Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht gegen illegale Abfallentsorgung und Vermüllung im öffentlichen Raum härter vor – insbesondere an den öffentlich zugänglichen Depotcontainer-Standplätzen in Wuppertal. „Wer künftig Abfälle ordnungswidrig neben den Depotcontainern entsorgt, zahlt nun beim ersten Verstoß mindestens 300 Euro Bußgeld“, kündigt Scherff an.
OB: "Kein Kavaliersdelikt"
Miriam Scherff spricht aus Erfahrung. Sie hat das Thema der „wilden Müllkippen“ an Depotcontainer-Standplätzen hautnah miterlebt, als sie im Herbst 2025 ein Praktikum bei der AWG absolvierte und dabei mit den AWG-Mülldetektiven im Einsatz war. Ihr Fazit: „Aus meiner Sicht ist das illegale Abladen von Müll kein Kavaliersdelikt.“
Volle Unterstützung gibt es seitens der AWG. „Die Stadtsauberkeit ist uns sehr wichtig. Da ist ein vermüllter Wertstoffplatz für Anwohner, Spaziergänger und natürlich auch für uns ein echtes Ärgernis. Es sind aber tatsächlich nur einige Wenige, die das gute Gesamtbild stören. Im Sinne der Wuppertalerinnen und Wuppertaler wollen wir zusammen mit der Stadt gegensteuern“, sagt AWG-Geschäftsführer Sascha Grabowski.
Standplätze regelmäßig gereinigt
Zwei bis drei Mal pro Woche und nach Bedarf reinigt die AWG ihre mehr als 440 Depotcontainer-Standplätze für Altglas, Altpapier, Elektrokleingeräte und Altkleider. Und doch kommt es rund um die Container immer wieder zu illegalen Ablagerungen. Die Bandbreite reicht von Restmüllsäcken über Bauschutt bis hin zu Großverpackungen und sperrigen Kartonagen aller Art.
Hierbei ist für die Bürger*innen wichtig zu wissen: Auch bei überfüllten Containern ist die Müllablagerung neben den Containern nicht erlaubt und es muss auf einen anderen Standort – beispielsweise einen der vier AWG-Recyclinghöfe – ausgewichen werden.
Mülldetektive sind Müllsündern auf der Spur
Illegale Ablagerungen sind ein Fall für die Mülldetektive der AWG: Das vor gut einem Jahr neuformierte, vierköpfige Team aus erfahrenen Müllwerkern nimmt die Depotcontainer-Standorte ins Visier, dokumentiert die Missstände und sorgt für deren schnelle Beseitigung.
Übrigens dürfen die AWG-Mülldetektive selbst weder Verwarnungen aussprechen noch Bußgelder verhängen. Das ist Sache der Stadt Wuppertal. Bislang kommen pro Jahr mehrere hundert Anzeigen zusammen.
Auch die Bekämpfung der sonstigen Vermüllung des öffentlichen Raums wie die wilden Kippen in Wäldern, Parks und auf Gehwegen stehen im Fokus. Auch hier plant die Stadt eine stärkere Sanktionierung im engen Schulterschluss zwischen der AWG und den zuständigen Ressorts der Stadtverwaltung wie Umweltschutz und Ordnung.