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WuppertalPressemeldung – 21.09.2021

„Dem Ehrenamt wahrhaft Ehre gemacht“ - Bewegende Gedenkstunde für Ursula Kraus

Mit einer bewegenden und würdigen Gedenkstunde hat die Stadt Wuppertal Abschied von ihrer am 2. August, ihrem 91. Geburtstag, verstorbenen Ehrenbürgerin und Alt-Oberbürgermeisterin Ursula Kraus genommen. Gäste waren Familie, Freunde und zahlreiche Weggefährten des öffentlichen Lebens und der Verwaltung.

Zutiefst bodenständig und bürgernah

Ein schwarz-weißes Portraitfoto von Ursula Kraus, Blumengestecke in den Stadtfarben und ein schwarzer Flügel begrüßten die Gäste beim Eintritt in den Großen Saal. Musikalisch eröffneten Roswitha Dasch (Gesang und Violine) Robert Boden (Klavier) und André Enthöfer (Saxofon und Klarinette) die Gedenkstunde mit einer getragenen Jazzversion von „Somewhere over the rainbow“, bevor Oberbürgermeister Uwe Schneidewind die großen Verdienste der einzigen Oberbürgermeisterin Wuppertals würdigte.

Schneidewind erinnerte an eine Persönlichkeit, die in vielfältigster Weise Stadtgeschichte geschrieben hat und dabei immer zutiefst bodenständig und bürgernah war. Er erinnerte an die zahlreichen Meilensteine der Stadtentwicklung in ihrer Amtszeit, darunter die Wiedereröffnung der sanierten Stadthalle und des Von der Heydt-Museums. Er erinnerte an zahlreiche persönliche Berührungspunkte, da es Ursula Kraus war, die sich gemeinsam mit Johannes Rau beim Land für die Ansiedlung des Wuppertal Institutes einsetzte und sich nach der erfolgreichen Gründung auch im Förderverein des Institutes engagierte.

Politik für soziale Gerechtigkeit, Toleranz und Zusammenhalt

Der Oberbürgermeister erinnerte an Kraus‘ erfolgreiche Landtags-Kandidatur und ihren großen bundesweiten Einfluss, etwa in den Gremien des Deutschen Städtetages. Er erinnerte aber auch daran, welche Sensation im Jahr 1984 noch eine Frau im höchsten Amt einer Großstadt war, dazu noch mit einer grünen Bürgermeisterin als Vertreterin.

„Das Oberbürgermeisteramt war damals noch ein Ehrenamt, und Ursula Kraus hat im wahrsten Sinne des Wortes diesem Amt Ehre gemacht!“, so Schneidewind. Sie habe sich mit aller Kraft der Politik an der Basis für die Bürgerinnen und Bürger gewidmet. „Fest verwurzelt hier in der Stadt war sie wie ein Leuchtturm für die Menschen, die sie bei all ihren Handlungen und Entscheidungen immer in den Mittelpunkt stellte. Mit Herz, Verstand, beeindruckender Bodenständigkeit und einem immer offenen Ohr für die Sorgen und Nöte derer, die sonst vielleicht nicht gehört wurden, stand sie mit ihrer Politik für soziale Gerechtigkeit, Toleranz und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wichtigste Grundlagen waren hierbei immer die persönliche Begegnung und das Gespräch.

Großer Respekt und tiefe Dankbarkeit erfüllen uns, wenn wir an die großen Leistungen von Ursula Kraus denken.  Ursula Kraus hat Stadtgeschichte geschrieben.“

Drei Städtepartnerschaften tragen ihre Handschrift

Das besondere Engagement der Verstorbenen für Wuppertals Städtepartnerschaften kam durch die Teilnahme des stellvertretenden Stadtpräsidenten der polnischen Partnerstadt Legnica, Krzysztof Duszkiewicz, an der Gedenkstunde zum Ausdruck. Es ist eine von drei Städtepartnerschaften, die in der zwölfjährigen Amtszeit der Oberbürgermeisterin geschlossen und von ihr maßgeblich mitgestaltet wurden. Duszkiewicz würdigte Kraus in seinem auf Deutsch gehaltenen Grußwort als gute Freundin nicht nur der Stadt Legnica sondern Polens.

Ihre große Bedeutung innerhalb der SPD bis in Bundesgremien hinein beschrieb der frühere Wuppertaler Bundestagsabgeordnete, parlamentarische Staatssekretär und deutsche Botschafter in Israel Rudolf Dreßler.

"Sie war alles außer gewöhnlich."

In sehr persönlichen Worten bedankte sich Ursula Kraus‘ Nichte, Anja Lohkamp, mit Episoden aus der
Familie, die noch einmal die große Herzlichkeit und den Humor ihrer Tante, aber auch ihre klare Haltung deutlich werden ließen. „Sie war alles außer gewöhnlich“, so Lohkamp.

Mit Bedacht ausgewählte musikalische Highlights

Das kongeniale Trio um Roswitha Dasch setzte zwischen den Redebeiträgen mit Bedacht ausgewählte musikalische Highlights, darunter ein jiddisches Volkslied, das Bezug nahm auf die tiefe Verbundenheit der Verstorbenen zur Jüdischen Kultusgemeinde und ihren entschiedenen Einsatz für den Neubau der Bergischen Synagoge als Symbol für das Wiedererstarken jüdischen Lebens in Deutschland.

Ein Empfang der Stadt im Mendelssohn-Saal gab Familie und Weggefährten nach der in jeder Hinsicht angemessenen und wohltuenden Gedenkstunde Gelegenheit zu Gesprächen und vielen geteilten Erinnerungen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • © Gerd Neumann | Stadt Wuppertal | Medienzentrum
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