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WuppertalPressemeldung – 20.09.2021

Helene-Weber-Platz: Ehrung für „Mutter“ des Grundgesetzes

Mit einem fröhlichen Fest und vielen Kindern wurde jetzt das Helene-Weber-Denkmal eingeweiht. Damit hat jetzt eine der Mütter des Grundgesetzes in Wuppertal einen besonderen Ort des Erinnerns.

Die Initiative für die Ehrung kam von Ministerin Scharrenbach, die für die Bereiche Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes NRW zuständig ist. Sie hatte 2019 das Jubiläum „70 Jahre Grundgesetz“ zum Anlass genommen, in Herford, Dortmund und Wuppertal drei Denkmäler für die drei nordrhein-westfälischen Mütter des Grundgesetzes anzuregen. Jede Stadt bekommt dafür 100.000 Euro aus der Heimatförderung. 

  

Jetzt wurde der Platz, auf dem die Leistung von Helene Weber für das Grundgesetzt gewürdigt wird, durch Oberbürgermeister Uwe Schneidewind eingeweiht. Rund um den Lindenbaum auf dem Helene Weber Platz sind zehn Schriftzüge ‚Männer und Frauen sind gleichberechtigt‘ (Grundgesetz Artikel 3(2)) in der vorhandenen Pflasterung verlegt worden. Handschriftlich geschrieben von Kindern, in den acht häufigsten Sprachen des Mirker Quartiers (Deutsch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Polnisch, Serbisch, Griechisch, und Bulgarisch) und in Französisch und Ewe, einer afrikanischen Sprache aus dem Raum Togo und Ghana. 

 

 Vorne am Eingang liegt eine Informationsplatte mit folgender Inschrift: „Denkmal für Helene Weber

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Grundgesetz Artikel 3(2

Geschrieben von Cem in Türkisch, von Hatitche in Arabisch, von Alex in Serbisch, von Iro in Griechisch, von Sofia in Italienisch, von Marie in Französisch, von  Leonie und Joulina in Deutsch, von Adela, Magda und Maria in Polnisch, von Maxi in Ewe und von Krasimir in Bulgarisch. Für diese Platte haben Jill, Joane und Tim geschrieben.

 2021“

Um die Linde herum wird eine runde Bank aufgestellt. Wegen langer Lieferfristen kommt sie allerdings erst in einigen Wochen.

Neben den zehn Schriftzügen der Kinder besteht das Denkmal aus einem Wandbild der Künstlerin Birgit Pardun mit dem Titel „Der superlange Arm des Grundgesetzes“. Helene Weber, eigentlich von kräftiger Statur, ist als dünne Kunstfigur dargestellt, deren Arme sich lang strecken müssen, um mühsam in jahrzehntelanger Arbeit politische und gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen.  

  

 Mit einer Lichtinstallation des Lichtkünsterers Gregor Eisenmann wird der Platz mit vier Strahlern verzaubert. Zwei Strahler sind auf die scharze Giebelwand gerichtet, zwei projezieren auf den Platz. Die Lichtinstallation startet mit vier Motiven von Gregor Eisenmann, in denen er das Wirken von Helene Weber grafisich gestaltet hat. Das Motiv ‚Die Wurzeln des Grundgesetzes‘ greift die Symbolik des Lindenbaums auf. In einigen Monaten werden die Motiv-Plättchen in den vier Strahlern ausgetauscht. Dann wird der künstlerische Beitrag des Künstlerinnenduo Whoslulu (Laura Ludwig und Gin Bali)  zu sehen sein. Beide gehören dem YAYA-Netzwerk an, einem intersektional-feministischen Netzwerk kunst- und kulturschaffender FLINTA Personen (Frauen, Lesben, Intersex, Nichtbinäre, Trans, Asexuelle).

 

Runde, gestaltete Scheiben im Lindenbaum sind ein weiterer Teil des Denkmals. Mit einem Kunstprojekt des Von der Heydt Museums unter Leitung von Andrea Raak haben Kinder der Grundschule Mirker Bach sich lebendig und kreativ mit Helene Weber beschäftigt. Die Bilder der Kinder sind auf runde Polyacrylplatten gedruckt worden. In der Alten Feuerwache haben die Kinder runde Messingplatten gestaltet und mit Punzier-Eisen Texte hineinestanzt. Unter der Leitung von Rahel Schüssler und Dörte Bald aus der Kulturwerkstatt der Alten Feuerwache wird dieses Projekt noch fortsetzt.

Die hochwertigen Anhänger werden im Rathaus sorgsam verwahrt und sollen in den nächsten Jahren bei Veranstaltungen auf dem Helene Weber Platz wiederzu sehen sein. 

  

 

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