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WuppertalPressemeldung – 16.07.2020

Feuerwehr hat neues System zur Notfall-Ortung

„Feuerwehr-Notruf, wo genau ist der Notfallort?“
Dies ist die einleitende Frage zu jedem Notrufgespräch, wenn man die europaweite Notrufnummer 112 wählt. Denn egal ob es brennt oder medizinische Hilfe benötigt wird, die beste Information ist wertlos wenn der Einsatzort unbekannt ist.

Die zunehmende Verbreitung mobiler Kommunikation stellte die Notrufleitstellen in den letzten Jahren vor eine große Herausforderung. Menschen können mittels Mobiltelefon von fast jedem Ort einen Notruf senden. Der Anrufer befindet sich dabei meist in einer absoluten Stresssituation. Das führt dazu, dass er den Notfallort nur sehr schwer oder nur ungenau beschreiben kann.

Wenn es um Sekunden geht, darf man nicht Stunden suchen. Hilfestellung bietet ein System namens „Advanced Mobile Location", kurz AML. Besitzer von Android und Apple Smartphones mit aktuellem Betriebssystem senden bei Wahl der Notrufnummer 112, automatisch ihre Position an die Feuerwehr. Hierzu stehen in Deutschland Server bei der Feuerwehr Berlin und der Leitstelle Freiburg im Breisgau bereit. Grundsätzlich werden die Daten per Gratis SMS versendet. Verfügt das Smartphone über eine WLAN Verbindung, dann wird zusätzlich ein Datenprotokoll (HTTPS) versendet. Die Genauigkeit der Positionsangabe ist abhängig vom Empfang des GPS Signals. Außer der Aktualisierung des Betriebssystems, muss der Besitzer eines Mobiltelefons nichts unternehmen. Der Service wurde in die Grundfunktionen der Telefone durch die Hersteller der Betriebssoftware übernommen.

Anruferposition erkennen

Durch eine bessere Bestimmung der Anruferposition lässt sich der Notfallort durch die Disponenten der Feuerwehrleitstelle viel besser eingrenzen. Nun kommen nur noch wenige Straßen im Umfeld als Notfallort in Betracht, bzw. bei Notfällen in freier Natur lässt sich der Einsatzort besser bestimmen.

Erste Statistiken beschreiben, dass derzeit lediglich 60 - 70 Prozent der eingehenden Notrufe mit dieser Technik bestimmt werden können. Dies liegt an den folgenden Rahmenbedingungen, die das System benötigt:

 Der Anrufer telefoniert über ein Netz seines Providers. (Bei Notrufgesprächen können Mobiltelefone auch andere Netze nutzen)

 Betriebssysteme:

o Android - ab Android one bzw. Android 10

o Apple - ab IOS 13.3

o Andere Systeme werden nicht unterstützt

 Kein Roaming

o Roaming-Teilnehmer senden ihre Daten an den Server des Heimatlandes. Dieser ist per SMS aus dem Ausland in der Regel nicht erreichbar.

 Gerät besitzt keine GPS-Funktion

o Ca. 20 Prozent der Mobiltelefone sind keine Smartphone´s (lt. statistischem Bundesamt 2019)

 Akkustand zu niedrig

o Bei einem Akkustand kleiner als fünf Prozent sendet das Mobiltelefon keine Daten mehr. Die Priorität liegt dann in der Aufrechterhaltung des Notrufgespräches.

Die Feuerwehrleitstelle sieht in der neuen Technik einen großen Vorteil und hofft, dass möglichst viele Nutzer ihre Mobiltelefone updaten, um zukünftig den Notfallort sicher abgleichen zu können.

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