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WuppertalPressemeldung – 08.11.2022

Wuppertal feiert 200. Geburtstag von Georg Weerth

Der Schriftsteller, Satiriker, Journalist und Kaufmann Georg Ludwig Weerth (1822-1856) wurde vor 200 Jahren geboren. Er gehörte zu den engsten Freunden Friedrich Engels‘, der ihn als „ersten und bedeutendsten Dichter des deutschen Proletariats“ bezeichnete. Ihm zu Ehren startet am 9. November eine Veranstaltungsreihe.

Georg Ludwig Weerth zu Ehren veranstaltet das Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur, zusammen mit der Bergischen Universität Wuppertal eine Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Führungen, einem Filmabend und einem satirischen Programm.

Weerth war ein scharfzüngiger Kritiker der gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit. In seiner Dichtung reflektiert Weerth den tiefgreifenden Gesellschaftlichen und ökonomischen Wandel der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts. Seine Artikel veröffentlichte Karl Marx in der "Neuen Rheinischen Zeitung", eines der wichtigsten Publikationsorgane der deutschen Demokratiebewegung. Seine Adelssatire „Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski“ brachte ihm drei Monate Haft ein. Einige bisher Friedrich Engels zugeschriebene politische Artikel stammen wohl aus Weerths Feder. Enttäuscht von der 48er-Revolution, starb Georg Weerth mit 34 Jahren in Havanna.

Die Veranstaltungsreihe anlässlich Weerths 200. Geburtstag umfasst zwei Stadtführungen, zwei Vorträgen, einem Filmabend und einen Auftritt des Musikalisch-Literarischen Quartetts aus Detmold, sowie eine Kabinettausstellung im Engels-Haus.

Die verschiedenen Veranstaltungen im Einzelnen:

  • 9. bis 29. November 2022
    „Kein schöner Ding ist auf der Welt, als seine Feinde zu beißen...“
    Kabinettausstellung zum 200. Geburtstag von Georg Weerth
    Georg Weerths kurzes Leben fiel in eine literarisch wie politisch hochspannende Epoche zwischen Juli- und Februarrevolution in Paris. Ersten literarischen Versuchen in der Tradition der Rheinromantik folgten Reisebilder, Essays über das soziale und politische Leben in England und satirische Gedichte und Feuilletons für Marx’ „Neue Rheinische Zeitung“. Als einzige selbständige Buchpublikation erschien im August 1849 sein satirischer Roman „Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski“.
    Ort: Engels-Haus, Engelsstraße 10, 42283 Wuppertal
    Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr
    Eintritt: 4 Euro / ermäßigt: 2 Euro
     
  • Sonntag, 13. und 20. November 2022
    Georg Weerth in Wuppertal: Ein historisch-literarischer Spaziergang
    Georg Weerth, der Pastorensohn aus Detmold, hatte wohlhabende Verwandte im Tal der Wupper. Mit ihrer Hilfe erhielt er hier eine Lehrstelle bei einem bekannten Bankund Handelshaus. Herrmann Püttmann, Redakteur der „Barmer Zeitung“, entdeckte die literarischen Fähigkeiten des jungen Mannes. Er führte ihn in den Barmer Literaturkreis um Ferdinand Freiligrath ein und verhalf ihm zu ersten Publikationsmöglichkeiten. Der historisch-literarische Spaziergang mit Reiner Rhefus führt auf den Spuren von Georg Weerth entlang der Wupper und über die Allee in Unterbarmen. Hans-Werner Otto schlüpft in die Rolle von Weerth, Engels und weiteren Zeitgenossen. Er lässt sie mit ihren Briefen, Gedichten und „humoristischen Skizzen“ an historischen Plätzen zu Wort kommen.
    Treffpunkt: Schwebebahnstation Landgericht
    Beginn: 14:00 Uhr
    Kostenfrei
     
