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Wuppertal / Pressemeldung – 22.10.2010

Kita "An der Blutfinke" nutzt Wärme aus der Erde

In diesem Haus kommt das warme Wasser zwar auch nicht einfach aus der Wand, die wohlige Wärme für den bevorstehenden Winter aber dafür aus fast 100 Meter Tiefe: Die Kindertagesstätte An der Blutfinke in Ronsdorf ist das erste städtische Gebäude mit Erdwärmeheizung. Oberbürgermeister Peter Jung hat es am Donnerstag, 21. Oktober, offiziell eingeweiht.

Die Energie-Werte des Neubaus sind ökonomisch und ökologisch vorzeigbar: 60 Prozent Energieeinsparung gegenüber dem alten Haus und pro Jahr 20 Tonnen Kohlendioxyd weniger.

 

Der Altbau, 1975 als „Kindergarten Luhnsfelder Höhe“ für 600.000 D-Mark errichtet, wurde im Sommer 2008 abgebrochen. Eine Sanierung wäre nicht wirtschaftlich gewesen: Hohe Energieverluste standen zu Buche, die Energieeffizienzrichtlinie wurde bei weitem nicht eingehalten.

 

An gleicher Stelle errichtete das städtische Gebäudemanagement (GMW) nun diesen Neubau, zu Baukosten von zirka 1,7 Millionen Euro. Im Sommer dieses Jahres hatten ihn seine kleinen Bewohner und ihre Betreuerinnen übernommen.

Unter Wasser gesetzt

Doch der Weg dahin verlief nicht problemfrei. Zu Jahresmitte 2009 verzögerte ein mehr als ärgerliches Ereignis den Bau ganz erheblich: Unbekannte verursachten mutwillig einen größeren Wasserschaden im Rohbau. Große Teile des Innenausbaus mussten rückgebaut werden. Während der Bauphase wurde außerdem noch einmal umgeplant, um die Räume an die Betreuung von U-3-Kindern anzupassen. Nach vollständiger Trocknung und dem Wiederaufbau stand das Gebäude dann im Juli 2010.

Bund und Land NRW förderten den U-3-gerechten Umbau mit einer Zugabe von 324.000 Euro.

 

63 Kinder werden von Leiterin Nicole Drüdeke und ihrem Team betreut, neun Kinder sind jünger als drei Jahre. Perspektivisch sollen es 18 U-3-Plätze werden. Die Eltern haben die Möglichkeit, zwischen Betreuungszeiten von 35 und 45 Wochenstunden zu wählen.

 

Im Vordergrund steht pädagogisch die individuelle, ganzheitliche Förderung in allen Bildungsbereichen. Schwerpunkte sind Bewegung, Sprachförderung sowie soziales, emotionales Lernen.

Ein individuelles Eingewöhnungskonzept erleichtert Kindern und Eltern den Übergang von der Familie in den Kindergarten. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit.

Erdwärmeheizung

Beim Neubau der Kindertagesstätte An der Blutfinke 4 in Ronsdorf sorgt das GMW mit modernsten Dämmmaterialien und - erstmalig - mit einer Erdwärmepumpe in Verbindung mit einer Fußbodenheizung für niedrige Energiekosten. Der Einsatz erneuerbarer Energie schont auch die Umwelt.

 

Wie in der vom GMW entwickelten Energieeffizienzrichtlinie vorgesehen, werden auf diese Weise die gesetzlichen Standards sogar weit unterschritten:

 Der gesetzliche Standard für das Gebäude erlaubt einen Jahres-Primärenergiebedarf von 141,7 kWh/m²a (Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr). Der Bedarf in der innovativen Ronsdorfer Kindertageseinrichtung liegt bei 99,4 kWh/m²a.

 

Damit unterschreitet das Gebäude die zum Zeitpunkt des Baus 2009 aktuellen gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) bezogen auf den Jahresprimärenergiebedarf um 30 Prozent. Erreicht wird dies beispielsweise durch einen besonders hohen baulichen Standard der Gebäudehülle und die verwendeten modernen Dämmmaterialien.

 

Als Heizsystem kommt eine Fußbodenheizung und, in Verbindung mit der Nutzung von Erdwärme, eine Wärmepumpe zum Einsatz.

Dies ist das erste Gebäude in Wuppertal, bei dem das GMW eine Wärmepumpe einsetzt. Der Standort bietet sich aufgrund der günstigen geologischen Gegebenheiten und des geringen Heizwärmebedarfs des Gebäudes dafür an.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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