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Wuppertal / Pressemeldung – 11.09.2021

Engels-Haus in Wuppertal: Erfolgreiche Wiedereröffnung

Die Eröffnungsveranstaltung für das Engels-Haus am 11. September 2021 war ein voller Erfolg: In Anwesenheit von Ehrengast Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, wurde das Museum nach knapp fünf Jahren umfangreichen Sanierungsarbeiten wiedereröffnet.

Über 300 Gäste – darunter Vertreter aus Politik und Verwaltung, 60 Wuppertaler Bürger, die Tickets über eine Verlosung gewonnen hatten, sowie über 100 Projektteilnehmende des internationalen Kunstprojektes INSIDE OUT ENGELS – waren bei der Veranstaltung im Engelsgarten dabei.

Höhepunkt der offiziellen Eröffnungsveranstaltung war die Enthüllung des internationalen Kunstprojektes INSIDE OUT ENGELS: Die Frontfassade des Engls-Hauses wurde seit Freitag, 10. September, komplett verhüllt. Auf einem imposanten, 10 mal 16 Meter großen Banner war ein Mosaik aus individuellen Schwarz-Weiß-Porträtfotos von 200 Wuppertalerinnen und Wuppertalern zu sehen, die dem berühmtesten Sohn der Stadt Wuppertal zum 200. Geburtstag gratulieren. Optisch wurden die Porträtfotos so zusammengesetzt, dass sie den Kopf des jungen Friedrich Engels‘ zeigen. Zur Museumseröffnung am heutigen Samstag, 11. September 2021, fiel das Banner und gab den Blick auf das restaurierte Engels-Haus frei.  

Aktualität des Wirkens und Denkens von Friedrich Engels

„Ich freue mich sehr darüber, dass das Engels-Haus nun endlich offiziell eröffnet ist. Denn bei dem Gebäude handelt es sich um ein einmaliges Referenzobjekt für den Denkmalschutz in Deutschland. Und gleichzeitig soll es nicht nur ein Ort des Blicks zurück in die Geschichte sein, sondern auch dazu anregen über die Aktualität des Wirkens und Denkens von Friedrich Engels zu diskutieren“, sagt Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.

„Engels beobachtete Strukturen, untersuchte sie und übte Kritik an unserer Gesellschaft – weil er sich für sie interessierte. Er schaute hin, hörte zu und regte Dialoge an. Das Engels-Haus greift dieses Vermächtnis auf: Es verbindet Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur miteinander und schafft einen Raum für die Auseinandersetzung mit diesen ineinander verwobenen Themenkomplexen. Mit der Wiedereröffnung steht das Engels-Haus nun wieder für Besucherinnen und Besucher offen – und bietet gerade nach langer Zeit kultureller Entbehrungen während der Corona-Pandemie viele anregende Impulse“, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. 

„Mit unserer Teilnahme am INSIDE OUT PROJECT (IOP) haben wir eine der größten partizipativen Kunstaktionen der Welt nach Wuppertal geholt. Damit erzeugen wir eine bildgewaltige Aufmerksamkeit für die Person Engels und schaffen eine Verbindung zwischen den Wuppertaler Bürgern und dem Engels-Haus“, erklärt Wuppertals Kulturdezernent Matthias Nocke. 

Engels-Haus wird selbst als spannendes Exponat präsentiert

„Friedrich Engels in die heutige Zeit transformiert – das macht neugierig auf die neu konzipierte Dauerausstellung im Engels-Haus. Die Schau zeigt Leben und Werk des berühmtesten Sohns Wuppertals und gibt einen faszinierenden Einblick in die bürgerliche Alltagskultur der pietistischen Unternehmerfamilie Engels. Das Museum bietet einerseits Informationen über Engels‘ Lebensgeschichte als Unternehmer, Mitbegründer des wissenschaftlichen Sozialismus und Zeitzeuge des 19. Jahrhunderts. Andererseits wird das Engels-Haus selbst als spannendes Exponat präsentiert“, fasst Museumsdirektor Dr. Lars Bluma zusammen. Und fügt hinzu: „Nachdem die eigentliche Eröffnung für den 200. Geburtstag von Friedrich Engels am 28. November 2020 geplant war und wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste, konnten wir mit Preview-Terminen seit Anfang Juni vorerst nur einem kleinen Publikum – aber dennoch insgesamt über 400 Personen – den Zugang zum Engels-Haus ermöglichen. Jetzt bin ich froh, dass das Museum seit heute für die breite Öffentlichkeit geöffnet ist.“

