufiger zu einem Gedicht greifen oder gar selbst eines verfassen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Antje ZeisLoi
  • Stadt Wuppertal
  • Stadt Wuppertal

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