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WuppertalPressemeldung – 28.08.2026

Oberbürgermeisterin Miriam Scherff: „Kulturelles Wohnzimmer für Wuppertal“

Aus dem ehemaligen Schauspielhaus soll ein internationales Zentrum für Tanz werden. Die Planungen für den Um- und Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes gehen in eine neue Phase. Aus diesem Anlass befragte die städtische Projektleiterin Anke Vaupel Beteiligte und Kulturschaffende in der Stadt zu ihren Vorstellungen.

Zur Person:

Miriam Scherff ist seit dem 1. November 2025 Oberbürgermeisterin der Stadt Wuppertal.  


Welche Bedeutung hat das zukünftige Pina Bausch Zentrum aus Ihrer Sicht für Wuppertal und darüber hinaus?

Das Zentrum wird ein architektonisches und kulturelles Ausrufezeichen setzen – und zwar in zweierlei Hinsicht: einerseits erschaffen wir hier einen Hotspot für die internationale Tanzwelt, um das Erbe einer der größten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts lebendig zu halten. Andererseits, und das ist mir genauso wichtig, bauen wir einen dritten Ort, quasi ein neues „kulturelles Wohnzimmer“ für Wuppertal. Es soll ein durchlässiger, einladender Ort ohne Schwellenangst werden, in dem Weltkultur und Stadtgesellschaft ganz selbstverständlich aufeinandertreffen.

Warum ist es wichtig, das Pina Bausch Zentrum jetzt zu realisieren?

Wir haben jetzt die Chance, das kulturelle Erbe Pina Bauschs dauerhaft zu sichern und gleichzeitig einen Ort zu schaffen, der neue Impulse für Kunst und Gesellschaft setzt. Das Projekt ist über viele Jahre vorbereitet worden. Jetzt gilt es, diese einmalige Gelegenheit gemeinsam mit Bund und Land zu nutzen und die Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Welchen Mehrwert wird das Zentrum für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die internationale Kulturlandschaft schaffen?

Für die internationale Szene bieten wir künftig Produktionsbedingungen und Bühnen, die Uraufführungen auf absolutem Weltniveau ermöglichen. Für die Bürgerinnen und Bürger in Wuppertal schaffen wir einen echten Alltagsort. Das bedeutet, dass man an einem Dienstagnachmittag in einem Workshop Tanz und Bewegung für sich entdecken kann, während im Saal nebenan eine Kompanie aus Tokio probt. Der Mehrwert liegt in genau dieser Durchmischung – ein Haus, das man nicht nur abends mit Eintrittskarte betritt, sondern das tagsüber als offener Campus funktioniert. Es wird ein Ort des Austauschs, der Kreativität und der kulturellen Innovation.

Was verbindet Sie persönlich mit Pina Bausch oder ihrem künstlerischen Erbe?

Pina Bausch hat Wuppertal weltweit bekannt gemacht – mit ihrer Kunst, ihrer Haltung und ihrem Blick auf den Menschen. Ganz viele Tänzerinnen und Tänzer, die bei Pina Bausch gelernt haben, sind später in die Welt gezogen, haben ihre künstlerischen Wurzeln aber nicht in New York, Paris oder Tokyo, sondern in Wuppertal. Es ist ein bisschen wie auch bei anderen Künstlern wie Tony Cragg zum Beispiel: Sie hätten sich überall auf der Welt niederlassen können und haben sich bewusst für Wuppertal entschieden und damit diese Stadt in einer großartigen Art und Weise aufgewertet. Und deshalb wollen wir auch nach ihrem Tod etwas zurückgeben, indem wir ihre Kunst und ihr Werk dauerhaft in der Mitte unserer Stadt beheimaten. 

Welche Chancen eröffnet das Pina Bausch Zentrum für kommende Generationen von Künstlerinnen, Künstlern und Besucherinnen und Besuchern?

Es wird nicht nur ein Archiv sein, sondern ein Labor für die Zukunft, ein Ort, an dem nicht nur Kunst präsentiert, sondern auch entwickelt wird. Junge Künstlerinnen und Künstler finden Raum für Austausch, Experimente und internationale Zusammenarbeit. Gleichzeitig werden Besucherinnen und Besucher erleben können, wie Kultur Brücken baut und neue Perspektiven eröffnet.

Welches Signal sendet das Projekt für den Kulturstandort Deutschland?

Wir zeigen, dass Deutschland den Mut hat, nicht nur den Bestand zu verwalten, sondern eine völlig neue, visionäre Kulturinstitution in die Welt zu setzen. Das Pina Bausch Zentrum wird ein international sichtbares Zeichen dafür sein, dass kulturelles Erbe bewahrt und gleichzeitig konsequent weiterentwickelt wird. Es verbindet Tradition mit Innovation.

Warum lohnt sich die gemeinsame Investition von Bund, Land und Stadt in dieses Projekt?

Weil das Erbe von Pina Bausch eine nationale und internationale Dimension hat, die die weit über Wuppertal, NRW und Deutschland hinausgeht – es stärkt Kultur, Bildung, Tourismus, Wissenschaft und die Stadtentwicklung gleichermaßen. Es ist eine Kraftanstrengung, die allen drei Ebenen – Bund, Land und Kommune – in Form von Standortattraktivität zugutekommen wird.

Woran werden wir in zehn Jahren erkennen, dass das Pina Bausch Zentrum ein Erfolg geworden ist?

Daran, dass die Wuppertalerinnen und Wuppertaler das Haus als „ihr“ Zentrum bezeichnen und gleichzeitig Gäste aus aller Welt nach Wuppertal kommen, um diesen besonderen Ort zu erleben. Erfolg bedeutet für mich: ein lebendiges Haus mit internationaler Ausstrahlung, das jeden Tag genutzt wird und Generationen miteinander verbindet.

Mit welchem Begriff oder in einem Satz würden Sie das zukünftige Pina Bausch Zentrum beschreiben?

Ein kulturelles Wohnzimmer für Tanz, Begegnung und Dialog.

Welche Botschaft möchten Sie den Menschen mitgeben, die das Projekt mit Interesse verfolgen?

Bringen Sie sich ein, bleiben Sie neugierig und freuen Sie sich darauf! Großprojekte erfordern einen langen Atem und es wird immer mal wieder Diskussionen geben. Aber lassen Sie uns bei aller Debatte nicht vergessen, was für eine fantastische, einmalige Chance hier direkt vor unserer Haustür entsteht. 

Warum sind Sie überzeugt, dass das Pina Bausch Zentrum eine Investition in die Zukunft ist – für Wuppertal, Nordrhein-Westfalen und Deutschland?

Weil wir in das stärkste Bindemittel investieren, das eine Gesellschaft hat: die Kultur. In einer Zeit, in der sich viele Menschen zurückziehen und Gräben tiefer werden, bauen wir einen Ort der Begegnung und des Austauschs. Das Zentrum wird Wuppertal lange prägen. Es ist ein Versprechen an die Zukunft, dass Wuppertal, NRW und Deutschland weiterhin Orte sind, an denen Weltklassekunst und gesellschaftlicher Zusammenhalt untrennbar miteinander verbunden sind.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stefanie vom Stein
  • Diller, Scofidio, Renfro
  • Stefanie vom Stein, Medienzentrum Stadt Wuppertal

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