Die Zwischenzeit hat die 36-jährige genutzt, um sich intensiv auf ihren Start in das Amt vorzubereiten. Zu den zahlreichen Terminen gehörten zwei ausführliche Übergangsgespräche mit ihrem Amtsvorgänger Uwe Schneidewind, erste Zusammenkünfte mit Beigeordneten, Führungskräften und Mitarbeiterinnen, aber auch Besuche von Unternehmen und Institutionen.
Der erste repräsentative Termin als Oberbürgermeisterin war am Sonntag der Geburtstagsbesuch bei der 100-jährigen Wuppertalerin Margot Seidel, die immer noch einmal in der Woche beim ASV die Boule-Kugel wirft.
Übergabe des Rathaus-Generalschlüssels durch Matthias Nocke
Ganz offiziell wurde es dann am Montag, 3. November: Der Tag der Amtseinführung begann mit der Begrüßung und der Übergabe des Rathaus-Generalschlüssels durch Matthias Nocke in seiner Funktion als Stadtdirektor. „Herzlich willkommen in deinem Rathaus“, erklärte Nocke launig. „Alle freuen sich und sind gespannt wie ein Flitzebogen.“
Erfahrenes Team an ihrer Seite
In einem Antritts-Pressegespräch stellte Miriam Scherff am Mittag erste Überlegungen zu Organisationsfragen und ihre beiden künftigen engsten Mitarbeiter vor: Der bisherige stellvertretende OB-Büroleiter und langjährige Leiter des Ratsbüros, Florian Kötter, wird ihr Büroleiter. Rémi Teichmann, der zuletzt im Haupt- und Personalamt der Stadtverwaltung Aufgaben im Bereich Organisationsmanagement wahrgenommen hat, wird ihr persönlicher Referent. „Mir war es sehr wichtig, bei der Besetzung meines Stabs auf die großen Erfahrungen innerhalb der Verwaltung zurückzugreifen“, sagt Miriam Scherff. Mit Florian Kötter und Rémi Teichmann an ihrer Seite, sei sie da bestens aufgestellt.
Die bisherige Büroleiterin von Oberbürgermeister Uwe Schneidewind, Almuth Salentijn, freut sich auf neue Führungsaufgaben im Konzern Stadt.
Kommunikation nach innen und außen
Des Weiteren stellte die neue Oberbürgermeisterin konkrete Änderungen ihres Geschäftsbereiches vor: „Alle Anpassungen haben zum Ziel, eine neue Art der Kommunikation und Vernetzung nach innen und außen, für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt als auch die Mitarbeitenden, zu etablieren.“ Beispielsweise soll eine Stelle zur Koordination Standortmarketing und Wirtschaftsförderung geschaffen werden, die bisherige Strukturen von Wuppertal Marketing und der Wirtschaftsförderung vernetzt und vereint. Außerdem soll im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements ein Ansprechpartner für Vereine, Institutionen und Co. bei Fragen zu Veranstaltungen zu Seite stehen. Drei neue Fachreferenten sowie eine zentrale Projektkoordination für Großprojekte runden das neue OB-Büro ab.
Fokus auf Social Media
Ein wichtiger Fokus im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit soll laut Oberbürgermeisterin Miriam Scherff zukünftig auch auf Social Media liegen. „Wir werden als Stadt bei Instagram einsteigen, um Bürgerinnen und Bürger darüber zu informieren, was wir als Stadt eigentlich alles machen.“ Ihren eigenen Instagram-Account mit fast 7.400 Followern möchte die neue OB weiter eigenständig betreuen.
Die neuen Stellen werden durch noch freie Stellen oder durch Umstrukturieren geschaffen. Die Änderungen müssen noch durch den Personalrat freigegeben werden.
Amtseinführung in konstituierender Ratssitzung
Am Nachmittag stand dann in der konstituierenden Ratssitzung die Amtseinführung durch den „dienstältesten“ Stadtverordneten, Dr. Rolf Köster, auf der Tagesordnung. Mit dem Sprechen der Eidesformel und dem Anlegen der Amtskette ist Miriam Scherff nun offiziell in ihr Amt als Wuppertals neue Oberbürgermeisterin gestartet. Jetzt heißt es für sie erst einmal, die vielen Mitarbeitenden und Bereiche der Verwaltung kennenzulernen. Ihr erstes großes zentrales Thema: Der Haushalt, der von ihr und Stadtkämmerer Thorsten Bunte bereits im Dezember in den Rat eingebracht werden soll.
Antrittsrede: Wuppertal soll sichtbarer, mutiger und selbstbewusster werden
"Ein neues Kapitel für Wuppertal" beschwor Miriam Scherff in ihrer Antrittsrede vor den Stadtverordneten im Ratssaal. Anpacken über Parteigrenzen hinweg, Verantwortung übernehmen für die Menschen und die Stadt - das sei die gemeinsame Aufgabe von Rat, Verwaltung und Stadtgesellschaft. Das Rathaus sei das Herz der Demokratie; Wuppertal eine vielfältige, offene und solidarische Stadt, betonte die neue Oberbürgermeisterin. Die Verwaltung stehe für Verlässlichkeit und Kompetenz und solle die Menschen begeistern.
Miriam Scherff will eine nahbare, menschliche und moderne Verwaltung gestalten. "Wuppertal soll sichtbarer, mutiger und selbstbewusster werden. Dies ist kein Sprint, sondern eine gemeinsamer Weg. Die kommenden Jahre sollen geprägt sein von Dialog, neuen Ideen und einer Kultur des Miteinanders."