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Wuppertal / Pressemeldung – 11.04.2019

Hundert Jahre Moderne

Mit der Sammlungspräsentation "Hundert Jahre Moderne" verabschiedet sich Dr. Gerhard Finckh aus Wuppertal: In seiner letzten Ausstellung präsentiert der scheidende Museumsdirektor noch einmal Schätze aus dem Bestand des Hauses.

Von 1919 bis 2019 reicht die Palette der Werke, die ab 14. April in den Hallen des Von der Heydt-Museums zu sehen sind. Beginnend mit der Avantgarde der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts über das Dritte Reich mit den Themen Emigration und verfemte Künstler über das Ende des Zweiten Weltkrieges mit einem zerstörten Museum und dem Verlust vieler Kunstwerke und dem Neubeginn nach 1945, dem Wirtschaftswunder und seinen Auswirkungen auf die Kunst bis hin zu zeitgenössischen Darstellungen reicht die breite Palette der Schau.

Von Beckmann bis Bacon

Nicht streng, aber doch annähernd chronologisch präsentiert die Ausstellung Highlights der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, beginnend mit Otto Dix und Max Beckmann, über die Surrealisten und die Kunst des Informel bis hin zu Zero, der Konkreten Kunst, zur neuen Figuration der 80er und 90er Jahre, zu Tendenzen der Farbmalerei und zu den neuesten Erwerbungen des Museums. Insgesamt sind 130 Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen zu sehen - darunter Werke von Picasso, Giacometti, Richter, Klee, Arp oder Bacon.

Gerhard Richter, Scheich mit Frau

Ausflug in die Geschichte

So ist die Ausstellung auch ein Ausflug in die Geschichte des Von der Heydt-Museums, das nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg vor einem Neuanfang stand: Nicht nur das Gebäude war getroffen, auch die Sammlung hatte schwer gelitten. Mehr als tausend der Gemälde waren geraubt, abhanden gekommen und verschollen, mehr als 500 vernichtet. Es galt, die Sammlung wieder aufzubauen. Dabei sammelte das Museum in beide Richtungen: zum einen rückwärtsgewandt, um die Lücken wieder zu schließen, zum anderen nach vorne, in die Zukunft, um den aktuellen Strömungen der modernen Kunst Raum zu geben.

Aus diesem Schatz ist nun bis zum 22. September die exemplarische Auswahl der vergangenen hundert Jahre zu sehen - eine Zeitreise durch die Welt der Kunst von 1919 bis heute.

Druckgrafik eines ausgezogenen Elberfelders

Eine zweite Ausstellung des Museums zeigt das druckgrafische Werk eines gebürtigen Elberfelders, der in den Niederlanden zu einem erfolgreichen Künstler avancierte. Die Präsentation "Peter Schenck - der berühmteste Elberfelder, der jemals in Vergessenheit geriet" versammelt 75 Werke des Druckgrafikers, Verlegers und Hofgraveurs mit 41 Kunstwerken seiner Zeitgenossen.

Menschen, Tiere, Sensationen

Der etwa 1660 geborene Schenck ging nach Amsterdam, wo er die Mezzotinto-Technik lernte - eine damals beliebte druckgrafische Methode, die das Malerische in den Vordergrund stellt. Er machte den Farbstich salonfähig und nutzte diese neue Drucktechnik für viele seiner Arbeiten. Das neue Verfahren ermöglichte es, die Farbe direkt von der Platte zu drucken, ein nachträgliches Kolorieren war nicht mehr nötig. Besonders bekannt war er zu seiner Zeit für seine Portraits, Landkarten und Stadtansichten.

Das Von der Heydt-Museum besitzt eine ansehnliche Zahl druckgraphischer Werke von Schenck, die nun erstmalig in einer Einzelausstellung gezeigt werden. Schencks Oeuvre erstreckt sich von landschaftlichen Darstellungen über Tier- und Kostümmotive und mythologische Szenen bis hin zu Genre- und Sittenbildern. Auch berühmte Persönlichkeiten wie den Philosophen Descartes oder König Karl II. von Spanien prägen Schencks Kunst. Die Ausstellung ist bis zum 25. August zu sehen.

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Bildnachweise

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