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WuppertalPressemeldung – 14.08.2026

Jürgen Hardt zum Pina Bausch Zentrum: „Ein Zukunftsort mit weltweiter Strahlkraft“

Aus dem ehemaligen Schauspielhaus soll ein internationales Zentrum für Tanz werden. Die Planungen für den Um- und Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes gehen nun in eine neue Phase. Aus diesem Anlass befragte die städtische Projektleiterin Anke Vaupel Beteiligte und Kulturschaffende zu ihren Vorstellungen.

Jürgen Hardt

Zur Person:

Jürgen Hardt ist Abgeordneter im Deutschen Bundestag für Solingen, Remscheid und Wuppertal. 


Welche Bedeutung hat das zukünftige Pina Bausch Zentrum aus Ihrer Sicht für Wuppertal und darüber hinaus?

Das Pina Bausch Zentrum ist ein Leuchtturmprojekt für Wuppertal. Es würdigt das außergewöhnliche Lebenswerk einer Künstlerin, die unsere Stadt weltweit bekannt gemacht hat. Es wird aber weit mehr werden als ein Erinnerungsort – es wird ein lebendiges Zentrum für Kunst, Begegnung und kulturellen Austausch sein und die internationale Strahlkraft Wuppertals weiter stärken.

Warum ist es wichtig, das Pina Bausch Zentrum jetzt zu realisieren?

Bereits vor über zehn Jahren haben ich mich gemeinsam mit dem leider verstorbenen Peter Hintze und anderen Abgeordneten aus Wuppertal für das Pina Bausch Zentrum eingesetzt. Es war bereits damals der richtige Zeitpunkt und er ist es heute noch. Wir haben mit diesen Mitteln die einmalige Chance, das künstlerische Erbe Pina Bauschs dauerhaft zu sichern und zugleich einen Ort für die Zukunft zu schaffen. Dieses Erbe soll auch für kommende Generationen erlebbar sein, weiterentwickelt und neu interpretieren werden.

Welchen Mehrwert wird das Zentrum für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die internationale Kulturlandschaft schaffen?

Das Zentrum wird ein offenes Haus für alle sein – Menschen aus Wuppertal sollen sich hier eingeladen fühlen, ebenso Gäste aus aller Welt. Kultur ist Bildung, schafft Begegnungsräume und, was wir auch nicht vergessen sollten, Kultur bringt zusätzliche Besucherinnen und Besucher in unsere Stadt. Gleichzeitig wird es internationale Künstlerinnen und Künstler zusammenbringen und den kulturellen Austausch fördern. Davon profitieren wir alle in Wuppertal: die Kulturszene, die Gastronomie, Hotellerie und der Einzelhandel.

Was verbindet Sie persönlich mit Pina Bausch oder ihrem künstlerischen Erbe?

An eine Begegnung erinnere ich mich besonders: Pina Bausch wurde die Goldene Schwebebahn der Bürger- und Bezirksvereine verliehen. Sie hat dort in der Concordia im kleinen Kreis sehr eindrucksvoll ihre Arbeitsmethode mit dem Tanzensemble erklärt und wie sie die Stücke gemeinsam mit den Tänzern erarbeitet. Das hat mir die Augen geöffnet, wie Pina Bausch im Team agierte und dass dies ein Schlüssel für ihren Erfolg war.

Richtig stolz war ich vor etwa 10 Jahren bei einem Besuch in Ottawa. Wir fuhren am großen Festspielhaus vorbei und dort hing ein Riesen-Plakat mit Werbung für Pinas Stück „Vollmond“. Mein Gastgeber von der kanadischen Regierung wies mich auf das großartige Ereignis hin. Ich konnte ihm sagen, dass ich dereinst bei der Welturaufführung des Stückes in meiner Heimatstadt dabei war.

Beeindruckt hat mich auch, dass Pina Bausch mit Projekten wie den „Kontakthof“-Inszenierungen gezeigt hat, dass Tanz Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenbringen kann. Jugendliche und Seniorinnen und Senioren standen auf der Bühne und machten deutlich: Kunst kennt kein Alter. Gerade diese Offenheit und Menschlichkeit machen ihr Werk bis heute so außergewöhnlich.

