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Wuppertal / Pressemeldung – 25.10.2010

Anerkennung nach dem Tode: Israel ehrt Wuppertaler Ehepaar

Hohe Ehre für das Ehepaar Lusebrink: Yad Vashem in Jerusalem ehrte die Wuppertaler posthum als „Gerechte unter den Völkern“.

„Wer immer ein Menschenleben rettet, hat damit gleichsam eine ganze Welt gerettet.“ Diese Inschrift umrahmt die Ehrenurkunde und prägt die Medaille, mit der der Staat Israel Männer und Frauen als „Gerechte unter den Völkern“ auszeichnet. Die Ausgezeichneten haben sich unter eigener Gefährdung uneigennützig und unter heute nicht mehr vorstellbaren Schwierigkeiten Jüdinnen und Juden vor der Verfolgung und Vernichtung durch die Nationalsozialisten gerettet.

Hanna Jordan

Nach Willi Ahrem, Armin T. Wegner und Emilie Busch haben nun zwei weitere Wuppertaler diese höchste Auszeichnung des Staates Israel für Nichtjuden erhalten. Die Erinnerungs- und Forschungsstätte Yad Vashem in Jerusalem sprach die Ehrung posthum für Ernst und Elfriede Lusebrink aus. Unterstützt durch das Ehepaar Eugen und Agnes Richter boten sie im September 1944 der Familie Jordan ein schützendes Asyl. Die Familie war von Verhaftung und Deportation bedroht: Die Jüdin Henriette Jordan, ihr christlicher Ehemann Franz und ihre getaufte Tochter Hanna sollten, bis dahin als „privilegierte Mischehe“ geschützt, in die Verfolgungs- und Vernichtungsmaßnahmen der Nationalsozialisten einbezogen werden.

Die Familie Jordan kannte die Familien Richter und Lusebrink von gemeinsamen Aktivitäten in der sozialen Arbeit der Quäker und bat sie um Hilfe. Henriette Jordan, als Jüdin besonders gefährdet, floh zu einer Quäkerfamilie nach Bergisch Gladbach und überlebte dort. Franz Jordan und Tochter Hanna fanden nach einem kurzen Asyl bei einer Duisburger Apothekerin Zuflucht in der Wohnung des Ehepaares Lusebrink. Das Haus lag in der Innenstadt und war dadurch als Versteck in ständiger Gefahr, entdeckt zu werden. So konnten die Verfolgten dort nicht die ganze Zeit bis zur Befreiung versteckt und versorgt werden. Vater Jordan setzte sich nach Süddeutschland ab, seine Tochter Hanna kam bei einer Studienfreundin in Düsseldorf unter und überlebte dort. Wie in vielen Fällen waren auch hier persönliche Bekanntschaft, das menschliche Engagement der Retter und die Beteiligung vieler nötig, um die Verfolgten zu retten.

Die Projektgruppe „Rettung verfolgter Juden und Jüdinnen 1933-1945“ der Regionalgruppe Mittelrhein des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal bewirkten mit ihren Recherchen diese Ehrung. Die Rettungen, ihre Bedingungen und Motive der Retter auszuleuchten, nach Zeugnissen zu suchen und in bewiesenen Fällen die Ehrung zu beantragen, ist das Ziel dieser Projektarbeit und eines besonderen Projektes der Begegnungsstätte für den Raum Wuppertal.

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Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal

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