Mit seiner formalen Klarheit und Strenge ist es Ausdruck eines neuen, fotografischen Sehens und spiegelt den technischen Fortschritt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dabei regen die reduzierten Kompositionen auch dazu an, den industriellen Fortschritt und seine Wirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen.
Von Fotografie inspiriert
Die Ausstellung, die erste Retrospektive seit 30 Jahren, betrachtet Carl Grossbergs Schaffen umfassend neu und präsentiert eine Reihe bislang unbekannter Arbeiten. Dabei zeigt sich, wie aktuell Grossbergs Arbeiten sind, in künstlerischer wie in gesellschaftlicher Hinsicht. Die vieldeutig lesbaren "Traumbilder", einzigartig in der Kunst der 1920er und 1930er Jahre, weisen ihn als hochsensiblen Intellektuellen aus. Grossbergs Kunst beschwört die Magie der Dinge, macht die Komplexität der Welt und ihre inneren Widersprüche sichtbar. Parallelen zu heute ergeben sich aus dem momentan stattfindenden Strukturwandel mit noch unabsehbaren gesellschaftlichen Folgen.
Carl Grossbergs Motivwahl und die Nüchternheit seiner Malerei sind untrennbar verbunden mit der gleichzeitig entstandenen Fotografie. Sie haben wegweisende Fotografinnen und Fotografen nachfolgender Generationen inspiriert. Beispielhaft ausgewählte Positionen von August Sander über Bernd und Hilla Becher bis hin zu Thomas Ruff machen das deutlich.
Das Von der Heydt-Museum realisiert die Ausstellung "Carl Grossberg. Sachlich - magisch - visionär" in Kooperation mit dem Museum im Kulturspeicher (MiK) in Würzburg. Beide Museen sind eng mit der Biografie des Künstlers verbunden: Er wurde in Elberfeld geboren und lebte ab 1921 in Sommerhausen südlich von Würzburg. In den Sammlungen beider Häuser ist er gut vertreten.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist vom 22. März bis zum 30. August 2026 im Von der Heydt-Museum zu sehen.
Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr
Donnerstag 11 bis 20 Uhr
Feiertage 11 bis 18 Uhr
Montags geschlossen, ebenso Ostermontag, Tag der Arbeit und Pfingstmontag