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Wuppertal / Pressemeldung – 23.04.2018

Gewerbegebiet Nächstebreck geht in die Planung

Stimmt der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen am 26. April zu, geht das Gewerbegebiet Nächstebreck/Bramdelle an den Start.

Die Verwaltung stellt dem Ausschuss dazu den entsprechenden Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss und damit den formellen Beginn des Verfahrens zur Einrichtung eines Gewerbegebietes in Nächstebreck vor. „Damit ist ein ganz wichtiger Meilenstein erreicht betont Oberbürgermeister Andreas Mucke.“

Entwicklung kontrovers diskutiert

In der Vergangenheit war die Entwicklung des Bereiches kontrovers diskutiert worden. Auf der einen Seite waren die Befürworter, die sich für eine Erhaltung der Flächen als Freiraum und Naherholungsgebiet einsetzen, auf der anderen Seite diejenigen, die das Grundstück für Gewerbeansiedlungen zur Verfügung stellen wollen.

„Da ich diese scheinbar verhärteten Fronten aufbrechen wollte, habe ich mich mit dem Vorsitzenden des Bürgervereins Nächstebreck, Hermann Josef Richter, zusammengesetzt. Denn im Jahre 2016 hat sich eine große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern gegen die beabsichtigte Siedlungsflächenentwicklung gewandt und bereits Unterschriften für die Einleitung eines Bürgerbegehrens gesammelt. Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir einen Kompromiss finden können, der möglichst breit getragen wird und die ver-schiedenen Belange zusammenführt. Nach nicht immer einfachen Verhandlungen ist dies dann glücklicherweise gelungen“ so Oberbürgermeister Mucke.

Kompromiss gefunden

Der gewerbliche Flächenanteil soll 62.000 Quadratmeter umfassen und damit Unternehmen die Möglichkeit bieten, sich hier anzusiedeln. Dies entspricht rund 50 Prozent der Gesamtfläche. Der Rest bleibt als Freiraum erhalten und steht den Wuppertalern damit weiter als Grün- und Erholungsfläche zur Verfügung.

„Ich bedanke mich beim Bürgerverein mit Herrn Richter an der Spitze für die jetzt gefundene Lösung, die einen guten Kompromiss darstellt und beiden wichtigen Interessenlagen Rechnung trägt. Einerseits dem Wunsch der Menschen nach Grün- und Freiraum in einem hervorragenden intakten Umfeld. Andererseits besteht die Notwendigkeit, zusätzliche Gewerbeflächen auszuweisen, um die Ansiedlung von Unternehmen zu ermöglichen“, betont Oberbürgermeister Mucke.

Planverfahren beginnt

Wenn der Stadtentwicklungsausschuss die entsprechenden Beschlüsse fasst, beginnt das offizielle Planverfahren. Im Rahmen dessen werden alle wichtigen Aspekte – wie z.B. verkehrliche Fragen, Erschließung, Entwässerung, Artenschutz, Klimaschutz, Lärm – intensiv geprüft und dann abgewogen. Im Übrigen bestehen selbstverständlich aus zahlreiche Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger, über die die Stadtverwaltung rechtzeitig informieren wird.

Oberbürgermeister Mucke: „Wir werden der besonderen Bedeutung der Fläche im weiteren Planverfahren Rechnung tragen. Deshalb haben wir wichtige Eckpunkte bereits schriftlich mit dem Bürgerverein festgelegt: Die Höhe der Gebäude zukünftiger Gewerbeansiedlungen muss sicherstellen, dass der freie Blick von der Nordbahntrasse in die Landschaft gewährleistet bleibt. Die Gebäude sollen auch eine Dachbegrünung erhalten. Im Übrigen werden auch 10 Prozent des gewerblichen Flächenanteils mit einem Begrünungsgebot belegt. Es handelt sich hier um einen hochwertigen Landschaftsraum, mit dem wir sorgsam umgehen müssen. Deshalb legen wir großen Wert auf den Erhalt vorhandener Grünstrukturen, Wegebeziehungen und Blickbeziehung“, bekräftigt Oberbürgermeister Mucke.

Die Einleitung dieses Planverfahrens für die Entwicklung der Fläche ist Teil des erarbeiteten Gewerbeflächenkonzeptes der Stadt Wuppertal, das sich ebenfalls im Beratungsverfahren befindet.

Flächenangebot machen

„Wir brauchen zusätzliche Gewerbeflächen, um unseren Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig zu erhalten. Denn wir wollen, dass sich Firmen von außerhalb in Wuppertal ansiedeln und hier Arbeitsplätze schaffen. Darüber hinaus müssen wir Wuppertaler Unternehmen, die sich verlagern oder erweitern wollen, Flächenangebote machen. Dabei wollen wir weiterhin unseren Bedarf schwerpunktmäßig durch die Reaktivierung von Brachen decken. Ganz ohne Inanspruchnahme von Freiflächen werden wir aber in Zukunft nicht auskommen können. Das Gewerbeflächenkonzept dient für unsere Planungen in den kommenden Jahren als Vorgabe. Es weist maßvolle wenige neue Gewerbegebiete aus. Es enthält zum ersten Mal auch auf meine Initiative hin verbindliche Qualitätskriterien für zukünftige Ansiedlungen. Dazu gehören unter anderem die Zahl der Arbeitsplätze pro Hektar Gewerbefläche, differenziert nach einzelnen Branchen sowie die Höhe der Gewerbesteuern. Diese Vorgaben werden wir auch bei der Entwicklung des Gewerbegebietes Nächstebreck anwenden. Hier wollen wir Unternehmen ansiedeln, die auch ins Umfeld passen, ausreichend Arbeitsplätze bereitstellen und in Wuppertal Gewerbesteuer zahlen.“

Nach dem vorliegenden Zeitplan ist mit dem Satzungsbeschluss des Bebauungsplans im ersten Quartal des Jahres 2020 zu rechnen.

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