Die Einweihung der Synagoge am 8. Dezember 2002 bildete den Höhepunkt des Staatsbesuchs. Es war das erste Mal seit Kriegsende, dass der oberste Vertreter Israels an der Eröffnung einer Synagoge in Deutschland teilnahm. Die eine Torarolle stammt ursprünglich aus Wuppertal, wurde im Krieg nach England gebracht und von dort nach Düsseldorf. Die andere Torarolle stammt aus Wuppertals israelischer Partnerstadt Beer Sheva.
Die Lesung aus der - handgeschriebenen - Tora, den fünf Büchern Mose und die Gebete stehen im Zentrum des jüdischen Gottesdienstes. Weitere wichtige Elemente sind die Prophetenabschnitte und die Erklärung der Schrift.
Der Neubau der Bergischen Synagoge steht auf historischen Grund: In der benachbarten Gemarker Kiche wurde im Mai 1934 die “Barmer theologische Erklärung” verabschiedet, ein Versuch protestantischer Geistlicher, sich dem Zugriff der Nationalsozialisten zu erwehren. Die Geschichte der Bergischen Synagoge ist also eine Geschichte von Juden und Christen – ein so noch nie da gewesenes Ereignis. Die enge Nachbarschaft von Synagoge und Kirche, von jüdischer und christlicher Gemeinschaft, symbolisiert nicht nur die gemeinsamen Wurzeln, sondern auch Vertrauen und eine Partnerschaft in gegenseitigem Respekt, die auch die Unterschiede anerkennt und die Eigenständigkeit beider bewahren wird.
Denn mein Haus soll ein Bethaus genannt werden für alle Völker
Jesaja 56,7
Diese klassische Einladungsformel schmückte in hebräischer Schrift das Portal der am 10. November 1938 von Nationalsozialisten und ihren Helfern zerstörten Barmer Synagoge in der Straße Zur Scheuren 18. Nicht weit von dort entfernt wird nun, fast 64 Jahre nach diesem Verbrechen, ein neues Haus des Gebets und der Versammlung für die Jüdische Gemeinschaft in Wuppertal und den bergischen Nachbarstädten eingeweiht.