„Das Museum Industriekultur Wuppertal ist im Rahmen des kulturellen Erbes des Rheinlandes ein außerordentlich bedeutsames Ensemble, dessen Neuaufstellung der Landschaftsverband Rheinland von Beginn begleitet und unterstützt hat. Mit der Neueröffnung des Engels-Hauses – zudem im Verbund mit der Fabrik der Familie Engels in Engelskirchen, unserem heutigen LVR-Industriemuseum – freuen wir uns über eine neue, besondere Attraktion innerhalb der einzigartigen Industriekulturlandschaft des Rheinlands. Eine historisch äußerst bedeutungsvolle Episode in der Geschichte dieser Region wird so für die Besucherinnen und Besucher auf anschauliche Weise erleb- und erfahrbar“, betont Karin Schmitt-Promny, stellvertretende Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland.

Friedrich Engels ins Hier und Jetzt holen

200 Menschen aus Wuppertal werden anlässlich des 200. Geburtstags von Friedrich Engels zu einem Gesamtkunstwerk, das ist die Idee hinter dem partizipativen Projekt INSIDE OUT ENGELS von Künstlerin Valentina Manojlov. „Es geht darum, Friedrich Engels ins Hier und Jetzt zu holen – ihn in einen modernen, zeitgenössischen Kontext zu setzen, die Aufmerksamkeit aller Generationen und das altersübergreifende Interesse daran zu wecken, sich mit der Person Engels und der Frage, was er heute bedeutet und wer er heute wäre, auseinanderzusetzen“, erläutert Künstlerin Valentina Manojlov. Durch INSIDE OUT ENGELS werde das Engels-Jahr auf eine neue Wahrnehmungsebene gehoben: „Nicht nur hier vor Ort in Wuppertal, sondern weltweit verschafft es 200 Botschaften aus der Stadt internationales Gehör. Das Engels-Haus wird zum Erinnerungsort in unseren Köpfen, auch wenn das Engels-Jahr vorbei und das Kunstwerk abgebaut ist.“

„Mit der Eröffnung des Engels-Hauses steigen wir voll in das bis zum 28. November 2021 verlängerte Engels-Jahr ein. In den nächsten drei Monaten können sich die Wuppertaler Bürger auf eine breite Spannweite an Veranstaltungen freuen: Vom Uni-Kongress bis zur Filmvorführung, von Ausstellungen bis hin zu Theaterstücken ist für jeden was dabei. Auch die beliebten Engels-Stadtführungen werden weiterhin angeboten“, blickt Christoph Grothe, Projektgeschäftsführer des Engels-Jahres, zuversichtlich auf die noch anstehenden Veranstaltungen.

Am Eröffnungswochenende: Über 400 Besucher im Engels-Haus

Moderator Thomas Braus, Schauspielintendant der Wuppertaler Bühnen, führte durch die Eröffnungsveranstaltung im Engelsgarten. Neben Auftritten des Royal Street Orchestra und des AGORA-Projektes aus Wuppertal-Oberbarmen fand auch eine Dialogrunde zum Thema „Engels in der heutigen Zeit“ mit Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Isabel Pfeiffer-Poensgen, Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, Karin Schmitt-Promny vom LVR Landschaftsverband Rheinland sowie Museumsdirektor Dr. Lars Bluma statt. Zudem wurde das internationale und partizipative Projekt INSIDE OUT ENGELS durch die Künstlerin Valentina Manojlov näher vorgestellt. 

Über 400 Wuppertalerinnen und Wuppertaler nutzen die Chance, das Engels-Haus am Eröffnungswochenende – über vorab beim Ticketsystem Wuppertal Live gebuchte feste Zeittaktungen – kostenfrei zu besuchen. Zudem bietet das Museum Industriekultur Wuppertal am morgigen Sonntag, 12. September, anlässlich der Eröffnung einen Aktionstag an: Von 13.00 bis 16.00 Uhr finden im Halbstundentakt kostenlose Führungen durch den Engelsgarten statt. Hierbei erklärt das Team der Engels-Stadtführer anhand der erhaltenen Villen und Arbeiterhäuser sowie der Engels-Denkmäler die Geschichte der Textilmanufaktur Johann-Caspar-Engels und erläutert die Erinnerungskultur zu Friedrich Engels.

Neue Dauerausstellung im Engels-Haus zeigt den Allrounder Engels

Hintergrundinfos zum INSIDE OUT PROJECT

Hintergrundinfos zum Engels-Jahr

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • © Gerd Neumann | Stadt Wuppertal | Medienzentrum
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