Mehr als 60 Prozent aller Todesfälle in Wuppertal gehen auf nichtübertragbare Erkrankungen wie Krebs, Herzkreislauferkrankungen, Diabetes-Typ-2 oder chronische Atemwegserkrankungen zurück. Gleichzeitig zeigt der neue kommunale Gesundheitsbericht des Gesundheitsamtes: Viele dieser Erkrankungen sind durch Prävention, Vorsorge und einen gesünderen Lebensstil beeinflussbar.
Nichtübertragbare Erkrankungen in Wuppertal
Im Jahr 2024 waren Herzkreislauferkrankungen mit 26,7 Prozent die häufigste Todesursache in Wuppertal, gefolgt von Krebserkrankungen mit 23,4 Prozent. Gleichzeitig wird jede zweite Wuppertalerin und jeder zweite Wuppertaler ab 45 Jahren mittlerweile wegen Bluthochdrucks behandelt. Jede fünfte Person dieser Altersgruppe befindet sich wegen Diabetes-Typ-2 in Behandlung.
Gesundheitliche Chancen sind ungleich verteilt
Der Bericht macht auch deutlich, dass Gesundheit nicht allein eine Frage individueller Entscheidungen ist. „Die Chancen auf ein gesundes Leben werden maßgeblich von den Lebensbedingungen beeinflusst. Faktoren wie Einkommen, Bildung, Beschäftigung und Wohnumfeld wirken sich direkt auf das Krankheitsrisiko aus“, so Dr. Katrin Linthorst, Dezernentin für Gesundheit, Klima- und Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Grünflächen und Recht. Da Wuppertal zu den Städten in Nordrhein-Westfalen mit einer besonders hohen sozioökonomischen Benachteiligung gehört, spiegelt sich dies auch im Krankheitsgeschehen wider.
Positive Entwicklungen
Trotz der Herausforderungen zeigt der Bericht auch positive Entwicklungen. Die Lebenserwartung der Wuppertaler Bevölkerung steigt langfristig weiter an. Zudem sind die Sterberaten nach dem Höchststand im Jahr 2022 wieder rückläufig.
Prävention bietet großes Potenzial
„Wir wissen, dass zahlreiche nichtübertragbare Erkrankungen durch dieselben Risikofaktoren begünstigt werden, insbesondere durch Bewegungsmangel, ungesunde Ernährungsgewohnheiten sowie Tabak- und Alkoholkonsum“, unterstreicht Dr. Katrin Linthorst. Wie groß das Präventionspotenzial ist, zeigen wissenschaftliche Studien, wonach bis zu 50 Prozent der Krebserkrankungen und 70 Prozent der Herzkreislauferkrankungen verhindert werden könnten. Die Daten verdeutlichen somit die Bedeutung frühzeitiger Gesundheitsförderung und Prävention.
Gesundheit als gemeinsame Aufgabe
Das städtische Gesundheitsamt leitet daher vier zentrale Handlungsfelder ab:
- die frühzeitige Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung
- die Stärkung der Gesundheitskompetenz
- die Erhöhung der Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen sowie
- die Reduzierung des Tabak- und Alkoholkonsums.
Der Gesundheitsbericht soll als Grundlage dienen, um gemeinsam mit Verwaltung, Politik, Gesundheitswesen und der Stadtgesellschaft über gesundheitsfördernde Lebensbedingungen in Wuppertal zu diskutieren und gemeinsam Maßnahmen abzuleiten.
Der vollständige kommunale Gesundheitsbericht steht ab sofort auf der Internetseite der Stadt Wuppertal zum Download bereit.