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Wuppertal / Pressemeldung – 18.08.2020

Entlastungssammler Wupper wird verlängert

Der Entlastungssammler Wupper sorgt dafür, dass nur sauberes Regenwasser in die Wupper gelangt. Jetzt wird der Sammler weiter ausgebaut. Damit wird die Wasserqualität der Wupper weiter verbessert.

 Der Entlastungssammler Wupper ist das zentrale und wichtigste Bauwerk zur Regenwasserbehandlung der Stadtentwässerung und damit zur Reinhaltung der Wupper.

 Wenn es regnet, nimmt das über die Straßen abfließende Regenwasser diverse Schadstoffe wie Schwermetalle, organische Verbindungen (PAKs) und Mikroplastik auf, transportiert diese über die Gullys in die Kanalisation und schließlich in die Wupper. Diese Schadstoffe gehören nicht in die Wupper, sie müssen dem Regenwasser vorher entzogen und einer Regenwasserbehandlungsanlage zugeführt und dort gereinigt werden. Das europäische Recht fordert in der EU Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL) für alle Gewässer in Europa bis 2027 einen guten ökologischen Zustand. Deutschland und das Land NRW haben diese Vorgabe im Wasserhaushaltsgesetz und Landeswassergesetz konkretisiert. Darin wird gefordert, dass verschmutztes Niederschlagswasser vor Einleitung in Gewässer einer Regenwasserbehandlung zuzuführen ist.
Zum Bau von Regenwasserbehandlungsanlagen benötigt man viel Platz, den Wuppertal mit seiner beengten Tallage nicht hat. Daher hat sich die Stadt Wuppertal in den 90er Jahren zum Bau des Entlastungssammlers Wupper entschlossen. Der Entlastungssammler beginnt heute in Rutenbeck und endet nach rund zehn Kilometern- entgegen der Fließrichtung – in der Busspur am Alten Markt in Barmen. 

 

Verunreinigtes Regenwasser

Aktuell nimmt der Entlastungssammler nur das verunreinigte Regenwasser von Sonnborn bis zum Alten Markt in Barmen auf. Die östlichen Stadtbezirke Barmen und Wichlinghausen leiten bisher ungereinigtes Regenwasser in die Wupper. Um auch hier die gesetzlichen Vorgaben erfüllen zu können, beabsichtigen der Eigenbetrieb Wasser und Abwasser Wuppertal (WAW) und die WSW Energie & Wasser AG (WSW), den vorhandenen Entlastungssammler nach Osten in Richtung Schwelm um rund 1,5 Kilometer bis zur Wichlinghauser Straße zu verlängern.
Die Verlängerung des Entlastungssammlers verläuft entlang der B7, in einer Tiefenlage von 9 bis 10 Metern, mit einem Durchmesser von DN 2000 (2 Metern). Die Herstellung erfolgt mit einem unterirdischen Rohrvortrieb. An 5 Stellen werden dazu Press- und Bergegruben erstellt. Hierzu sind Eingriffe in den Straßenkörper erforderlich, wo möglich werden aber Parkstreifen oder Busspuren genutzt.

 Die Bauzeit beträgt voraussichtlich insgesamt sechs Jahre, Baubeginn soll Mitte 2022 sein. Die Gesamtbaukosten betragen rund 19 Millionen Euro.

 Nach heutigem Planungsstand wird die Maßnahme in zwei Bauabschnitten realisiert:

 Bauabschnitt 1: von Alter Markt bis Bachstraße (755 Meter)

 Bauabschnitt 2: von Bachstraße bis Wichlinghauser Straße (785 Meter)

 

Große Vorteile

Die Verlängerung des Entlastungssammlers Wupper hat für die Stadt 3 wesentliche Vorteile:  

Mit der Weiterleitung des behandlungspflichtigen Regenwassers zur Kläranlage Buchenhofen werden die für die Wupper schädlichen Einleitungen von Schadstoffen aus den Bereichen Barmen und Wichlinghausen unterbunden. Damit hält Wuppertal die gesetzlichen Anforderungen auch in diesen Stadtteilen ein und hat die Möglichkeit, dafür einen Antrag auf Befreiung von der Abwasserabgabe an das Land NRW zu stellen.
Das Starkregenereignis am 29. Mai 2018 ist bei den meisten Wupertalerinnen und Wuppertalern noch sehr präsent. Damals haben sich extrem große Wassermassen in der Talachse gesammelt und aufgestaut. Durch den Entlastungssammler Wupper konnten diese Wassermassen in Elberfeld in kürzester Zeit abgeleitet und somit größere Schäden vermieden werden. Die Reduzierung des Gefährdungspotentials durch Starkregen wird durch die Verlängerung des Entlastungssammlers zukünftig auch für Barmen und Wichlinghausen gegeben sein.
Der Schmutzwasserhauptsammler, der das Abwasser aus sämtlichen östlichen Stadtteilen inklusive Beyenburg transportiert, ist bereits heute hydraulisch überlastet. Durch die Verlängerung des Entlastungssammlers wird der Schmutzwasserhauptsammler wesentlich entlastet. Positiver Nebeneffekt: Zur Inspektion oder Sanierung des Hauptschmutzwassersammlers kann die Verlängerung des Entlastungssammlers als Umleitungskanal genutzt werden.
 

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
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