Welche Chancen eröffnet das Pina Bausch Zentrum für kommende Generationen von Künstlerinnen, Künstlern und Besucherinnen und Besuchern?

Ich hoffe, dass das Zentrum ein Ort des Lernens, des Forschens und des künstlerischen Experimentierens sein wird. Junge Talente sollen die Möglichkeit haben, sich mit einem weltweit bedeutenden künstlerischen Erbe auseinanderzusetzen und gleichzeitig eigene Impulse zu entwickeln. Und dafür nach Wuppertal kommen und dann in der Welt von ihrer tollen Zeit hier schwärmen.

Welches Signal sendet das Projekt für den Kulturstandort Deutschland?

Deutschland zeigt mit diesem Projekt, dass kulturelles Erbe und Innovation zusammengehören. Wir werden mit dem Pina Bausch Zentrum deutlich machen, dass wir international bedeutende Kultur nicht bewahren, sondern aktiv weiterentwickeln. Ich bin sicher, dass das den Kulturstandort Deutschland nachhaltig stärkt.

Warum lohnt sich die gemeinsame Investition von Bund, Land und Stadt in dieses Projekt?

Große Kulturprojekte gelingen immer dann besonders gut, wenn alle staatlichen Ebenen zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen. Das Pina Bausch Zentrum ist nicht nur für Wuppertal wichtig, es hat auch große nationale und internationale Bedeutung. Deshalb ist es richtig, dass Bund, Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Wuppertal gemeinsam investieren. Diese Partnerschaft zeigt, dass wir gemeinsam Verantwortung für unser kulturelles Erbe und unsere Zukunft übernehmen.

Woran werden wir in zehn Jahren erkennen, dass das Pina Bausch Zentrum ein Erfolg geworden ist?

Daran, dass Menschen aus aller Welt nach Wuppertal kommen, um das Zentrum zu besuchen. Dass junge Künstlerinnen und Künstler dort arbeiten und neue Ideen entwickeln. Und dass die Wuppertalerinnen und Wuppertaler das Haus hoffentlich als selbstverständlichen Teil ihrer Stadt annehmen. Ich freue mich natürlich über hohe Besucherzahlen, aber vor allem freue ich mich, wenn das Zentrum ein lebendiger, offener Ort geworden ist.

Mit welchem Begriff oder in einem Satz würden Sie das zukünftige Pina Bausch Zentrum beschreiben?

Ein Zukunftsort mit weltweiter Strahlkraft – verwurzelt in Wuppertal und offen für die Welt.

Welche Botschaft möchten Sie den Menschen mitgeben, die das Projekt mit Interesse verfolgen?

Es lohnt sich, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Wuppertal kann stolz darauf sein, mit dem Pina Bausch Zentrum Gastgeber eines Zukunftsprojekts zu sein, das weit über unsere Generation hinaus wirken wird. 

Warum sind Sie überzeugt, dass das Pina Bausch Zentrum eine Investition in die Zukunft ist – für Wuppertal, Nordrhein-Westfalen und Deutschland?

Weil wir mit dem Pina Bausch Zentrum nicht nur in ein Gebäude investieren, sondern in die Zukunft. Kultur bringt Menschen zusammen, eröffnet neue Perspektiven und macht einen Standort attraktiv. Davon profitiert Wuppertal genauso wie Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland. Gleichzeitig bewahren wir das einzigartige Erbe von Pina Bausch und schaffen einen Ort, an dem neue Ideen entstehen können. Deshalb bin ich überzeugt, dass sich diese Investition langfristig auszahlen wird – konkret für Wuppertal, aber auch für NRW und Deutschland.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • © 2024 tokography/Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)
  • Stefanie vom Stein, Medienzentrum Stadt Wuppertal
  • Stefanie vom Stein, Medienzentrum Stadt Wuppertal

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