Der Wahl-Wuppertaler Michael Zeller wurde 1944 in Breslau geboren. Er studierte Literatur, Philosophie und Klassische Archäologie in Marburg und Bonn und promovierte mit einer Arbeit über Thomas Mann. Von 1974 bis 1982 arbeitete Zeller als Literaturkritiker für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und war Dozent für Literatur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. 1981 folgte die Habilitation über zeitgenössische deutsche Lyrik. Seither arbeitet er als freier Schriftsteller, seit 1998 lebt er in Wuppertal. Zeller hat etwa 20 literarische Bücher veröffentlicht.
Nach 33 Jahren ehrte die Stadt Wuppertal mit dem Von der Heydt-Preis wieder einen Schriftsteller. Michael Zeller erhielt ihn für sein umfangreiches literarisches Werk, das er in 25 Jahren geschaffen hat. „Das Werk von Michael Zeller zeichnet sich aus durch Formenvielfalt und eine Breite in der Thematik, wie sie selten in der zeitgenössischen deutschen Literatur vorkommt.“, heißt es in seiner Verleihungsurkunde. „Die Geschichte ist Inspirationsquelle seiner Arbeit. Die Sprache seiner Romane, Erzählungen und der Lyrik ist präzise und von klarer Musikalität. Mit ungewöhnlicher Beobachtungsgabe beschreibt er Menschen, Städte, Natur und schafft Bilder von großer atmosphärischer Dichte.“ Der Von der Heydt-Preis ist mit 12.500 Euro dotiert.
Der Förderpreis geht in diesem Jahr an Barbara Buntrock. Die Wuppertalerin, Jahrgang 1982, erhielt ihren ersten Violinunterricht im Alter von fünf Jahren. Fünf Mal war sie erste Preisträgerin des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“. 2001 tauschte sie als Jungstudentin an der Musikhochschule Wuppertal die Violine gegen die Viola. Im Wintersemester 2002/03 wechselte sie an die Musikhochschule Lübeck. Von 2005 bis 2006 wurde sie mit Hilfe des Gerd-Bucerius-Stipendiums der Deutschen Stiftung Musikleben an der Juillard School New York ausgebildet. Als Solistin trat sie unter anderem mit dem Sinfonieorchester Wuppertal und den Bergischen Symphonikern auf. Von 1998 bis 2000 war Barbara Buntrock Mitglied im Bundesjugendorchester, zuletzt als stellvertretende Konzertmeisterin. Sie gewann namhafte Musikpreise, zuletzt in diesem Jahr in Arizona, USA, einen Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von J.S. Bach, und ist Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Derzeit spielt sie eine Viola aus der Zeit um 1650.
In ihrer Urkunde heißt es: „Mit dem Förderpreis wird eine auffallende, stetige musikalische Entwicklung und Reifung einer jungen Künstlerpersönlichkeit gewürdigt: In vielen Konzerten – solistisch und als Kammermusikerin – überzeugen ihre hohe Musikalität und ihr ausdrucksstarkes, klangsinnliches Spiel.“ Der Förderpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Der Kulturpreis der Stadt Wuppertal wird in diesem Jahr zum ersten Mal unter dem Namen Von der Heydt-Preis verliehen. Seit 1950 wurden 98 Persönlichkeiten und Ensembles mit dem Kulturpreis der Stadt Wuppertal ausgezeichnet, darunter Heinrich Böll, Alice Schwarzer, Pina Bausch,Tony Cragg und Tom Tykwer. Im Kuratorium sitzen acht fachkundige Bürger, die vom Kulturausschuss gewählt werden, und fünf Mitglieder, die von den Ratsfraktionen nominiert werden. Mit dem Preis werden alle zwei Jahre Künstler ausgezeichnet, die durch ihr Leben und Wirken mit dem Bergischen Land verbunden sind.