Die „Carte des Herzogthums Berg dem durchlauchigsten Churfürsten von Pfaltz Bayern und Verweser des Reichs“ ist ein wichtiges Beispiel früher Landesvermessung und stellt das Herzogtum Berg in Detailgenauigkeit dar.
Die Karte bietet nicht nur topografische Präzision, sondern auch einen Einblick in das politische und wirtschaftliche Selbstverständnis der Region am Vorabend der industriellen Revolution. Sie zeigt Flüsse, Straßen, Höhenzüge und Siedlungsstrukturen – und damit auch frühe Voraussetzungen für die Entwicklung des Bergischen Landes zur Industrieregion.
Wertvolle Quelle
„Mit dem Ankauf dieser Karte gewinnen wir ein wertvolles Exponat, das unsere Sammlung zur regionalen Wirtschafts- und Technikgeschichte auf besondere Weise ergänzt“, sagt Dr. Lars Bluma, Direktor des Museums Industriekultur Wuppertal. „Die Karte ist eine wertvolle Quelle zur Rekonstruktion historischer Siedlungs- und Verkehrsstrukturen – insbesondere in der Frühindustrialisierung des Wupperraumes. Sie dokumentiert die geographischen und infrastrukturellen Voraussetzungen der industriellen Pionierregion Wuppertal.“
Carl Friedrich von Wiebeking, der Schöpfer der Karte, war einer der bedeutendsten Ingenieure, Wasserbauer und Kartografen seiner Zeit. Seine Kartenwerke gelten bis heute als Meisterleistungen der Vermessungskunst im ausgehenden 18. Jahrhundert.