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WuppertalPressemeldung – 28.06.2021

Griff in die Trickkiste für die Angelo-Roncalli-Schule

Wie lässt sich ein Gebäude errichten, um die Bedingungen für den Offenen Ganztag an der Angelo-Roncalli-Schule zu verbessern, ohne das auch von der benachbarten Grundschule Reichsgrafenstraße genutzte Grundstück wesentlich zu verkleinern?

Das beauftragte Architektenbüro hat gemeinsam mit dem Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) und in Abstimmung mit der Angelo-Roncalli-Schule dafür eine pfiffige Lösung gefunden.

Dach wird zum Teil begrünt

Der rhombusförmige, eingeschossige Neubau mit rund 365 Quadratmetern Brutto-Grundfläche wird direkt auf die Grenze zwischen dem höher gelegenen Schulhof der Grundschule Reichsgrafenstraße und dem tiefer gelegenen Schulhof der Angelo-Roncalli-Schule gesetzt. Dabei schieben sich die rückwärtigen, mit wasserundurchlässigem Beton errichteten Gebäudeteile mit Küche, WC, Garderobe, Lager- und Technikräumen in die Böschung hinein. Eine der zwei in unterschiedliche Richtungen flach geneigten Dachhälften wird begrünt, die andere Dachhälfte kann mit der ihr vorgelagerte Treppenanlage als Teil der Außenanlagen der Grundschule Reichsgrafenstraße genutzt werden, etwa für ein „grünes Klassenzimmer“.

Mindestens 60 Kinder können gleichzeitig essen

Die fächerförmig zum Schulhof hin gelegenen insgesamt vier Betreuungsräume erhalten durch die großen Glasscheiben in der Pfosten-Riegel-Konstruktion viel Licht. Die übrigen sichtbaren Fassadenteile nehmen sich mit anthrazitfarbenem Klinker gegenüber ihrer Umgebung zurück. Der Eingang in den Neubau führt über einen Windfang in einen Gruppenraum, der mit einem zweiten Gruppenraum verbunden werden kann. So können mindestens 60 Kinder gleichzeitig ihr Mittagessen einnehmen. Ein dritter Gruppenraum erhält über ein Spielpodest einen direkten Ausgang zum Schulhof. Das Gebäude erhält eine Lüftungsanlage und wird über eine Luftwärmepumpe beheizt. GMW-Produktmanagerin Anke Heinemann: „Für die Mädchen und Jungen entsteht eine moderne, helle, kindgerechte Oase zum Toben und Entspannen.“

Der Rohbau ist so gut wie fertig

Der Bau war notwendig geworden, weil durch den Starkregen Mitte 2018 das bisher für den Offenen Ganztag genutzte, aber wenig geeignete Souterrain des 1962 errichteten Hauptgebäudes der Angelo-Roncalli-Schule unter Wasser gesetzt worden war. Übergangsweise wurde der Offene Ganztag daraufhin in zwei Klassenraumcontainern auf dem Schulhof untergebracht. Im Zuge der Sanierung des Souterrains stellte sich heraus, dass eine Wiederherstellung der Räume wegen der vorhandenen Schadstoffe und baulichen Gegebenheiten erhebliche weitere Arbeiten voraussetzt. Darüber hinaus meldete die Schule mit ihren mehr als 200 Schülerinnen und Schülern einen höheren Raumbedarf für den Offenen Ganztag an.

Daher beschloss der Rat der Stadt Wuppertal im Dezember 2020 aus wirtschaftlichen und pädagogischen Gründen den Neubau. Unmittelbar darauf begannen im (durch Corona beeinträchtigten) Schulbetrieb die Bauarbeiten. Der Rohbau ist so gut wie fertig und soll im Juni abgenommen werden, die Fertigstellung des Gebäudes ist für Dezember dieses Jahres vorgesehen.

Rund 1,6 Millionen Euro Gesamtkosten

Die Logistik stellt eine Herausforderung dar: Der Bauplatz ist sehr begrenzt und die Zufahrt zur Baustelle wird durch schmale Straßen und eine Einbahnstraße erschwert. Probleme bereiten aber auch Lieferengpässe und deutliche Kostensteigerungen im Materialbereich, die sich aus dem Rücklauf der Ausschreibungen ergeben. Die Gesamtkosten des Neubaus werden aktuell auf rund 1,6 Millionen Euro incl. Nebenkosten beziffert.

Für die Maßnahme sind Fördermittel aus den Finanzhilfen des Bundes für das Investitionsprogramm zum beschleunigten Infrastrukturausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder beantragt.

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Bildnachweise

  • © Sebralla Architekten
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