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WuppertalPressemeldung – 17.07.2026

Dr. Daniel Siekhaus zum Pina Bausch Zentrum: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“

Aus dem ehemaligen Schauspielhaus an der Kluse soll ein internationales Zentrum für Tanz werden. Die Planungen für den Um- und Ausbau des denkmalgeschützten Gebäudes gehen nun in eine neue Phase. Aus diesem Anlass befragte die städtische Projektleiterin Anke Vaupel Beteiligte und Kulturschaffende in der Stadt.

Zur Person:

Dr. Daniel Siekhaus ist seit Beginn der Spielzeit 2023/24 Geschäftsführer der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH und erfüllt seit Beginn der Spielzeit 2025/26 auch die Funktion des Intendanten.


Welche Bedeutung hat das zukünftige Pina Bausch Zentrum aus Ihrer Sicht für Wuppertal und darüber hinaus?

Das zukünftige Pina Bausch Zentrum kann eine Kulturinstitution mit nationaler und internationaler Ausstrahlung werden, ein Ort für künstlerische Erneuerung und gesellschaftliche Reflexion. 

Warum ist es wichtig, das Pina Bausch Zentrum jetzt zu realisieren?

Es ist wichtig, das Pina Bausch Zentrum jetzt zu realisieren, um die Fördermittel von Bund und Land nicht zu verlieren und um das zentrale Areal in der Elberfelder Innenstadt schon in wenigen Jahren zu einem neuen, kreativen Begegnungsort der Stadt werden zu lassen.

Welchen Mehrwert wird das Zentrum für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die internationale Kulturlandschaft schaffen?

Das Pina Bausch Zentrum vereint vier Bereiche unter seinem Dach: Es wird die neue Heimat des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, sein zentraler Arbeitsplatz, Proben- und Aufführungsort. Die Pina Bausch Foundation mit dem Archiv zu Leben und Werk Pina Bauschs soll ebenfalls in das Zentrum ziehen. Ein internationales Produktionszentrum ermöglicht es internationalen Künstlerinnen und Künstlern, neue Stücke in Wuppertal zu entwickeln und uraufzuführen. Das Forum Wupperbogen stellt eine partizipative Verbindung zur Stadtgesellschaft und ihrer vielseitigen freien Szene dar. Zusammen entsteht eine neuartige Kulturinstitution, die in besonderem Maße für Offenheit, Innovation, Internationalität und künstlerische Integrität steht. 

Was verbindet Sie persönlich mit Pina Bausch oder ihrem künstlerischen Erbe?

Ich bin 2018 nach Wuppertal gekommen und habe seitdem jede Aufführungsserie des Tanztheaters gesehen. Mich faszinieren die Kunst und Arbeitsweise von Pina Bausch, die choreografische Qualität ihrer Werke und ihre Fähigkeit, menschliche Gefühle durch  ganz einfache Szenen und Bilder genau auf den Punkt zu bringen. Pina Bausch war zweifellos eine Ausnahmekünstlerin und ich empfinde es als Privileg, für ihre Compagnie arbeiten zu dürfen. 

Welche Chancen eröffnet das Pina Bausch Zentrum für kommende Generationen von Künstlerinnen, Künstlern und Besucherinnen und Besuchern?

Für kommende Generationen von Tänzerinnen und Tänzern eröffnet das Zentrum die Chance, mit der künstlerischen Arbeitsweise von Pina Bausch in Berührung zu kommen und sich als Künstlerinnen und Künstler zu entfalten. Für Choreografinnen und Choreografen bietet das Zentrum mit dem internationalen Produktionszentrum einen Ort, an dem die Kunstform weiterentwickelt werden kann. Für Besucherinnen und Besucher soll das Zentrum ein Ort der Begegnung, des Entdeckens, der Partizipation und der Reflexion sein.

Welches Signal sendet das Projekt für den Kulturstandort Deutschland?

Das Projekt zeichnet Deutschland als ein Land aus, das Kunst und Kultur als wichtigen Teil des gesellschaftlichen Zusammenlebens versteht.

Warum lohnt sich die gemeinsame Investition von Bund, Land und Stadt in dieses Projekt?

Es gibt nicht viele deutsche Künstlerinnen oder Künstler, die eine Kunstform national und international derart beeinflusst haben wie Pina Bausch den Tanz. Daher ist eine Investition von Bund und Land gerechtfertigt. So wie Bayreuth ein Mekka für Opernliebhaber ist, ist Wuppertal ein Anziehungsort für Tanz und Theater, der jedes Jahr tausende Besucherinnen und Besucher in die Stadt führt.

Woran werden wir in zehn Jahren erkennen, dass das Pina Bausch Zentrum ein Erfolg geworden ist?

An der Qualität der Vorstellungen, am Zuspruch des Publikums und der Bürgerinnen und Bürger und an der Anzahl von Uraufführungen im Produktionszentrum.

Mit welchem Begriff oder in einem Satz würden Sie das zukünftige Pina Bausch Zentrum beschreiben?

Ein Ort der Möglichkeiten für neue Kunst-, Theater- und Gesellschaftsformen.

Welche Botschaft möchten Sie den Menschen mitgeben, die das Projekt mit Interesse verfolgen?

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. 

Warum sind Sie überzeugt, dass das Pina Bausch Zentrum eine Investition in die Zukunft ist – für Wuppertal, Nordrhein-Westfalen und Deutschland? 

Pina Bauschs Probenraum war ab 1973 der Ursprungsort für radikale Erneuerungen. Aus Wuppertal ging Pina Bauschs Kunst in die ganze Welt. Orte des Experimentierens sind von großer Wichtigkeit für die Zukunft, auch wenn man ihr Ergebnis nie vorausahnen kann.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Uwe Schinkel

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