Seit Mai 2025 ist Wuppertal Mitglied der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR). Das europaweite Netzwerk verbindet Kommunen, die Rassismus und Diskriminierung auf lokaler Ebene systematisch bekämpfen und voneinander lernen wollen. Wuppertal zählt damit zu den mehr als 180 europäischen Mitgliedsstädten.
Wertvolle Inspirationsquelle
Nun erhält die Stadt für ihre bisherige Arbeit eine ausgesprochen positive fachliche Rückmeldung. Der Wissenschaftliche Beirat der Städtekoalition hat in diesem Jahr insgesamt 29 Berichte europäischer Mitgliedsstädte bewertet. Er gratuliert Wuppertal zu den bisherigen Anstrengungen zur Prävention und Bekämpfung von Rassismus und bezeichnet den Bericht der Stadt zugleich als wertvolle Inspirationsquelle für andere Mitglieder des Netzwerks.
Dem Leitungsgremium von ECCAR gehören Vertreterinnen und Vertreter verschiedener europäischer Städte und der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) an.
OB Miriam Scherff: "Weg weiter fortsetzen"
Oberbürgermeisterin Miriam Scherff: „Diskriminierung fängt dort an, wo die Achtung vor der Menschenwürde aufhört. Dem müssen wir gemeinsam und engagiert entgegentreten. Deshalb freut es mich sehr, dass die Antidiskriminierungsarbeit der Stadt nun so gewürdigt wird. Denn es ist die demokratische Verantwortung der Verwaltung, hier Haltung zu zeigen und präventiv zu wirken. Diesen Weg haben wir erfolgreich eingeschlagen und werden ihn auch fortsetzen.“
Besondere Anerkennung findet die Wuppertaler Antidiskriminierungsstrategie mit ihren 119 Maßnahmen in sieben Handlungsfeldern. Der Wissenschaftliche Beirat hebt ausdrücklich hervor, dass sich die kommunale Antidiskriminierungsarbeit von einzelnen Maßnahmen hin zu einer systematisch entwickelten, ressortübergreifenden Gesamtstrategie weiterentwickelt hat.
Anerkennung der fachübergreifenden Arbeit
Roswitha Bocklage, Leiterin der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung, betont: „Die positive Rückmeldung aus dem europäischen Netzwerk ist vor allem eine Anerkennung für die vielen Kolleginnen und Kollegen, die unsere Antidiskriminierungsstrategie gemeinsam mit Leben füllen. Entscheidend ist, dass unterschiedliche Bereiche Verantwortung übernehmen, voneinander lernen und gemeinsam Strukturen verändern.“
Besonders hervorgehoben im Brief an die Oberbürgermeisterin wird auch der intersektionale Ansatz der Stadt. Der Wissenschaftliche Beirat würdigt, dass Wuppertal nicht nur auf Repräsentation schaut, sondern gezielt blinde Flecken und sich überschneidende Formen von Diskriminierung in den Blick nimmt. Daraus sollen konkrete Schritte entstehen, um Barrieren beim Zugang zu Stellen und öffentlichen Dienstleistungen abzubauen. Igor Birindiba Batista, Fachreferent für Antidiskriminierung, beschreibt diesen Ansatz so: „Intersektionalität ist ein bisschen wie die Schwebebahn: Entscheidend sind nicht nur die einzelnen Stationen, sondern die Verbindungen dazwischen. Wenn Verwaltung und Stadtgesellschaft ihre Perspektiven zusammenbringen, entstehen oft die besten Lösungen.“
Good Practices
Zwei konkrete Wuppertaler Maßnahmen bewertet der Wissenschaftliche Beirat ausdrücklich als „Good Practices“: das vom Kommunalen Integrationszentrum initiierte Programm „Schulen stärken – Vielfalt gestalten, Demokratie fördern“ sowie die von der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung angestoßenen Mikroprojekte zur Unterstützung lokaler Gruppen bei der bundesweiten Befragung „Diskriminierungserfahrungen in Deutschland 2025/2026“.
Die Einstufung als „Good Practice“ beruht unter anderem auf Relevanz, Konsistenz, Beständigkeit, Wirksamkeit, Angemessenheit, inhaltlicher Substanz und Übertragbarkeit. Damit hebt der Beirat zugleich hervor, dass die Ansätze auch für andere Kommunen von Interesse sein können.
Neben den beiden besonders ausgezeichneten Beispielen würdigt der Beirat die große Bandbreite der Wuppertaler Arbeit. Genannt werden unter anderem Sensibilisierung, Empowerment, Kompetenzaufbau innerhalb und außerhalb der Verwaltung sowie die Verbindung von kommunaler Praxis, Forschung und Erprobung.
Die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus unterstützt ihre Mitgliedskommunen mit einem Zehn-Punkte-Aktionsplan dabei, lokale Situationen zu analysieren, Betroffene besser zu unterstützen, Strategien weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit zwischen Städten zu intensivieren.