Die Veränderungen in der lokalen Drogenszene stellen die Wuppertaler Suchthilfe vor große Herausforderungen. Vor allem der Konsum von Crack und Kokain sowie gefährliche Substanzmischungen haben in der jüngsten Vergangenheit deutlich zugenommen. Viele Betroffene leiden unter schweren gesundheitlichen, psychischen und sozialen Belastungen. Um auf diese Entwicklung zu reagieren, schickt die Beratungsstelle für Drogenprobleme e. V. ein speziell ausgerüstetes Mobil auf die Straße.
"Wichtiger Schritt"
„Mit der Mobilen Drogenberatung gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt auf die Menschen zu. Wer aufgrund seiner Lebenssituation oder gesundheitlichen Verfassung bestehende Angebote nicht aufsuchen kann, soll trotzdem Zugang zu Beratung und Unterstützung erhalten“, erklärt Annette Berg, Sozialdezernentin der Stadt Wuppertal.
Auch medizinisches Angebot
Das Fachteam fährt künftig nach einem flexiblen Tourenplan verschiedene Plätze und Stadtteile an. Vor Ort informieren die Mitarbeiter über Konsumrisiken, bieten vertrauliche Gespräche an und vermitteln den Kontakt zu weiterführenden Hilfen. Zum medizinischen Angebot gehören unter anderem schnelle Tests auf HIV und Hepatitis C durch geschultes Personal. Bei positiven Befunden leiten die Fachkräfte umgehend eine medizinische Versorgung ein.
Ergänzung zu bestehenden Einrichtungen
Das mobile Projekt ergänzt bestehende Anlaufstellen wie das Café Cosa oder das Gleis 1. Diese stationären Einrichtungen stoßen durch eine hohe Zahl an Hilfesuchenden und zunehmende Konflikte vor Ort oft an ihre Grenzen. Die Mobile Drogenberatung schließt diese Lücke, baut Vertrauen im öffentlichen Raum auf und begleitet Hilfebedürftige schrittweise in das bestehende Hilfesystem.
Gute Zusammenarbeit
Für den Erfolg des Projekts arbeitet das Beratungsteam eng mit dem Wuppertaler Sozialamt und weiteren freien Trägern zusammen. Die gewonnenen Erfahrungen und Daten zu Kontaktzahlen, Testungen und Kriseneinsätzen werden fortlaufend ausgewertet, um das Angebot stetig an den tatsächlichen Bedarf anzupassen.