Die Werke von Rainer Greer bewegen sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Orient und Okzident. Geprägt von seinem Aufwachsen in Syrien und seinem heutigen Leben in Deutschland verbindet der Künstler Einflüsse aus Architektur, Geschichte und kulturellem Erbe beider Regionen.
Seit den 1980er-Jahren lässt sich Greer von den alten Städten Syriens inspirieren – von Damaskus, Aleppo, Homs und Hama. In seinen Aquarellen und Gemälden entwickelte er daraus eine eigene Bildsprache aus ornamentalen Formen und architektonischen Motiven. In neueren Arbeiten verschmelzen diese Eindrücke mit Motiven aus Wuppertal, seiner zweiten Heimat. Die Schwebebahn wird dabei zum verbindenden Symbol zwischen Zeiten und Orten. Auch historische Bezüge finden Eingang in seine Werke, wie etwa die Fahrt von Kaiser Wilhelms II. mit der Schwebebahn und seine Reise nach Damaskus. Ebenso finden sich kulturelle Einflüsse wie der Tanz von Pina Bausch.
Zugleich entwickelt Greer aus der Architektur von Alt-Damaskus sozusagen ein persönliches Alphabet: Fassaden, Fenster, Mashrabiyas – eine Art Holz-Erker -, Treppen und von Jasmin und Wein überwachsene Höfe werden zu wiederkehrenden Zeichen seiner Bildsprache. Historische Motive verbindet er mit neuen Perspektiven, indem er etwa die Holzstrukturen alter Häuser mit dem Metallgerüst der Wuppertaler Schwebebahn verschränkt. So entsteht ein künstlerischer Dialog zwischen Ost und West, Tradition und Moderne. Greers Arbeiten laden dazu ein, Verbindungen aufzuspüren und die eigene Perspektive auf Heimat, Geschichte und kulturelle Identität zu hinterfragen und zu erweitern.
Schweben zwischen zwei Heimaten
Kunstausstellung mit Bildern von Rainer Greer
21. Juli bis 17. September 2026
BibGalerie, Zentralbibliothek, Kolpingstraße 8
Vernissage: 21. Juli, 17 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Die Ausstellung ist während der regulären Öffnungszeiten der Zentralbibliothek zu sehen.
Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9 bis 19 Uhr und Samstag von 9 bis 13 Uhr.