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Wuppertal / Pressemeldung – 14.09.2011

Teilzeit-Ausbildung, aber vollwertiger Abschluss

„Bis halb vier gehe ich arbeiten, dann bin ich Mama!“ Das sagt die 24jährige Vanessa Schulz, die in Wuppertal eine Ausbildung zur Kauffrau für Versicherung und Finanzen macht, und zwar in Teilzeit.
Oberbürgermeister Peter Jung hatte im vergangenen Jahr zu Ausbildungsbeginn die Patenschaft für Vanessa Schulz übernommen und erkundigte sich heute nach dem Ausbildungsverlauf. „Alles bestens“ bestätigten Arbeitgeber Mike Klamke und Vanessa Schulz.

Die 24jährige ist Mutter einer vierjährigen Tochter und entschied sich, als sie einen Kindergartenplatz für ihr Kind bekam, eine Ausbildung zu beginnen. Aufgrund der Doppelrolle als Mutter und Auszubildende kam nur eine Teilzeit-Ausbildung in Frage. Hilfestellung erhielt sie beim Zentrum für Integration und Bildung, dem ZIB. Simone Spielker, dortige Leiterin des FIT-Projektes (Familien in Teilzeit) begleitete sie zu Bewerbungsgesprächen und vermittelte Kontakte. „Denn viele Arbeitgeber kennen diese Ausbildungsmöglichkeit gar nicht“, erklärt sie.

Das Wichtigste in Kürze: Die Teilzeit-Ausbildung dauert wie die reguläre Ausbildung drei Jahre, allerdings ist die praktische Zeit auf 30 Stunden, statt 38,5 Stunden verkürzt. Die Stunden in der Berufsschule sind gleich und auch der Abschluss und der Berufsausbildungsvertrag sind genauso vollwertig wie bei einer Vollzeit-Ausbildung. „Wie die Arbeitszeit im Betrieb aufgeteilt wird, entscheiden Arbeitgeber und Auszubildende. Da gibt es keine Vorschriften“, sagt Simone Spielker.

Rund 15 Teilnehmer können jedes Jahr das FIT-Projekt durchlaufen. Sie bekommen einen viermonatigen Ausbildungsvorbereitungs-Kurs, an den sich eine achtmonatige Begleitphase anschließt.
Nicht nur an junge Mütter, sondern auch an Pflegeangehörige oder Spitzensportler richtet sich dieses Angebot. Die Teilnehmer sind erfahrungsgemäß hochmotiviert und schließen mit guten Noten ab.

„Wir haben hier die Chance, ein Potenzial an Arbeitskräften zu erreichen und zu Fachkräften auszubilden, das sonst keine Möglichkeit hätte, eine qualifizierte Ausbildung zu machen“, ist Oberbürgermeister Jung von der Idee des Projektes überzeugt.
Vanessa Schulz jedenfalls weiß, wofür sie ihre Ausbildung macht, nämlich für sich und ihre Tochter. Im Sommer 2013 will sie den Abschluss in der Tasche haben und hat beste Chancen nach der Ausbildung übernommen zu werden.

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