  • Dienstag, 15. November 2022
    "Die Guillotine wird uns retten und die Leidenschaft der Weiber"
    Mit einer „Proklamation an die Frauen“ verabschiedet sich der 26-jährige Georg Weerth im Mai 1849 als überaus geistreicher Feuilletonchef der "Neuen Rheinischen Zeitung". Zusammen mit Karl Marx, Ferdinand Freiligrath und anderen haben diese unerschrockenen Visionäre Welt- und Zeitungsgeschichte geschrieben. Für ihre Ideale „Presse-Freiheit-Menschen und Recht“ sind sie verfolgt worden und zeitweise auch hinter Gittern gelandet. Das Musikalisch-Literarische Quartett aus Detmold präsentiert zum 200. Geburtstag des Satirikers und „ersten und bedeutendsten Dichters des deutschen Proletariats“ (Fr. Engels) einen unterhaltsamen musikalisch-literarischen Zeitspiegel und versammelt die Akteure Eva und Joachim Thalmann, Peter Schütze und Hans Hermann Jansen zu einem Literaturtheater, das die FAZ schon vor Jahren zu Recht als „kurzweilige, aber nicht deswegen anspruchslose Kunst“ bezeichnete.
    Ort: CityKirche Elberfeld, Kirchplatz 2, 42103 Wuppertal
    Beginn: 19:00 Uhr
    Eintritt frei
     
  • Donnerstag, 17. November 2022
    Georg Weerth: Arbeiteraristokratie und Lumpenproletariat im Baum der englischen Glückseligkeit
    Heike Ising-Alms begegnet der Frage nach der „Lage der Arbeiterklasse“ auf der Grundlage von Georg Weerths Skizzen aus dem sozialen und politischen Leben der Briten. Die englische Arbeiterklasse war in sich heterogen, was schon Marx und Engels mit den Ausführungen zum „Lumpenproletariat“ im „Kommunistischen Manifest“, der das Kapital später den Begriff der „Arbeiteraristokratie“ zur Seite stellen sollte, pointierten. Weerth findet für diese Differenzierung und die Auf- und Abstiegsvorgänge vor dem Hintergrund der Industrialisierung in Bradford und den Auswirkungen der Sozialreformen um 1830 ein plastisches Bild: Der Baum der englischen Glückseligkeit.
    Ort: Forum, Robertstraße 5a, 42107 Wuppertal
    Beginn: 19:00 Uhr
    Eintritt frei
    Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Förderverein Historisches Zentrum e.V.
     
  • Freitag, 18. November 2022
    Die letzten Tage des Georg W. – ein Filmabend
    Gleich mehrere DDR-Filmproduktionen widmen sich dem sozialkritischen Dichter, Satiriker und Kaufmann Georg Weerth und holten ihn damit aus der Vergessenheit: Gezeigt wird der in Kooperation mit dem kubanischen Fernsehen gedrehte Spielfilm „Die letzten Tage des Georg W.“ (1985/86; Regie: Jurij Kramer/Consuelo Elba). Ungeschönt veranschaulicht er dem Publikum historisch-biographische Gegebenheiten aus der Zeit rund um den Vormärz und der Achtundvierziger Revolution. Gleichzeitig greift der Film sozialpolitische Probleme und Auswirkungen auf, die nichts an Aktualität eingebüßt haben. Die Filmvorführung bietet neben der Porträtierung und Würdigung von Georg Weerth auch einen nicht minder lohnenswerten Einblick in die (ost)deutsche Filmgeschichte. Einführung: Kathrin Nühlen, M.A., Bergische Universität Wuppertal
    Ort: Bergische Universität Wuppertal, Musiksaal (M.09.01)
    Gaußstraße 20, 42119 Wuppertal
    Beginn: 19:00 Uhr
    Eintritt frei
     
  • Mittwoch, 23. November 2022
    „Wir wollen dem Wupperthale einen Namen machen...“
    Freiligrath siedelte im Mai 1837 über nach Barmen, wo er als Handlungskommis arbeitete. Zu dieser Zeit hatte er sich schon als Dichter einen Namen gemacht, da der renommierte „Deutsche Musenalmanach“ mehrere seiner Gedichte veröffentlicht hatte. In Barmen sammelte sich um Freiligrath ein Kreis von Literaten, zu dem der Verleger Langewiesche sowie Hackländer, Püttmann, Zulauff gehörten. Die ersten schriftlichen Belege über das Elberfelder Literaturkränzchen um de Haas, Schults, Roeber und Seel datieren von Anfang 1838. Engels beteiligte sich ab 1841 von Berlin aus als korrespondierendes Mitglied. Im Vortrag von Dr. Bernd Füllner soll anhand von Briefen und biographischen Skizzen gezeigt werden, wie diese beiden privaten Lesezirkel organisiert waren.
    Ort: Stadtbibliothek Wuppertal - Zentralbibliothek, Kolpingstr. 8, 42103 Wuppertal
    Beginn: 19:00 Uhr
    Eintritt frei
    Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stadtbibliothek Wuppertal

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  • Stadt Wuppertal

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