„Dieses Projekt ist ein Beispiel für gelungene Ressort-übergreifende Arbeit!“, freut sich Oberbürgermeisterin Miriam Scherff. „Das Ressort Grünflächen und Forsten war auf der Suche nach einer Lösung für eine kartographische Darstellung, das Ressort Vermessung, Katasteramt und Geodaten konnte diese Lösung liefern, und dank der Fördermittel für den DigiTal Zwilling machte das Amt für Informationstechnik und Digitalisierung das Ganze möglich. Jetzt können engagierte Bürgerinnen und Bürger nachschauen, wo sie ihre Hilfe sinnvoll einbringen können – eine gute Sache für alle Seiten. Ich danke allen Beteiligten für die pragmatische Umsetzung!“
Straßenbäume brauchen Wasser
Langanhaltende Trockenperioden und hohe Temperaturen führen derzeit zu einem erhöhten Wasserbedarf bei Bäumen. Besonders betroffen sind Straßenbäume: Ihnen steht in den Baumscheiben häufig nur wenig Raum im Boden zur Verfügung. Zudem ist der Boden oft stark verdichtet, sodass die Bäume nur eingeschränkt auf vorhandenes Wasser zugreifen können. Bei anhaltendem Wassermangel können Bäume absterben oder dauerhafte Schäden davontragen.
„Straßenbäume sind ein wichtiger Teil unserer Klimaanpassung. Gerade bei Hitze spenden sie Schatten, kühlen durch Verdunstung und verbessern das Stadtklima – damit leisten sie auch einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz“, unterstreicht Dr. Katrin Linthorst, Beigeordnete für Gesundheit, Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Grünflächen und Recht. „Stadtgrün ist keine Nebensache, sondern ein wichtiger Teil unserer Daseins- und Gesundheitsvorsorge. Deshalb geht es beim Schutz der Straßenbäume nicht nur um den Erhalt von Grün, sondern auch um die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen in der Stadt.“
Mit Hilfe der digitalen Karte können Hilfswillige nun die Bäume finden, bei denen das Gießen sinnvoll ist. Das Ressort Grünflächen und Forsten empfiehlt, bei der Unterstützung von Straßenbäumen auf Alter und Standort der Bäume zu achten.
Welche Bäume benötigen besondere Unterstützung?
Jungbäume werden durch die Stadt bedarfsgerecht mit Wasser versorgt. Zusätzliche Wassergaben durch Bürgerinnen und Bürger sind daher nicht notwendig.
Gießen ist sinnvoll für mittelwüchsige Bäume vom 5. bis zum 20. Standjahr. Diese Bäume können sich während langanhaltender Trockenperioden häufig nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgen. Zusätzliche Wassergaben sind deshalb sinnvoll und können einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Baumgesundheit leisten.
Ältere Bäume haben eine gute Überlebensstrategie für ihren jeweiligen Standort entwickelt und können sich meist ausreichend selbst mit Wasser versorgen. Ihr Wurzelwerk ist weit verzweigt. Eine Wassergabe unmittelbar in der Baumscheibe ist bei diesen Bäumen daher nicht mehr sinnvoll. Bei freistehenden Bäumen kann Wasser stattdessen im äußeren Bereich der Baumkrone ausgebracht werden, wo sich ein großer Teil der Feinwurzeln befindet.
Wie sollten Straßenbäume gegossen werden?
Bei mittelalten Straßenbäumen gilt grundsätzlich: seltener, dafür ausreichend viel Wasser. Empfohlen wird, die Bäume etwa einmal pro Woche mit acht bis zehn Eimern Wasser – rund 100 Litern – zu versorgen.
Tägliche kleine Wassermengen helfen den Bäumen dagegen nur wenig. Sie erreichen die tiefer liegenden Wurzeln häufig nicht. Gleichzeitig kann dauerhaft nasser Boden das Risiko für Pilzerkrankungen erhöhen.
Beim Gießen sollte das Wasser daher langsam in die Baumscheibe eingebracht werden. So wird verhindert, dass größere Mengen oberflächlich ablaufen. Es empfiehlt sich, die Wassergabe mehrfach zu unterbrechen, damit das Wasser ausreichend in den Boden einsickern kann.
Der richtige Zeitpunkt zum Gießen
Am besten werden Straßenbäume früh morgens oder in den Abendstunden gegossen. Zu diesen Tageszeiten verdunstet weniger Wasser an der Oberfläche. Dadurch kann das Wasser besser vom Erdreich aufgenommen werden und steht den Wurzeln länger zur Verfügung.
Wie findet man die richtigen Bäume?
Die Stadt Wuppertal stellt im DigiTal Zwilling eine Kartenebene mit den Straßenbäumen mittleren Alters vom 5. bis 20. Standjahr bereit, zu der auch eine Gießanleitung gehört. Wer das Ressort Grünflächen und Forsten bei der Bewässerung der Straßenbäume unterstützen möchte, findet hier schnell die Bäume, bei denen dieses Engagement eine willkommene Hilfe bildet.
Der DigiTal Zwilling ist eines der Kernprojekte innerhalb von „smart.wuppertal“, einem Smart-City-Projekt, das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Rahmen des Programms „Smart Cities made in Germany“ gefördert wird. Als Projektträger fungiert die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW. Gunnar Ohrndorf, Leiter des Geschäftsbereiches Stadtentwicklung, Bauen und Mobilität, hebt das positive Potenzial hervor: „Mit dem DigiTal Zwilling des Ressorts Vermessung, Katasteramt und Geodaten schaffen wir eine zentrale Plattform für ganz Wuppertal. Wie stark wir davon profitieren, zeigt das gemeinsame Gießen unserer Stadtbäume: Bürgerinnen, Bürger und Verwaltung arbeiten mit digitaler Hilfe Hand in Hand – ein Zukunftsmodell, das wir jetzt weiter ausbauen.“
Praktischer Nutzen des DigiTal Zwillings
Dr. Sandra Zeh, Beigeordnete für Personal, Digitalisierung und Wirtschaft: „Diese praktische Umsetzung ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie das Förderprojekt smart.wuppertal hier konkret mit dem DigiTal Zwilling sowohl städtische Fachabteilungen entlastet (diese müssen nun keine Einzelanfragen von Bürger*innen beantworten, sondern können proaktiv auf die Karte verweisen), als auch den Bürger*innen Informationen einfach und visualisiert zur Verfügung stellt. Hier wird der praktische Nutzen der Smart City Wuppertal sichtbar und leicht erlebbar.“
Das Ressort Grünflächen und Forsten bittet darum, bei der Bewässerung von Straßenbäumen auf die genannten Empfehlungen zu achten. Mit gezielten und ausreichenden Wassergaben können insbesondere mittelalte Bäume während längerer Trockenperioden unterstützt und vor Schäden durch Wassermangel geschützt werden.
Bereits heute ist die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz, um den Straßenbäumen das dringend benötigte Nass zu bringen: 11 von 15 Einheiten sind mit Löschwagen unterwegs und versorgen die Bäume in der Stadt mit Wasser. Das ist auch bei Regen nötig, weil die derzeitigen Regenmengen den Wassermangel der vergangenen Wochen nicht ausgleichen können.