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Wuppertal / Pressemeldung – 19.11.2010

Wuppertal gewinnt bei bundesweitem Klimaschutzwettbewerb

Die Stadt Wuppertal gehört zu den Gewinnern des Bundeswettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz 2010“, den das Bundesumweltministerium in Kooperation mit der „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz“ ausgeschrieben hat.

Wuppertal erhielt die Auszeichnung für die Aktion „Urlaub für das eigene Auto“, bei der die Teilnehmer einen Monat auf das eigene Auto verzichteten und stattdessen klimafreundlichere Wege der Fortbewegung ausprobierten. Über die dabei gemachten Erfahrungen wurde in verschiedenen Medien kontinuierlich berichtet und zum Nachmachen angeregt.

 

Bau- und Umweltdezernent Frank Meyer und Susanne Varnhorst vom Ressort Umweltschutz nahmen am Donnerstag, 18. November, den Preis von der Parlamentarische Staatssekretärin Katherina Reiche in Bonn entgegen. Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Beigeordneter Meyer dazu: „An Ideen und Kreativität mangelt es in unserer Stadt zwar nicht, jedoch fehlen immer öfter die finanziellen Mittel, um sie in die Tat umzusetzen. Die mit dem Preisgeld verbundene Chance wollen wir nutzen. Wir werden z.B. zu einer ‚CO2-Diät’ aufrufen, Pedelecs für den Dienstgebrauch anschaffen und ein ‚Klimasparbuch’ mit Gutscheinen für nachhaltigen, klimaschonenden Konsum realisieren.“

 

Staatssekretärin Reiche gratulierte der Stadt Wuppertal und den weiteren Preisträgern: „Heute wird deutlich: Klimaschutz hat in den Kommunen einen großen Stellenwert eingenommen. Trotz knapper Kassen engagieren Sie sich sehr erfolgreich und spornen damit andere an. Sie haben erkannt, welche ökonomischen Chancen sich aus Investitionen in den Klimaschutz ergeben. Sie leisten einen starken Beitrag dazu, dass Deutschland bis 2050 den Ausstoß an Treibhausgasen um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 reduziert.“

Leben ohne Auto als Experiment

Urlaub ist eine gute Gelegenheit, sich auf Neues einzulassen, entsprechende Erfahrungen zu sammeln und Abstand von eingefahrenen Verhaltensmustern zu bekommen: Bei der Aktion „Urlaub für das eigene Auto“ haben sich acht Wuppertaler Familien auf das Experiment eingelassen, ihr Auto „in den Urlaub zu schicken“ und ihren Alltag einen Monat lang, vom 24. August bis zum 22. September 2009, über neue Pfade zu meistern. Tägliche Wege und Erledigungen wurden zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Bus und der (Schwebe-)Bahn zurückgelegt. Lediglich im „Notfall“ konnte das Car-Sharing-Angebot der Wuppertaler Stadtwerke zu vergünstigten Konditionen genutzt werden.

 

Im Tausch gegen die Autoschlüssel gab es Monatstickets für die gesamte Familie sowie ein kostenloses Beratungsangebot zum Thema klimafreundliche Mobilität von vier verschiedenen Wuppertaler Institutionen: dem Ressort Umweltschutz der Stadt Wuppertal, der Verbraucherzentrale, den Stadtwerken und der Energieagentur. Außerdem wurden alle Beteiligten in den Wuppertaler Zoo und zum Besuch der Schwebebahnwerkstatt eingeladen. Für die Stadt entstanden durch die Aktion keine Kosten, da die Tickets von den Stadtwerken bereitgestellt wurden.

Preisverleihung beim Wettbewerb "Kommunaler Klimaschutz 2010" am 18.11.2010 in Bonn : v.l.n.r. Cornelia Ršsler, Deutsches Institut fŸr Urbanistik ; Thomas Ebersberger, Zweiter BŸrgermeister der Stadt Bayreuth ; Janet Schšnknecht, Klimaregiobeauftragte des Landkreises Bayreuth ; BŸrgermeister Matthias Baa§, Stadt Viernheim ; Frank Meyer, Bau- und Umweltdezernent Stadt Wuppertal ; Jens Lattmann, Deutscher StŠdtetag ; Katherina Reiche , Parlamentarische Staatssekretaerin BMU Copyright: Servicestelle Kommunaler Klimaschutz. Abdruck fŸr redaktionelle Zwecke honorarfrei, werbliche Nutzung ist nicht gestattet.

Viele Nachahmer

Die Aktion verfolgte gleich mehrere Ziele. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten angestoßen werden, ihr eigenes Mobilitätsverhalten zu überdenken. Die bei der Aktion gemachten Erfahrungen sollten dann über die Familien hinaus dazu führen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, über das eigene Mobilitätsverhalten nachzudenken. Zusätzlich sollte eine Diskussion über mögliche Defizite im Angebot für Fußgänger und Radfahrer oder im öffentlichen Personennahverkehr angeregt werden.

 

Die Auswahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgte per Aufruf über verschiedene Medien. Bei der Auswahl achtete die Stadt darauf, dass die teilnehmenden Haushalte unterschiedlich strukturiert waren, um möglichst viele Lebenssituationen einbeziehen zu können. Die breite Öffentlichkeit erreichte die Stadt durch eine gezielte Einbindung regionaler Medien wie die Fernsehsendung WDR Lokalzeit, die Westdeutsche Zeitung, die Wuppertaler Rundschau und Radio Wuppertal, die kontinuierlich über die Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten. Sogar in den ARD-Tagesthemen und im europaweiten Programm der Deutschen Welle wurde die Aktion vorgestellt. In Form von Interviews oder filmischer Begleitung durch den Alltag wurden die Erfahrungen und Einschätzungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Reportagen und Berichten sehr lebensnah dokumentiert.

 

Zahlreiche Rückmeldungen von Zuschauern und Lesern bei der Stadt über eigene Verhaltensänderungen haben gezeigt, dass die Botschaft gut angekommen ist. Die Idee zur Aktion entstand im Zusammenhang mit den Planungen für die „Europäische Woche der Mobilität“, an der die Stadt Wuppertal 2009 erstmals teilgenommen hat. Beim Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2010“, den das Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gemeinsam mit der beim Deutschen Institut für Urbanistik angesiedelten „Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz" durchgeführt hat, wurden insgesamt 172 Beiträge in drei unterschiedlichen Kategorien eingereicht.

 

Die Stadt Wuppertal hat sich mit der Aktion „Urlaub für das eigene Auto“ in der Kategorie „Erfolgreich umgesetzte, innovative Aktionen zur Beteiligung und Motivation der Bevölkerung bei der Realisierung von Klimaschutzmaßnahmen“ beworben. In dieser Kategorie gab es 45 Bewerber, aus denen drei Gewinner ausgewählt wurden, die jeweils ein Preisgeld von 20.000 Euro erhalten.

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Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal

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