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WuppertalPressemeldung – 06.11.2026

Berufsalltag mal anders: „Schichtwechsel“ bei der Stadt und den Troxler-Werkstätten

Einen ganz besonderen Perspektivwechsel hat es in diesem Jahr beim „Schichtwechsel“ zwischen Rathaus und Troxler-Werkstätten gegeben.

Beschäftigte der Werkstätten besuchten kürzlich verschiedene Fachbereiche der Stadtverwaltung und erhielten dort Einblicke in andere Berufsfelder. Auch Oberbürgermeisterin Miriam Scherff tauschte am heutigen Freitag, 6. November, ihren Arbeitsplatz: Sie wechselte vom Rathaus in die Troxler-Werkstätten.

OB hat Schirmherrschaft übernommen

Ziel der bundesweiten „Schichtwechsel“-Aktion ist es, die Inklusion und den Perspektivwechsel zwischen Menschen mit und ohne Behinderung im Arbeitsleben zu fördern. OB Scherff übernahm in diesem Jahr im Namen der gesamten Stadtverwaltung die Schirmherrschaft für die Wuppertaler Aktion.

„Der heutige Termin vor Ort in den Troxler-Werkstätten war mir eine echte Freude. Dabei ist noch einmal deutlich geworden, was für eine wichtige Institution die Werkstätten für ihre Mitarbeitenden, aber auch für unsere Stadt insgesamt sind. Sie stehen für Integration in Arbeit und bieten die für alle Menschen existenziell wichtige Möglichkeit, mit der eigenen Arbeit einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten zu können. Deshalb stand für mich von Anfang an außer Frage, der Einladung der Troxler-Werkstätten zum ‚Schichtwechsel‘ zu folgen“, so das Stadtoberhaupt.

Der erste Part des „Schichtwechsels“ ging bereits vor einigen Wochen über die Bühne, pünktlich zum bundesweiten Aktionstag: Vom 20. bis zum 25. September waren 13 Beschäftigte der Troxler-Werkstätten in verschiedenen Verwaltungsbereichen zu Gast und konnten dabei tatkräftig mitanpacken. Die Einsatzbereiche waren dabei äußerst vielfältig: Es ging um Rasenpflege im Stadion am Zoo, Hilfe beim Pflanzen neues Stadtgrüns beim Ressort Grünflächen und Forsten, Medienbestellung und -sortierung in der Stadtbibliothek oder um die Unterstützung bei Hausmeistertätigkeiten im Altenheim und die Kontrolle von Baustellen im Außendienst der Bauüberwachung. Auch beim Sport- und Bäderamt sowie in der Ausbildungsabteilung wurde hineingeschnuppert.

Besuch in der Lederwerkstatt

Am heutigen Freitag konnte sich im Gegenzug OB Miriam Scherff einen genaueren Eindruck der Arbeit in den Troxler-Werkstätten verschaffen. Sie besuchte die Lederwerkstatt am Lohbusch und konnte den Beschäftigten über die Schulter schauen und dabei mit ihnen ins Gespräch kommen. Scherff durfte sogar selbst Hand anlegen und einen Schwebebahn-Schlüsselanhänger aus Leder fertigen.

Die Troxler-Werkstätten in Wuppertal bieten rund 550 Arbeitsplätze für Menschen mit Assistenzbedarf in 16 Werkstätten. Rund 130 Fachkräfte begleiten und unterstützen die Mitarbeitenden. Seit der Gründung des Troxler-Haus Wuppertal e. V. im Jahr 1961 wurde das Angebot an Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten kontinuierlich ausgebaut. Neben verschiedenen Produktionsbereichen gehören auch Dienstleistungen für private und gewerbliche Kunden zum Angebot, darunter Wäscherei, Verpflegung, Gärtnerei und Schreinerei. Ziel ist es, Menschen mit Assistenzbedarf berufliche Perspektiven zu eröffnen und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.

Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen fördern

Der Austausch zwischen Rathaus-Team und den Werkstattbeschäftigten beim ‚Schichtwechsel‘-Format sei für beide Seiten äußerst bereichernd gewesen, sagt OB Scherff. Ziel der Stadtverwaltung sei es schließlich, die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen zu fördern und die Stadt barrierefrei und inklusiv zu gestalten.

„Da ist es für mich und die Mitarbeitenden aller Fachbereiche absolut unverzichtbar, nachzuhorchen, was die Menschen mit Lernschwierigkeiten oder körperlicher Beeinträchtigung in unserer Stadt erleben. Auch als Arbeitgeberin tragen wir dahingehend Verantwortung, der wir nur nachkommen können, wenn wir den Menschen zuhören“, so Scherff.

Weitere Zusammenarbeit angedacht

So gibt es bei der Stadt Wuppertal seit 2021 eine Inklusionsvereinbarung, die zwischen der Verwaltung, der Gesamtschwerbehindertenvertretung und dem Gesamtpersonalrat geschlossen wurde. Sie regelt die Maßnahmen zur Unterstützung, Förderung und Beratung von Schwerbehinderten.

Organisiert wurde der Schichtwechsel gemeinsam von den Troxler-Werkstätten und der städtischen Stabsstelle Inklusion im Haupt- und Personalamt. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist eine weitere Zusammenarbeit angedacht.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Troxler-Werkstätten
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