Bereits seit 2012 ist das BKC Arzneimittel für die drei Bergischen Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal zuständig. Seit Ende 2024 besteht es zudem als eigenständige Abteilung im Gesundheitsamt unter der Leitung der Amtsapothekerin Dr. Katrin Ludwig-Fischer. Ihr Team besteht aus Amtsapothekerinnen und -apothekern sowie Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTAs). Gemeinsam verfolgen sie ein klares Ziel: höchste Arzneimittelsicherheit und umfassenden Verbraucherschutz.
Zwei zentrale Aufgabenbereiche
Im Pharmazeutischen Dienst steht die Überwachung der Apotheken im Mittelpunkt. In regelmäßigen Inspektionen wird geprüft, ob alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden – von der sachgerechten Lagerung von Medikamenten bis hin zur Qualitätssicherung. Darüber hinaus wird in einem komplexen Antragsverfahren die Erlaubnis zum Betrieb einer Apotheke und bis zu maximal drei Filialen erteilt.
Zudem genehmigt das BKC Arzneimittel auch Heimversorgungsverträge zwischen Apotheken und Pflegeeinrichtungen, die der ordnungsgemäßen Versorgung der Bewohner mit Arzneimitteln dienen. Immer häufiger läuft diese über die Lieferung sogenannter patientenindividueller Blister, die teilweise in der Apotheke selbst hergestellt werden. Solche „Schwerpunktapotheken“ unterliegen dann wiederum einer häufigeren Überwachung durch die Abteilung.
Auch außerhalb von Apotheken sorgt das Team für Sicherheit: Einzelhändler wie Drogerien, Reformhäuser oder Supermärkte, die freiverkäufliche Arzneimittel verkaufen, werden unangemeldet kontrolliert und fachlich beraten. Außerdem arbeitet das BKC Arzneimittel eng mit dem Zoll zusammen, wenn verdächtige Warensendungen aus dem Ausland auf ihre arzneimittelrechtliche Zulässigkeit geprüft werden.
Für Bürger, die auf Auslandsreisen Betäubungsmittel oder medizinisches Cannabis mitführen, bestätigt das Team die notwendigen ärztlichen Bescheinigungen und übernimmt zudem Aufgaben im Prüfungswesen am Walter-Bremer-Institut in Solingen, der staatlich anerkannten Lehranstalt für PTAs.
Der zweite große Aufgabenbereich ist die Chemikaliensicherheit. Hier kontrolliert das Team Betriebe, die Gefahrstoffe an Endverbraucher abgeben - etwa Baumärkte, Tankstellen oder Kioske. Da Gefahrstoffe Mensch, Tier und Umwelt schädigen können, unterliegen sie strengen gesetzlichen Regelungen. Das Team überprüft deren Einhaltung und berät den Einzelhandel zu Lagerung, Kennzeichnung und Abgabe.
Dr. Katrin Ludwig-Fischer: „Im Chemikalienbereich sind wir die letzte Instanz vor der Abgabe an den Bürger, wenn zum Beispiel der kindergesicherte Verschluss bei stark ätzenden Reinigern fehlt. Hier sorgen wir durch die Inspektion vor Ort für Verbraucherschutz.“
Modern, digital und serviceorientiert
Seit Ende 2024 setzt das BKC Arzneimittel konsequent auf die Digitalisierung interner Prozesse, um effizienter und zeitgemäßer zu arbeiten. Gleichzeitig versteht sich die Abteilung als serviceorientierter Partner für Fachkräfte. Eine neu gestaltete Homepage bietet praxisnahe Merkblätter, Antragsformulare für Apotheken und Einzelhändler sowie alle relevanten Informationen rund um Bescheinigungen für Auslandsreisen mit Betäubungsmitteln für Bürger.
Herausforderungen für die Zukunft
Dr. Katrin Ludwig-Fischer: „Seit der Gründung der Abteilung 2024 durften wir keine Neueröffnung einer Apotheke begleiten, dafür aber mehr und mehr Apothekenschließungen – leider oft aus wirtschaftlichen Gründen. Für die Bürger bedeutet das oft längere Wege zu einer guten Versorgung mit Arzneimitteln.“
Die Arbeit des Kompetenzcenters ist wichtiger denn je: Im Bergischen Städtedreieck nimmt die Zahl der öffentlichen Apotheken kontinuierlich ab. Dies zeigt auch der Bundestrend: Im Jahr 2025 ist die Zahl der Apotheken in Deutschland um fast 450 gesunken. Währenddessen belastet der Fachkräftemangel bei Apothekern und PTAs den Berufsstand noch zusätzlich. Gleichzeitig stehen auf Bundesebene umfassende Reformen der Apothekenlandschaft an, viele davon sind dringend notwendig und überfällig. Vor diesem Hintergrund setzt das BKC Arzneimittel auf eine Aufsicht mit Augenmaß und mit Weitsicht für die zukünftige Arzneimittelversorgung der Bevölkerung – auch mit Blick darauf, für kommende Krisensituationen gewappnet zu sein.