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Wuppertal / Pressemeldung – 24.03.2009

Eine Nummer für alle Anliegen: 115 startet auch in Wuppertal

Eine Nummer für alle Anliegen: Seit März ist die einheitliche Behördenrufnummer 115 freigeschaltet. Wuppertal nimmt als Modellregion an dem zweijährigen Pilotprojekt teil.

Die Stadt Wuppertal gehört zum exklusiven Kreis der als erste an diesem Projekt beteiligten Modellregionen. Seit 24. März haben rund zehn Millionen Bürgerinnen und Bürger mit der 115 einen direkten und leicht zu merkenden Draht in die Verwaltung.

Bundesweit arbeiten geschätzte 20.000 Behörden auf drei Verwaltungsebenen (Kommune / Kreis, Land, Bund) mit ebenso zahlreichen Rufnummern. Die Suche nach der richtigen Ämter- und der passenden Durchwahl soll mit dem „Projekt D 115“ mehr und mehr der Vergangenheit angehören. Welche Verwaltungsebene, welche Behörde oder Dienststelle für das jeweilige Anliegen zuständig ist, spielt dann keine Rolle mehr.

Ziel ist ein einfacherer Zugang zur Verwaltung, der Abbau bürokratischer Hürden und mehr Bürgernähe. So reicht zukünftig in Wuppertal ein Anruf unter der 115, um bei Bedarf zu erfahren, wann die Kfz-Meldestelle in Berlin-Friedrichshain geöffnet hat. Voraussetzung ist natürlich, die gewünschte Stadt oder Region nimmt bereits am Verbund teil. Da die kommunale Ebene als wichtigste Säule des Projekts betrachtet wird, sollen zu Beginn Auskünfte zu 100 kommunalen und den jeweils wichtigsten 25 Landes- und Bundesleistungen gegeben werden.

Die 115 setzt dabei auf bestehenden Strukturen auf: Es wird kein zentrales Servicecenter errichtet. Vielmehr werden bereits laufende telefonische Servicecenter von Bund, Ländern und Kommunen weiterentwickelt und miteinander vernetzt. Die einfache Nummer soll wie ein Wegweiser durch die Verwaltungen fungieren. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Integration von Bundes- und Landesverwaltung. Erstmals werden somit in Deutschland unter der Sammelnummer 115 gleich drei Verwaltungsebenen miteinander vernetzt.

Profitieren sollen davon Bürger, Verwaltung und Politik. Die leicht zu repetierende Nummer schafft Bürgernähe und wird gleichzeitig nach Auswertung der Anrufe sukzessive aufzeigen können, wo den Bürger besonders oft der Schuh drückt. Während der zweijährigen „Probezeit“ sollen weitere Kommunen und Regionen zum Verbund dazu stoßen und das Angebot der Dienstleistungen erweitert werden.

Anrufe bei der 115 werden nicht kostenlos sein. Die Deutsche Telekom hat den Tarif auf sieben Cent je Minute festgelegt. Da möglichst viele Fragen gleich mit dem ersten Anruf geklärt werden sollen, erspart so jedoch ein einziger Anruf möglicherweise einen oder mehrere Besuche beim Amt selbst. Die einheitliche Rufnummer ersetzt jedoch auch mehrmalige Telefonate auf der Suche nach der zuständigen Stelle für das persönliche Anliegen.

Im Wuppertaler ServiceCenter, seit Februar 2008 erfolgreich in Betrieb, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestens auf die neue Herausforderung vorbereitet. Wie gut, zeigt sich bereits an zwei Punkten: So können – anders als in manch anderer Kommune – alle Agentinnen und Agenten 115-Anrufe entgegennehmen und beantworten. Weiterhin stellt Wuppertal nicht nur die geforderten 100 kommunalen Anliegen in den D 115-Verbund ein, sondern die komplette Bandbreite (zirka 1800).

Die Behördennummer ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Drei Viertel aller Anrufe sollen innerhalb der ersten 30 Sekunden vom ServiceCenter angenommen werden. Geplant ist, über die Hälfte aller Anrufe sofort zu beantworten. Ist dies nicht möglich, erhält der Anrufer innerhalb eines Tages eine Rückmeldung – je nach Wunsch per Mail, Fax oder kostenfreien Rückruf.
Zur offiziellen Freigabe sagte OB Jung: „Dies ist eine Sache, hinter der wir mit Herzblut stehen. Bis 13 Uhr sind schon 90 Anrufe eingegangen. Einige legten zwar gleich wieder auf. Aber die wollten anscheinend nur mal testen, ob unter dieser Nummer wirklich einer ans Telefon geht.“

Ein Anruf aus dem Festnetz der Deutschen Telekom kostet sieben Cent pro Minute. Mobilfunktarife sind mit 17 bis 39 Cent pro Minute entsprechend höher. Da es keine gesetzliche Regelung für einen Telefontarif gibt, erfolgt die Tarifgestaltung einzig im Wettbewerb der Festnetz- und Mobilfunkanbieter.

Wichtig: Die Ebenen übergreifende 115 ersetzt nicht die mittlerweile gut eingeführte 563 – 0 als schnellen Zugang zur Stadtverwaltung! Beide Angebote fungieren parallel neben- und miteinander.

Noch in diesem Jahr werden sich wohl auch Remscheid und Solingen dem Wuppertaler ServiceCenter anschließen. In Remscheid hat dies der Rat schon für das dritte Quartal 2009 beschlossen. In Solingen steht dies noch an, gleichwohl wurde ein Einstieg für das Ende des Jahres signalisiert. Beide Städte lösen dann ihre bisherigen Telefonzentralen auf und delegieren ihre Mitarbeiter nach Wuppertal. Sie beteiligen sich je nach Nutzungsgrad auch an den anfallenden Kosten, dies wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit für alle drei Städte aus. Alle Mitarbeiter, egal aus welcher Stadt, werden alle Anrufe entgegennehmen und beantworten.

D 115 ServiceCenter

Zentral gesteuert wird „Projekt D 115“ vom Bundesinnenministerium (BMI) und dem Land Hessen. Dort betont man auch den Pilotcharakter des Projektes: Möglicherweise könnten nicht alle Fragestellungen und technischen Herausforderungen bereits in der Anfangsphase umgehend gelöst werden. Eines der Ziele sei es, in den nächsten zwei Jahren die Möglichkeiten des neuen Services zu erproben und Hürden zu erkennen.

Neben Wuppertal gehören in NRW auch Aachen, Arnsberg, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Frechen, Hürth, Köln, Leverkusen, Mülheim, die Kreise Lippe und Rhein-Erft, der Landschaftsverband Rheinland sowie die Bundesländer Berlin, Hamburg und Hessen zu den ersten Teilnehmern.

Auch wenn sich die neue Zahlenreihe optisch in die Notrufnummern 110 und 112 einreiht: Die 115 ist keine Notrufnummer und die bereits mehrfach kolportierte Bezeichnung „Behördennotruf“ somit irreführend und falsch!

D 115 Banner

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
  • Stadt Wuppertal

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