Schuldezernentin Annette Berg betonte die Bedeutung des Projektes für die Bildungslandschaft, aber auch für Heckinghausen: „Damit geht eine deutliche städtebauliche Aufwertung einher. Mit einem attraktiven Gebäudekomplex wird das ungenutzte frühere Industriegelände sinnvoll wiederbelebt.“ Auch Stefanie Mäde, Leiterin des Stadtbetriebs Schulen, freut sich auf den neuen Bildungsstandort: „Die Planung schafft optimale Lernatmosphäre für bis zu 1500 Schülerinnen und Schüler. Es entsteht eine Lernlandschaft für ein modernes pädagogisches Konzept.“
Robert Kalisiewicz, im Objektmanagement des GMW für das Objekt zuständig, setzt auf einen schnellen Bauablauf über einen Totalunternehmer: „Mit Ausnahme des Aula-Anbaus entstehen alle Neubauten in Systembauweise aus vorgefertigten Bauelementen und Fertigteilen.“
Vom früheren Industriebetrieb an der Bockmühle bleibt nur das historische Verwaltungsgebäude erhalten, das nach seinem Umbau Bestandteil der Schule wird. Daran wird sich ein viergeschossiger Gebäuderiegel mit Staffelgeschoss anschließen, der die Gebäudeflucht des Bestandsgebäudes übernimmt und weiter dem Verlauf der Straße nach Norden folgt.
Dort, wo die Bockmühle in Höhe Kleine Straße einen Knick macht, befindet sich künftig der markante Haupteingang. Die Flachdächer des Neubaus ermöglichen Begrünung und die Nutzung der Solarenergie. Auf der Rückseite des Neubaus flankiert alter Baumbestand den Innenhof. Zum Innenhof hin, in direkter Verbindung zum Altbau, entsteht der Anbau für die rund 500 Personen fassende Aula, die durch eine separierbare Erschließung auch Veranstaltungen außerhalb der Unterrichtszeiten ermöglicht. Im Erdgeschoss des Altbaus werden die musisch-kreativen Fächer untergebracht. Die Regelgeschosse bleiben überwiegend der Oberstufe vorbehalten. Das erste Dachgeschoss des Altbaus geht fließend ins Staffelgeschoss des Neubaus über. Dort befindet sich der naturwissenschaftliche Bereich. Ein Fahrradkeller bietet 350 Stellplätze.
Lernlandschaften und Ganztagsbereich
Auf den Regelgeschossen des Neubaus erstrecken sich je vier offene Lernlandschaften für die Sekundarstufe I mit Instruktions-, Gruppen- und Ruheräumen, Teamstation, Teeküchen und Lehrmitteln. Im zweiten und dritten Obergeschoss liegen zudem Büros für pädagogisches Personal. Das Staffelgeschoss beinhaltet, neben den NW-Räumen, für die Sekundarstufe I Projektaktionsbereiche und einen Förderbereich.
Im Erdgeschoss des Neubaus ist zum einen die Verwaltung angesiedelt, zum anderen erweitert ein „Schulboulevard“ den Pausenhof ins Gebäudeinnere. Er verbindet Aula und Kreativbereich im Süden mit dem Ganztagsbereich, der Bibliothek, Besprechungsräumen und der im Norden gelegenen Mensa mit Kochküche. Die Mensa ist multifunktional nutzbar und bietet unter einer begrünten Pergola Sitzmöglichkeiten im Freien. Im Inneren des Areals wechseln sich Kletter- und Spielbereiche ab mit Ruhezonen, Außenklasse, Schulgarten und einem Sportplatz auf dem Auladach.
Pilotprojekt in puncto Nachhaltigkeit
Durch eine durchgängige Klinkerfassade mit hellem Grundton werden die Neubauten mit dem historischen Bestand gestalterisch zusammengefasst. Auch der Einsatz von Fassadenelementen aus Metall erinnert an die industrielle Vergangenheit des Ortes: In der Farbe „Altgold“ beschichtete Aluminiumlamellen verleihen der Fassade zusätzlich Struktur. Innen wird mit viel Holz eine warme Atmosphäre generiert, während unterschiedliche Farben die verschiedenen Funktionsbereiche kennzeichnen.
Mit Blick auf mehr Nachhaltigkeit ist die Maßnahme ein Pilotprojekt für Wuppertal: Ein Teil der Baustoffe, die beim Abbruch gesichert wurden, wird wiederverwendet: 160 Quadratmeter Natursteinplatten, 560 Kubikmeter Vollziegel und eine Palette Schieferplatten.
Zum Schuljahr 2030/2031 fertig
Simone Göbbel und Sandra Vedder, die im GMW das Projekt leiten, warben um Verständnis für die Belastungen durch die Baustelle. Während der Bodensanierung ab Herbst 2026 wird noch mit höherem Lkw-Verkehr gerechnet. Ab Juli 2027 geht vereinbarungsgemäß der Totalunternehmer ans Werk.
Wenn der Rohbau steht, verlagern sich viele Arbeitsgeräusche ins Gebäudeinnere. Zum Schuljahr 2030/31 soll die Schule fertig sein. Bis der Straßenraum angepasst ist, kann es allerdings noch ein bisschen dauern.