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WuppertalPressemeldung – 30.07.2026

Sommerinterview Dagmar Liste: „Zukunft wird aus Mut gemacht“

Aus dem ehemaligen Schauspielhaus an der Kluse soll ein internationales Zentrum für Tanz werden. Die Planungen für den Um- und Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes gehen nun in eine neue Phase. Aus diesem Anlass befragte die städtische Projektleiterin Anke Vaupel Beteiligte und Kulturschaffende in der Stadt.

Zur Person:

Dagmar Liste ist Mitglied des Rates der Stadt Wuppertal und ehrenamtliche Bürgermeisterin. Sie hatte von 2020 bis 2025 den Vorsitz der Ratskommission zur Begleitung und Steuerung des Projektes Pina Bausch Zentrum inne.


Welche Bedeutung hat das zukünftige Pina Bausch Zentrum aus Ihrer Sicht für Wuppertal und darüber hinaus?

Das Pina Bausch Zentrum soll ein Ort der Begegnung, des Kennenlernens und des Lernens sein. Ein Ort, der jede und jeden freundlich willkommen heißt. Ein Ort, an dem man ohne Vorbehalte aufeinander zugehen kann. Ein Ort, in dem unsere Gesellschaft lebt.

Warum ist es wichtig, das Pina Bausch Zentrum jetzt zu realisieren?

Momentan stehen die Fördergelder zur Verfügung, die genutzt werden sollten. In Zeiten, in denen es nicht so gut läuft – ich denke da an den Rechtsruck in der Gesellschaft –, braucht es Orte der Hoffnung. Orte, an denen trübe Gedanken Pause machen können. Orte des Lebens. Daher ist für mich das Pina Bausch Zentrum für alle Bürgerinnen und Bürger wichtig, zumal der Ort um das Schauspielhaus eine wunderschöne Kulisse bietet.

Welchen Mehrwert wird das Zentrum für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die internationale Kulturlandschaft schaffen?

Die Welt zu Hause in Wuppertal. Im besten Fall wird es so werden wie ich es oben beschrieben habe.

Was verbindet Sie persönlich mit Pina Bausch oder ihrem künstlerischen Erbe?

Ich habe den Tanz schon immer geliebt und der moderne Tanz hat mich fasziniert, aber als ich das erste Mal die Möglichkeit hatte, die Pina Bausch Foundation zu besuchen, hat mich das sofort geflasht. So nah an Pinas Erbe zu sein hat was mit mir gemacht.

Welche Chancen eröffnet das Pina Bausch Zentrum für kommende Generationen von Künstlerinnen, Künstlern und Besucherinnen und Besuchern?

Das generationsübergreifende Voneinander-Lernen. Das findet ja heute schon statt, aber an unterschiedlichen Orten. Hier in Wuppertal könnte ein zentraler Ort entstehen.

Welches Signal sendet das Projekt für den Kulturstandort Deutschland?

Ich hoffe, es trägt zur Sichtbarkeit von Frauen bei. Mit Pina Bausch wird endlich eine Künstlerin auf diese besondere Art geehrt. Geschichte wurde bislang von Männern geschrieben, also wurden vornehmlich Männer geehrt. Es mach mich stolz, dass diese Ehrung in Wuppertal stattfinden kann.

Warum lohnt sich die gemeinsame Investition von Bund, Land und Stadt in dieses Projekt?

Das ist ein Zeichen, dass der Bund, das Land und die Stadt gemeinsam an einem Strang ziehen können. In der Vergangenheit wurde und wird die Stadt mit Aufgaben überhäuft und oft alleine mit der Lösung dieser Aufgaben gelassen. Hier sieht man, dass es auch anders gehen kann. Ich würde mir das in vielen anderen Bereichen auf die eine oder andere Art auch wünschen.

Woran werden wir in zehn Jahren erkennen, dass das Pina Bausch Zentrum ein Erfolg geworden ist?

Weil wir uns ein Wuppertal ohne ein Pina Bausch Zentrum nicht mehr vorstellen können. 

Mit welchem Begriff oder in einem Satz würden Sie das zukünftige Pina Bausch Zentrum beschreiben?

Ort der Lebendigkeit.

Welche Botschaft möchten Sie den Menschen mitgeben, die das Projekt mit Interesse verfolgen?

Mutig voran. Ich weiß, das ist nicht immer leicht, aber Zukunft wird aus Mut gemacht.

Warum sind Sie überzeugt, dass das Pina Bausch Zentrum eine Investition in die Zukunft ist – für Wuppertal, Nordrhein-Westfalen und Deutschland?

Weil ich glaube, dass wir Wuppertal so noch sichtbarer machen können. Wir sind eben nicht nur Schwebebahn, sondern vieles mehr.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Stadt Wuppertal
  • Stefanie vom Stein, Medienzentrum Stadt Wuppertal

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